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Wolfgang Herrmann, „Wurzel“, wie wir ihn alle liebevoll nannten, war ein Johanniter.
Seit 1980 war er bei uns in unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich aktiv. Ob auf dem Rettungswagen, im Krankentransport, als Ausbilder der Ersten Hilfe, im Sanitätsdienst und Kriseninterventionsteam – Wurzel war überall stets engagiert und präsent.
Hierfür hat er uns das wertvollste geschenkt, was er besaß – seine Zeit. Mit Herzblut und mit Leidenschaft war für ihn der Dienst am Nächsten eine Selbstverständlichkeit, eine Berufung und ein persönlicher Auftrag. Dabei sah er nicht nur das Naheliegende und Notwendige, um Menschen helfen zu können. Wurzel sah seine Mitmenschen auch immer von ihrer menschlichsten Seite und war zugleich Stütze für Psyche und Seele.
Aus diesem Grund war es für ihn schon eine Pflicht, dass er 1996 zu einem Gründungsmitglied des Kriseninterventionsteams, des KIT Stuttgart, wurde.
Mit seiner besonderen Gabe, geduldig zuzuhören und die richtigen Worte zu finden, um Mitmenschen einer Notlage eine Hilfe sein zu können und Trost zu spenden, war Wurzel wie geschaffen für diesen Dienst.
Noch lange wird man Team des KIT von der „Wurzel-Schicht“ sprechen, von Freitagabend bis Samstagabend, die er seit Gründung besetzte.
Nur wenige Treffen im Ortsverband Stuttgart, bei den Ausbildern oder im KIT, die ohne ihn stattfanden. Seine Verlässlichkeit war einzigartig und wird Herausforderung für uns alle bleiben.
Für seinen unermüdlichen Einsatz verlieh ihm 2009 der Herrenmeister des Johanniterordens das Ehrenzeichen der Johanniter.
Erst an Weihnachten hat er uns fest versprochen, sich künftig vor allem um seine Familie zu kümmern, seine noch großen Pläne zu verwirklichen. Schon damals war es für uns schwer vorstellbar auf ihn ab sofort in den Diensten zu verzichten.
Was haben wir es uns gewünscht, und vor allem ihm gewünscht, dass er sich jetzt endlich einmal um sich kümmern kann, seine Ziele und Wünsche verwirklichen kann
Um so mehr ist der Verband, und alle seine Mitarbeitende, hauptamtlich wie nebenamtlich seit Tagen geschockt und tief betroffen von Wurzels frühem Tod.
Wie formulierte es vor Tagen eine Kollegin? Wurzel war ein „einzigartiger geduldiger und so liebenswerter Lehrmeister“. Damit spricht sie uns allen aus dem Herzen.
Für unglaublich viele Rettungsdienstler, Katastrophenschützer und Ärzte hat er den ersten prägenden Grundstein mit seinen Sanitätshelferkursen gelegt.
Mit Witz und Sachverstand, mit einem unglaublich feinen Gespür für Menschen und seinem großen Herz war er für viele von uns nicht nur Anleiter und Ausbilder, sondern vor allem ein Vorbild.
Eine Type, ein Urgestein, ein Unikum.
Wurzel war jemand, der durchaus polarisieren konnte, weil er einen Standpunkt hatte.
Dies konnte auch hin und wieder anstrengend sein, weil er immer versuchte den Dingen auf den Grund zu gehen und so lange nicht locker ließ, bis sein Wissensdurst gestillt war.
Mit wachem Blick, einem großen Herz und gewissenhafter Zuverlässigkeit hat er jedoch stets die Unterstützung anderer in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt. Dabei hat er nicht immer Rücksicht auf seine eigenen Bedürfnisse genommen.
Wir haben viel mit ihm erlebt, viel mit ihm diskutiert, viel mit ihm gelacht und manchmal schmunzelnd den Kopf geschüttelt.
Dies werden wir vermissen, Wurzel!
Du hast schon lange einen Platz in unseren Herzen gefunden. Unsere gemeinsamen Erlebnisse, die vielen Anekdoten, Deine unverwechselbare Art - all dies bleibt uns unvergesslich und wird uns noch oft auf die gewohnte Art zum Schmunzeln bringen.
Du hinterlässt eine große Lücke, Wurzel. Nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Freunden und Partnern.
Wir sagen Danke für die geschenkte Zeit mit Dir und wir sagen Danke für die geschenkte Zeit von Dir!
Wir sind in Gedanken bei Dir und Deiner Familie!
Wir wissen, dass Du nun in Gottes Händen sicher geborgen bist.
D A N K E

Wolfgang "Wurzel" Herrmann
24.01.1951 - 26.06.2010
Wolfgang gehörte unserem Team seit seiner Gründung 1996 an und war nicht nur in dieser Gruppe ein treuer, herzlicher und stets engagierter Wegbegleiter der Stuttgarter Johanniter.
Er war ein Urgestein mit einem großen, warmen Herz am rechten Fleck.
Wir werden ihn sehr vermissen und sind in tiefer Trauer mit unseren Gedanken bei seiner Familie.
Keiner wird gefragt, wann es ihm recht ist
Abschied zu nehmen
von Menschen, Gewohnheiten, sich selbst.
Irgendwann plötzlich heißt es damit umzugehen,
ihn aushalten, anzunehmen diesen Abschied,
diesen Schmerz des Sterbens, dieses Zusammenbrechen,
um neu aufzubrechen.
Jes. 61,1