Zupacken statt zuschauen

Lindlar , 12. Oktober 2017

Neuer Schulsanitätsdienst in Lindlar

„Er atmet, jetzt bringen wir ihn in die stabile Seitenlage.“ Im Sanitätsraum der Gemeinschaftshauptschule Lindlar zeigt der 14-jährige Angelo, welche Ersthilfe er bei einem Bewusstlosen leistet: einen Arm nach oben, den anderen anwinkeln, ein Knie hoch, den Körper auf die Seite, Atemwege frei machen. Bei der Vorstellung des neuen Johanniter-Schulsanitätsdienstes an der Schule war am Mittwoch, 11. Oktober 2017, auch Lindlars Bürgermeister Dr. Georg Ludwig einer der aufmerksamen Zuschauer.

Mut haben, Wissen aneignen

„Ihr habt den Mut, zu helfen und den Ehrgeiz, euch das nötige Wissen dafür anzueignen – dafür mein Kompliment!“, lobte Bürgermeister Ludwig. Seit Beginn dieses Schuljahrs gibt es den von den Johannitern betreuten Schulsanitätsdienst (SSD). Die Teilnahme wurde auf zwölf Jugendliche begrenzt, jetzt sind sechs Achtklässler und sechs Neuntklässler dabei. Die Ausbildung und das Erste Hilfe-Training finden an der Schule bei zwei Unterrichtstunden in der Woche statt, der Schulsanitätsdienst gilt als Wahlfach im Bereich Naturwissenschaft.

Verantwortung tragen

„Ich bin stolz darauf, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler für andere einsetzen und Verantwortung übernehmen“, sagt Schulleiterin Claudia Breuer. Denn wenn die Jugendlichen in einem halben Jahr ihre Grundausbildung unter Anleitung von Lehrerin Sandra Neumann und Johanniter-Jugendkoordinator Dennis Stute abgeschlossen haben, werden sie im Schulalltag bei Notfällen und Unfällen zum Einsatz kommen. „Dann gibt es einen Dienstplan, bei dem die Sanitäter über Lautsprecher gerufen werden“, erklärt Sandra Neumann. Die Pädagogin erzählt, dass die Jugendlichen bereits jetzt ein Auge auf ihre Mitschüler hätten und zur Stelle seien, wenn beispielsweise jemand zu stolpern drohe.

Die Schulsanitäter mit Bürgermeister Dr. Georg Ludwig

„Es ist einfach sinnvoll, die Erste Hilfe zu lernen“, sagt der 14-jährige Nick. Der Schüler arbeitet ehrenamtlich in einem Seniorenheim mit: „Ob dort, in der Schule oder auf der Straße: Ich will einfach nicht untätig sein, wenn mal was passiert“, erklärt er.

Und nachdem sie ihren neuen Schulsanitätsdienst vorgestellt hatten, ging es für die Jugendlichen samt Stethoskop und aufblasbarer Manschette in den Unterricht: Auf dem Lehrplan stand nämlich an diesem Tag das Blutdruck messen.

Hintergrund:Seit dem Dienstantritt von Jugendkoordinator Dennis Stute im vergangenen Juni bauen die Johanniter ihren mit Spenden und durch Beiträge ihrer Fördermitglieder finanzierten Schulsanitätsdienst aus. Die Schülerinnen und Schüler haben darüber hinaus das Angebot, einer Gruppe der Johanniter-Jugend beizutreten. Derzeit gibt es den SSD der Johanniter in Bergisch Gladbach-Bensberg und Gummersbach. „Gerne können sich Schulen für den Aufbau eines Sanitätsdienstes mit Jugendlichen bei mir melden“, sagt Pädagoge Dennis Stute. Infos unter dennis.stute@johanniter.de