Gefahren auf dem Eis

Bergisch-Land, 05. Februar 2012

Die frostigen Temperaturen und der Schnee haben in den letzten Tagen viele Seen und Gewässer in eine geschlossene Eisfläche verwandelt. Doch die weiße Winteridylle ist manchmal trügerisch, denn die Eisdecken sind oft nicht tragfähig. Unbedingt sollte daher die offizielle Freigabe durch die Kommunen abgewartet werden. Es wird empfohlen, Flächen erst ab einer Eisdicke von 20 Zentimetern und nie alleine zu betreten.

(C) Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Außerdem sollte beachtet werden, dass Eis am Ufer dicker sein kann als weiter draußen. Gefährlich sind Zuflüsse in Seen: Sie leiten fließendes, sehr oft wärmeres Wasser in das Gewässer und somit ist die Eisdecke meist wesentlich dünner. Bei einem Knacken oder Knirschen der Eisfläche sollte diese vorsichtshalber sofort verlassen werden.

 

Wenn es zu einem Einbrechen kommt, bleiben nur wenige Minuten, um sich aus dem kalten Wasser aufs Eis zu retten. Auch ein Erwachsener mit guter Kondition hat sonst keine Chance zu überleben. Wichtig ist es, sich auf der Eisfläche liegend und mit gespreizten Armen und Beinen ans Ufer zu bewegen.

 

Ersthelfer sollten bei einem Einbrechen ins Eis umgehend den Notruf 112 wählen. Dabei ist wichtig, dass der Anrufer die sogenannten W-Fragen beantwortet:

  • Wer meldet?

  • Wo ist es passiert?

  • Was ist geschehen?

  • Wie viele Verletzte bzw. Personen sind in Gefahr?

Danach soll der Anrufer auf Rückfragen der Rettungsleitstelle warten.

 

An der Einsatzstelle sollten, wenn möglich, die Helfer vom Ufer aus mit einem Ast oder einer Leine versuchen, die eingebrochene Person zu retten. Keinesfalls darf das Eis betreten werden. Nach der Rettung müssen die Helfer dem Betroffenen die nasse Kleidung ausziehen und ihn in trockene Decken oder Kleidung wickeln, damit er vor einer weiteren Auskühlung geschützt wird.

 

Ist der Betroffene bewusstlos und atmet er, wird er in die stabile Seitenlage gebracht. Hat der Bewusstlose keine Atmung, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen und diese bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortsetzen.

 

Informationen zu Erste-Hilfe-Kursen bei den Johannitern erhalten Sie unter der kostenfreien Servicerufnummer 0800 8811220 und auf unseren Ausbildungsseiten.