Retten macht Schule

Seevetal/Emmelndorf, 05. Dezember 2010

120 Schulsanitäter bilden sich in Erster Hilfe weiter

Am Wochenende konnten sich die Bewohner von Emmelndorf/Seevetal ganz sicher fühlen: Rund 120 Schulsanitäter der Johanniter-Jugend, der Jugendorganisation der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., hatten sich vom 4. auf den 5. Dezember zum Schulsanitätsdienst-Tag 2010 im CVJM-Tagungshaus "Der Sunderhof" in Seevetal versammelt, um in zahlreichen Workshops ihr Erste-Hilfe-Wissen auf den neuesten Stand zu bringen. Die jungen Ersthelfer reisten trotz Schnee und Eis unter anderem aus Eckernförde, Kiel, Lübeck, Neumünster und Hamburg zu dem Treffen an.

"Die Aufgabe von Schulsanitätern ist es, ihren Mitschülern bei kleineren Unfällen auf dem Pausenhof oder zum Beispiel im Sportunterricht professionell zur Seite zu stehen oder die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken", erläutert Organisatorin Katharina Maciejewski. "Als Schulsanitäter lernen die Jugendlichen schon früh, was es heißt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Das macht stark und selbstbewusst."

Beim jährlichen Schulsanitätsdienst-Tag vertieften die Ersthelfer anhand von "Lerninseln" spielerisch ihre Kenntnisse über die verschiedenen Notfallsymptome: Von "Nicht erweckbar" und "Keine Atmung" über "Sichtbare Verletzungen" bis hin zu "Probleme in der Brust, im Kopf oder im Bauch". In einem speziellen Kurs zur "Realistischen Unfalldarstellung" lernten die Jugendlichen, wie mithilfe von Modelliermasse, Theaterschminke und Kunstblut realistische Wunden geschminkt werden. "Je realistischer ein Fall dargestellt ist, desto besser für die Ausbildung: So lernen die Schulsanitäter die richtige Diagnose und Behandlung von Symptomen anhand von Fallbeispielen", sagt Maciejewski.

Beim Abschlusswettkampf am Sonntag, 5. Dezember, standen die Kreativität und Mannschaftsgeist im Vordergrund: In acht Kategorien mussten die jungen Sanitäter beweisen, dass sie nicht nur fit in Erster Hilfe sind, sondern auch gemeinsam eine Brücke aus verschiedenen Materialien bauen können, kreativ Begriffe erraten und sich gemeinsam für Verbände und die Versorgung von Verletzten entscheiden. Den spielerischen Wettkampf entschieden die Schulsanitäter von der Ida-Ehre-Schule aus Bad Oldesloe knapp für sich. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Schulsanitäter aus Kiel vor der gemischten Gruppe aus Buchholz und Winsen. "Es ist toll, sich mit den anderen Schulsanitätern auszutauschen und viel zu lernen", sind sich alle Teilnehmer einig. In den Schulalltag werden die jungen Helfer vor allem eines mitnehmen: Wer hilft, macht nichts falsch – nur wer nicht hilft und nur zuschaut, macht etwas falsch.