Johanniter sind weltweit erstes klassifiziertes Nothilfeteam

Frankfurt am Main, 13. Juni 2017

Foto: Johanniter / Stefan Grazioli
EMTeam der Johanniter im RV Rhein-Main

Johanniter Auslandshilfe besteht Prüfung der Weltgesundheitsorganisation zum EMT 1 mobil

Die Johanniter-Auslandshilfe hat ihre internationale Soforthilfe durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifizieren lassen und hat als erstes Team weltweit in der Kategorie "Emergency Medical Team 1 mobile" (EMT 1 mobil) die Prüfung bestanden.

Ein EMT 1 mobil ist ein medizinisches Nothilfeteam, bestehend aus 21 Einsatzkräften, darunter mindestens drei Ärzte, neun Rettungsassistenten und einer Hebamme, welches nach Naturkatastrophen in abgelegenen Regionen medizinische Soforthilfe leistet.

"Gratulation zu der harten Arbeit und danke, dass die Johanniter an dem Klassifizierungsprozess teilgenommen haben. Die WHO ist sehr glücklich mit den Johannitern zusammenzuarbeiten. Wir hoffen, dass die Johanniter uns weiter dabei unterstützen vor allem Teams in Entwicklungsländern in die Lage zu versetzen, dass sie zukünftig ihre Katastrophen und Epidemien selber bewältigen können", sagte Dr. Ian Norton, Leiter des EMT-Klassifizierungsprozesses bei der WHO. Gemeinsam mit sechs weiteren Experten prüften sie die Prozesse und Standards der Johanniter-Soforthilfe am 12. und 13. Juni in Frankfurt/Main. 

"Ich bin stolz, dass wir mit unserem Logistik und Trainingszentrum im Regionalverband Rhein-Main einen bedeutenden Beitrag zur Zertifizierung leisten konnten. Weltweit als erste Nichtregierungsorganisation überhaupt, von der WHO zertifiziert worden zu sein, erfüllt mich mit großer Freude und Zuversicht", sagte Oliver Pitsch, Regionalvorstand der Johanniter im Regionalverband Rhein-Main.  

Die EMT-Klassifizierung reguliert künftig den Zugang zu Katastrophengebieten, um schnell und koordiniert Menschenleben retten zu können. Nicht-klassifizierte Organisationen werden wesentlich schlechtere Chancen haben, eine Einreiseerlaubnis für betroffene Länder zu erhalten.

Um die Klassifizierung zu erhalten, hat sich die Johanniter-Auslandshilfe eineinhalb Jahre auf die Prüfung durch die WHO vorbereitet. Die Johanniter haben unter anderem ihr Lager im "Sammlungsraum Logistik und Training" in Frankfurt am Main auf bis zu zehn Tonnen Material vergrößert, Trinkwasseraufbereitungsanlagen angeschafft und umfassende Handlungsrichtlinien für ihre rund 100 ehrenamtlichen Soforthelfer festgeschrieben.