Projektwoche die Leben rettet

Münster, 11. Juli 2017

Wer den Rhythmus „staying alive“ von den Bee Gees im Ohr hat, ist genau im richtigen Tempo für eine medizinische Herz-Rhythmus Massage. Im Wechsel knien die 14 Schülerinnen und Schüler des Pascal-Gymnasiums, unter der Anleitung von Johanniter Erste-Hilfe-Ausbilderin Barbara Allamoda, heute vor den HLW (Herz-Lungen Wiederbelebung) Puppen und drücken rhythmisch auf den Brustkorb. Jedes Jahr vor den Sommerferien findet im Pascal-Gymnasium eine Projektwoche statt, in der die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Angeboten frei wählen können. Ganz oben auf der Liste steht ein Projekt, was gemeinsam mit den Johannitern durchgeführt wird: „Erste Hilfe – Der Weg zum Lebensretter“.

Nanna Bosse (17) ist eine der Teilnehmerinnen und hat bisher keine Vorerfahrungen mit dem Thema. „Viele Menschen haben Angst etwas falsch zu machen, wenn sie an eine Unfallstelle kommen. Deshalb will ich hier die ersten Handgriffe lernen, um helfen zu können“, erklärt die Schülerin. Durch Freunde, die am Pascal-Gymnasium im Schulsanitätsdienst (SSD) aktiv sind, wurde sie auf das Thema aufmerksam. Im SSD helfen ausgebildete Schüler anderen Schülern bei Unfällen oder Verletzungen, ein Konzept was an der Schule schon lange besteht und mittlerweile 18 Schulsanitätsdienstler zählt.

Kiana Tellen (16) ist bereits aktive Schulsanitäterin und kann Nannas Wunsch nur unterstützen. „Es ist einfach ein gutes Gefühl, anderen in der Not helfen zu können. Sie selber ist über den Schulsanitätsdienst auch in die Johanniter-Jugend eingestiegen. Zum einen, weil es Spaß macht und sie hier ihre Freunde trifft und zum anderen, um die Abläufe bei der Notfallversorgung weiter zu trainieren. Übung sei das Wichtigste. Denn in einer Notsituation und unter Adrenalin, müssen alle Handgriffe sitzen. Sie und die anderen Schulsanitätsdienstler am Pascal Gymnasium sichern so die Pausen auf dem Pausenhof, Schulfeste und andere Veranstaltungen an der Schule.

Von Barbara Allamoda erhalten die Schülerinnen und Schüler hilfreiche Tipps. Viele überrascht, wie schwer es ist, den schnellen Rhythmus bei einer Wiederbelebung über drei Minuten zu halten und das ist im Ernstfall viele Minuten länger nötig ist. „Hilfe holen, andere Laien ansprechen, sich abwechseln“ ist der Tipp der Ausbilderin. Besonderen Eindruck hinterließ der  Automatisierte Externe Defibrillator (AED), der nach Einschalten klare Anweisungen zum Vorgehen gibt. „Man muss erstmal wissen, dass es sowas gibt, wofür der da ist und sich den Mut fassen, ihn zu benutzen“, sagt Nanna, die sicher ist, dass hier mehr Aufklärung nötig wäre. Eine Einschätzung die auch die Johanniter-Ausbilderin nur bestätigen kann und sich freut, dass 14 Schüler dieses Wissen bei dem Projekt mit so viel Begeisterung aufgenommen haben.