Fünf Jahre Krisenintervention im Landkreis Harburg

Landkreis Harburg, 03. Januar 2017

Einsätze der ehrenamtlichen Helfer stiegen 2016 um 30 Prozent

Birgit zum Felde, Leiterin des KID-Teams (Mitte) mit ihren Stellvertretern Stefanie Borchardt und Andreas Polter.
Foto: Michaela Rist

Es ist dunkel, die winterlich-glatte Landstraße wird zwei jungen Männern zum Verhängnis: Ende November 2016 verunglücken sie  auf der Landesstraße 213 in der Samtgemeinde Hanstedt, zwischen Nindorf und Schätzendorf. Bei dem schweren Verkehrsunfall werden sie lebensgefährlich verletzt. Ein typischer Einsatzfall für das Johanniter-Kriseninterventionsteam: Die ehrenamtlichen Helfer wurden sofort alarmiert und rückten aus. An der Unfallstelle betreuten sie die Frau, die den Unfall gemeldet hatte, und die direkt betroffenen Einsatzkräfte. Solche Einsätze im Landkreis Harburg sind für das Team leider keine Seltenheit. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Kriseninterventionsdienstes (KID) der Harburger Johanniter werden immer dann von der Rettungsleitstelle alarmiert, wenn Menschen durch ein plötzliches Ereignis der Boden unter den Füßen weggerissen wurde. Vor Ort unterstützen sie dann die Arbeit der Polizei, Feuerwehr oder des Rettungsdienstes.

Das geschulte KID-Team wurde vor fünf Jahren, im Dezember 2011, in Buchholz in der Nordheide gegründet. Seitdem haben die Helfer in über 280 Einsätzen Angehörige, Augenzeugen und Einsatzkräfte betreut. Im Jahr 2016 sind die Ehrenamtlichen 78 Mal alarmiert worden. Damit sind die Einsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen. "Es gibt Situationen, die einen so aus der Bahn werfen, dass man nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. Bei diesen Krisen im Leben geben die Johanniter Unterstützung. Sie sind in kurzer Zeit vor Ort, bieten den Betroffenen durch ihre Gespräche Halt und können die Menschen auch an Psychologen und andere soziale Dienste weiter vermitteln", sagt Birgit zum Felde, Leiterin des KID-Teams. Am häufigsten war die Gruppe aufgrund von Tod in der Häuslichkeit (24 Fälle), Unfällen (16 Fälle) oder aufgrund von Suizid (15 Fälle) im Einsatz. Die Helfer absolvierten im vergangenen Jahr insgesamt 540 Einsatzstunden. "Wir werden immer öfter alarmiert. Das zeigt, dass es durchaus Bedarf gibt, das sensible Thema der psychischen Belastung intensiv zu behandeln", so zum Felde weiter. Die Ehrenamtlichen nehmen sich viel Zeit für ihre verantwortungsvolle Aufgabe, die Trauernden und Traumatisierten aufzufangen: Die durchschnittliche Einsatzdauer betrug knapp dreieinhalb Stunden. Der längste Einsatz dauerte neun Stunden. In sechs Fällen waren mehrere Teams parallel aktiv.

Das Team der Johanniter besteht aktuell aus 25 ehrenamtlichen Helfern für Krisenintervention und Einsatznachsorge, darunter pflegerische und therapeutische Fachkräfte sowie Rettungssanitäter und -assistenten. Die Helfer werden in der Regel durch die Rettungsleitstelle alarmiert und zum Einsatz entsandt. Rund um die Uhr, das ganze Jahr über sind sie abwechselnd im Bereitschaftsdienst. Die Arbeit der Helfer wird ausschließlich ehrenamtlich geleistet und finanziert sich überwiegend durch Beiträge von Mitgliedern der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und zweckgebundene Spenden. Die ehrenamtlichen Helfer freuen sich über Unterstützung.

Sparkasse Harburg-Buxtehude

IBAN: DE49 2075 0000 0005 0170 17
BIC: NOLADE21HAM
Verwendungszweck: Krisenintervention

Weitere Informationen über die Arbeit des KID-Teams unter Telefonnummer 040 7686662 oder hier.

Kriseninterventionsdienst im Regionalverband Harburg - Broschüre zum Download

Ihre Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Aleksandra Doneva

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Harburg
Am Saal 2
21217 Seevetal