Bundeswettkampf: Lübecker Johanniter erneut "Beste Retter Deutschlands"

Koblenz/Lübeck/Kiel, 25. September 2017

Profi-Retter schaffen den Hattrick / Bronze für Kieler Ersthelfer und Lübecker A-Team / Lübecker Jugendmannschaft erreicht Platz 6

Foto: Tobias Grosser

Die Profiretter der Johanniter aus Lübeck haben am vergangenen Samstag erneut beim Bundeswettkampf der Retter in Koblenz triumphiert und sich zum dritten Mal in Folge den Titel "Beste Retter Deutschlands" erkämpft. Das zehnköpfige Team der Rettungsassistenten und Notfallsanitäter der Johanniter-Rettungswache Lübeck siegte am Ende denkbar knapp mit 86,5 Punkten vor den Mannschaften aus Berlin (86,26 Punkte) und Bayern (84,93 Punkte). Da die Lübecker bereits vor zwei und auch vor vier Jahren bei den jeweiligen Bundeswettkämpfen siegreich waren, konnte in Koblenz der Hattrick gefeiertwerden.

Auch in der Kategorie der über 16-jährigen Sanitätsdienstler konnten die Lübecker Johanniter einen dritten Platz feiern, zudem einen sechsten Platz bei den Schulsanitätern.

Einen großen Erfolg verbuchten die jüngsten Ersthelfer aus dem Kieler C-Team für sich: Mit einer herausragenden Mannschaftsleistung und fantasievollen Einfällen beim Kreativtest landeten die Nachwuchsretter von der Förde auf dem verdienten Bronzerang.

1.800 Johanniter aus ganz Deutschland trafen sich am 23. September am Deutschen Eck in Koblenz, um bei den "Olympischen Spielen der der Ersten Hilfe" dabei zu sein. Um den Sieg in vier verschiedenen Kategorien kämpften 41 Mannschaften mit 400 Wettkampfteilnehmern zwischen sechs und 60 Jahren. Ebenfalls dabei waren gut 80 Schiedsrichter, zahlreiche Helferund Verletztendarsteller, Schlachtenbummler und natürlich Besucher. Das Deutsche Eck war gefüllt mit Johannitern.

Verkehrsunfall, Verbrennungen, Herzstillstand und viel Kunstblut

Alle zwei Jahre werden im Bundeswettkampf der Johanniter die besten Retter bundesweit ermittelt. Es galt, die unterschiedlichsten Aufgaben zu lösen: Auf dem gesamten Deutschen Eck und rund um das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurden Verkehrsunfälle, Brand- und Sturzverletzungen, Schnittwunden und Herz-Kreislauf-Beschwerden von Verletztendarstellern täuschend echt inszeniert. Schiedsrichter bewerteten an den verschiedenen Stationen die Leistung der Retter-Mannschaften. Die Teams mussten die jeweilige Situation richtig einschätzen und die nötigen Erste-Hilfe- oder Notfallrettungsmaßnahmen einleiten. Das heißt, Patienten stabilisieren, Blutungen stoppen, Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten oder Patienten aus einem Rettungsboot sicher an Land bringen und dem Notarzt übergeben.

Für Arnold von Rümker, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, steht fest: "Der Bundeswettkampf der Johanniter ist immer wieder eine beeindruckende Veranstaltung. So viele Johanniter aus dem gesamten Bundesgebiet sind nach Koblenz gereist, um sich in Erster Hilfe zu messen. Und dabei strahlen sie so viel Engagement und Freude aus! Das zeigt unsere Leistungsfähigkeit, aber auch das, was unsere Johanniter-Familie ausmacht: Hingabe bei der Hilfe am Nächsten, Zusammenhalt und gelebte Freundschaft untereinander."

Innenminister von Rheinland-Pfalz lobt Engagement der Teilnehmer

Der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der meist ehrenamtlichen Rettungs- und Sanitätskräfte: "Ich freue mich, hier so viele Menschen zu sehen, die sich für die Gesellschaft engagieren und die im Ernstfall aktiv helfen."Bei der Versorgung eines schweren Verkehrsunfalls, natürlich auch eine Übungsstation, fügte Lewentz hinzu: "In den Medien lesen wir viel zu oft über Menschen, die lieber mit dem Handy filmen, statt zu helfen, die Rettungskräfte sogar in ihrer Arbeit behindern. Dieses Verhalten ist nicht zu tolerieren. Umso lobenswerter ist es, diese engagierten Johanniter aller Altersklassen zu sehen, die sich in ihrer Freizeit in Erster Hilfe, im Sanitäts- oder Rettungsdienst ausbilden lassen, um Menschen in Not zu helfen. Dieses Engagement brauchen wir heute mehr denn je, darauf sind wir angewiesen."

Dank an die ehrenamtlichen Retter

Die Landes- und Bundeswettkämpfe der Johanniter-Unfall-Hilfe sind immer auch eine Dankeschön-Veranstaltung für das Ehrenamt. Sei es für ihre Bereitschaft, zu Spitzenzeiten den hauptamtlichen Rettungsdienst zu unterstützen oder bei Konzertveranstaltungen und Sport-Events für die sanitätsdienstliche Absicherung zu sorgen.

Bundeswettkampf: Treffen der Landessieger aus dem gesamten Bundesgebiet

Der Bundeswettkampf der Johanniter-Unfall-Hilfe findet alle zwei Jahre statt. Dann treffen die Siegermannschaften der Vorentscheidungswettkämpfe aus den neun Johanniter-Landesverbänden aufeinander, um im fairen Wettstreit um den Titel "Beste Retter Deutschlands" zu kämpfen.

Die Mannschaften treten in vier Kategorien an, je nach Alter und Ausbildungsstand. Sie messen sich in theoretischen und praktischen Übungen aus den Bereichen Erste Hilfe und Notfallrettung.

Die Wettkampfkategorien:

Die jüngsten Teilnehmer der Kategorie C sind gerade einmal in der Grundschule und lernen dort als Ersthelfer von morgen unter anderem Verbände anzulegen und den Notruf richtig abzusetzen. In der zweitjüngsten Kategorie starten die Jugendlichen, die im Schulsanitätsdienst aktiv sind. Sie sind zwischen zwölf und 19 Jahren alt und übernehmen an ihren Schulen schon Verantwortung. Bei kleineren Verletzungen versorgen sie die Patienten selbstständig. Bei größeren Verletzungen übernehmen die ausgebildeten Schulsanitäter die Patientenversorgung bis der Rettungsdienst eintrifft. In der Kategorie A treten Jugendliche ab 16 Jahren gegeneinander an, die ehrenamtlich im Sanitätsdienst tätig sind. Bei großen Veranstaltungen und Konzerten übernehmen sie die sanitätsdienstliche Absicherung, versorgen Verletzungen und übergeben Patienten an den Notarzt. In der höchsten Kategorie S treten aktive Helferinnen und Helfer aus dem Rettungsdienstbereich an. Sie haben in der Regel eine Ausbildung zum Rettungssanitäter, Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter und arbeiten haupt- und/oder ehrenamtlich im Rettungsdienst.

Weitere Infos zum Bundeswettkampf unter www.bundeswettkampf.de

Ein ereignisreicher Tag in Bildern

Pressestelle Malte Schierenberg

Pressesprecher und Kommunikationsreferent

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