2,5 Millionen Schulessen

Stuttgart, 25. Juli 2017

In der Hanfbachschule in Möglingen bei Stuttgart ist es soweit: das 2,5-millionste Schulessen wurde in der eigenen Mensa über den Tresen gereicht. Betreut wird die Schulmensa von den Stuttgarter Johannitern. „Es ist amüsiert mich, dass gerade hier das 2,5-millionste Schulessen übergeben wird. Diese Schulmensa war unsere allererste in Stuttgart. Hier hat alles angefangen,“ berichtet Florian Watzlawek, verantwortlich für die Johanniter-Schulmensen in Stuttgart.

Alles begann vor neun Jahren. Die ersten Schulen in der Region starteten den Versuch eine Schulmensa zu eröffnen. Die meisten hatten vor Ort nicht die notwendigen Gegebenheiten, um zu kochen oder zu erwärmen. Da hieß es damals: Heiß anliefern. „So kamen wir Johanniter ins Spiel. Wir hatten durch unseren Menüservice (Essen auf Rädern) bereits Erfahrung mit Heißanlieferung. Heute ist das anders. Die meisten Schulen wollen das „Cook & Chill“-Verfahren,“ schildert Watzlawek. Ein Verfahren, dass bei den Johannitern ebenfalls durch den Menüservice bekannt ist. Die Speisen werden aus frischen Zutaten bis zu 90 % vorgekocht. Danach auf < 3 Grad heruntergekühlt. Das Essen behält dadurch alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine. In der Schulmensa werden die Gerichte regeneriert. Da die Speisen nur zu 90 % vorgegart sind, bleibt das Gemüse knackig und Nudeln bissfest.

Der wöchentliche Speiseplan wird in Absprache mit den Schulen erstellt. Die Schüler äußern Wünsche. Der häufigste: Döner. „Wir arbeiten mit verschiedenen Lieferanten zusammen und sind sehr flexibel. Einen Döner bekommen wir aber trotzdem nicht hin. Wenn die Schüler Pause haben, wird das Essen meist in ein bis zwei Stunden ausgegeben. Bei 500 Schülern ist da ein Döner undenkbar,“ lacht Florian Watzlawek.

Heutzutage sind die Schulmensen auf einem deutlich moderneren Stand der Technik: Kombidämpfer gehören dazu, genauso wie Speise- oder Tellerwärmer. Je nach Einrichtung gibt es dennoch unterschiedliche Anforderungen, berichtet der Experte: Eine Grundschule hat andere Bedürfnisse als eine Gemeinschaftsschule, eine Kita andere als eine Sonderpädagogische Schule. Bei letzterer geht es über ausgewogene Ernährung hinaus. Aufklärung spielt hier ebenfalls eine zentrale Rolle. Dafür werden die einzelnen Komponenten der Speise getrennt angerichtet. Je Komponente, eine Schüssel. Am Tisch wird gemeinsam mit den Betreuern das Essen ausgegeben und dabei erklärt, was für ein Gemüse das ist, wo es her kommt, usw. „Die Schüler sollen so mehr in das Thema Ernährung und Essen eingebunden und ihren Bedürfnissen entsprechend an das Essen herangeführt werden,“ beschreibt Watzlawek.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist oberste Priorität in allen Schulmensen und das gilt auch noch nach 2,5 Millionen. Dennoch gibt es für die Schüler auch mal Fast Food. „Wir haben uns mit den Schulen z.B. auf einen Pizza-Tag im Monat geeinigt. Wir versuchen dann eine Art „gesundes Fast Food“ anzubieten: Der Teig oder der Belag ist dann aus gesünderen Komponenten,“ schließt Florian Watzlawek ab.

Und an Tagen wie heute, gibt es als Überraschung zum 2,5-millionsten Schulessen, ganz außer der Reihe, und noch vor dem eigentlichen Mittagessen, für alle ein Eis. So schön kann Schulessen sein.

Die Johanniter betreiben in den Regionen Stuttgart, Tübingen und Esslingen 48 Schulmensen und beliefern 14 Kindertageseinrichtungen mit Speisen. Rund 3.500 Kinder und Jugendliche werden von 75 Fachkräften in den Schulmensen betreut. 2009 begann alles mit der allerersten Schulmensa in Reutlingen. Das Johanniter-Konzept besteht aus dem „Cook & Chill“-Verfahren und ist darauf bedacht, eine ausgewogene und kindgerechte Ernährung anzubieten. Im Sonderpädagogischen Bereich wird ebenfalls auf die Aufklärung beim Essen geachtet.

Ihr Ansprechpartner Beatrice Weingart

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.
Regionalverband Stuttgart
Eschbacher Weg 5
73734 Esslingen