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Begründung

Warum Krisenintervention?

"Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheiten oder Gebrechen."

Definition Gesundheit der WHO

 

 

Unglücksfälle und überraschend eintretende Ereignisse verändern das Leben von Menschen. Lebensplanungen und -ziele werden plötzlich in Frage gestellt. Die Zukunft ist danach nicht selten ungewiss.

 

Der dramatische Tod eines nahen Angehörigen oder guten Freundes, die erlebte Hilflosigkeit, das Ausgeliefertsein als Opfer eines Unfalls oder eines Verbrechens, das Zuschauenmüssen, während andere Menschen zu Schaden kommen, ohne helfen zu können - all dies prägt Menschen und beeinträchtigt ihr Leben, ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit.

 

In der modernen Medizin, Gesundheitsfürsorge und im Rettungsdienst sorgt man sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr nur aussschließlich um das körperliche Befinden der Patienten. Auch die "Seelische Gesundheit" ist in den Focus gerückt.

 

Die Annäherung an und die Auseinandersetzung mit diesem Thema erfolgte aus verschiedenen Disziplinen: Rettungsdienst, Medizin, Psychologie und Seelsorge. Verschiedene Angebote wie z.B. Kriseninterventionsteams, Notfallnachsorge- oder Notfallseelsorgedienste wurden von Hilfsorganisationen, Kirchen und Kommunen - teilweise in Kooperation - aufgebaut.

 

Aus wissenschaftlicher Sicht beschäftigt sich die Psychotraumatologie als junges Gebiet der Psychologie mit solchen psychischen Belastungen und ihren Folgen.

 

 

Die Johanniter-Unfall-Hilfe als evangelische Hilfsorganisation, die u.a. in den Bereichen Rettungsdienst und Katastrophenschutz tätig ist, sieht in der Betreuung der von Unglücksfällen betroffenen Menschen eine wesentliche Aufgabe. Um sowohl ihr Selbstverständnis als in der Notfallrettung und im Katastrophenschutz tätige Hilfsorganisation als auch ihre Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche zu dokumentieren, verwendet die Johanniter-Unfall-Hilfe den Doppelbegriff "Krisenintervention und Notfallseelsorge" als Oberbegriff. Die Verwendung des Wortes Notfallseelsorge soll dabei auch auf das allgemeine Priestertum, sprich die Einbeziehung von Laien in die Seelsorge am Notfallort, hinweisen.

 

Im folgenden wird der Begriff der Krisenintervention auch als methodischer Begriff für die Akutintervention nah am belastenden Ereignis verwendet.

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