Evakuierung in Paderborn

Grotevent, Jan-Hendrik - Paderborn, 08. April 2018

Ein „historisches Ereignis“ stand Paderborn am Sonntag dem 8. April 2018 bevor: Die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sorgte für die umfangreichste Evakuierung in der Geschichte der Domstadt. 

Etwa 26.000 Paderborner mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Die Stadt hatte mehrere Sammelpunkte und Betreuungsplätze eingerichtet, an denen auch die Johanniter im Einsatz waren.

Zusammen mit den Kollegen des Malteser Hilfsdienst betreute die JUH den Standort Edith-Stein-Berufskolleg. Das Kolleg war Sammelpunkt für Pflegebedürftige aus Privatwohnungen. Auch die Bewohner einiger Seniorenheime und Patienten des Brüderkrankenhauses wurden während der Bombenentschärfung hierher verlegt.

Die Johanniter beteiligten sich am Transport der Betreuten und waren mit einem Krankentransportwagen, einem Mannschaftstransportwagen, dem Einsatzleitwagen und vielen Kollegen vor Ort. 

Der restliche Teil der Einsatzeinheit des Johanniter-Ortsverbands Paderborn stellte zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst und einer Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuz einen Betreuungsplatz in der Maspernhalle. In der Dienststelle der JUH stand außerdem eine Logistikeinheit bereit. 

Nicht nur das frühsommerliche Wetter sorgte für gute Laune. „Der Transfer war toll“, sagte eine Seniorin im Edith-Stein-Berufskolleg, „Ein Riesenlob an die Organisatoren!“. 

Insgesamt verlief der gesamte Tag sehr ruhig, auch als sich die Bombenentschärfung durch ein paar verspätete Evakuierungen verzögerte. Etwa ab 17 Uhr 30 konnte dann der Rücktransport begonnen werden. 

Er verlief ebenfalls reibungslos und konzentriert. Brandamtmann Frank Drewes, Einsatzleiter am Edith-Stein-Berufskolleg, lobte die konzentrierte Arbeit und die Kooperation aller Beteiligten. Auch Wilfried Lappe, Leiter der Lehranstalt, bedankte sich für die tolle Zusammenarbeit.

„Es war ein sehr langer und aufregender Tag.“, fasst Christina Wiegand für die Johanniter zusammen, „Ich bin froh, dass der Ablauf trotz der Verzögerung der Entschärfung so reibungslos ablief.“. Auch sie lobt die Zusammenarbeit. „Es war beeindruckend, wie die einzelnen Organisationen zusammen gearbeitet haben.“. Mit einer Grillwurst an der Dienststelle fand ein langer, aufregender und erfolgreicher Tag für die Johanniter sein verdientes Ende.