Fit durch die Faschingszeit

Kassel, 31. Januar 2018

Johanniter geben Tipps für die tollen Tage

Foto: JUH/Niederweisel

Die Karnevalssitzungen sind in vollem Gange, die Jecken stehen in den Startlöchern und wollen ausgelassen feiern. Damit am Aschermittwoch kein böses Erwachen folgt, hat Prof. Dr. Simon Little, Landesarzt der Johanniter, ein paar Tipps.

Krank werden, nein danke – Tipps gegen Erkältung

Wer an Aschermittwoch nicht mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen aufwachen möchte, sollte bei Faschingsumzug und Kneipenkarneval ein paar Regeln beachten. In schlecht gelüfteten Räumen voller Menschen breiten sich Viren und Bakterien besonders schnell aus. Wer sich schützen möchte, sollte nicht aus fremden Flaschen oder Gläsern trinken und vor allem, häufiger als sonst die Hände mit Seife waschen, mindestens 30 Sekunden lang. Denn neben der klassischen Tröpfcheninfektion besteht Ansteckungsgefahr auch besonders über eine Schmierinfektion, zum Beispiel an Türgriffen.

„Man sollte dem Körper zwischendurch auch etwas Ruhe gönnen. Kälte, wenig Schlaf, Alkohol- und Zigarettenkonsum, das alles schwächt das Immunsystem und macht anfällig für Ansteckungen“, betont Little. Der Arzt rät, zwischen Altweiberfastnacht und Faschingsdienstag Feierpausen einzulegen. Schlaf, Ruhe, gesundes Essen, viel trinken, aber keinen Alkohol, das tut dem Körper gut.

Scheinaufwärmung – Alkohol hilft nicht gegen Kälte

Dieser Irrglauben ist besonders in der kalten fünften Jahreszeit ein großes Problem. „Wer bei niedrigen bis frostigen Temperaturen zu Schnaps oder heißen alkoholhaltigen Getränken greift, spürt für kurze Zeit ein Wärmegefühl“, erklärt Little. „Genau das ist das Trügerische. Durch den Alkoholgenuss sinkt die Körpertemperatur und es wird Wärme abgegeben. Das wissen leider nur die wenigsten.“ Dieses Phänomen nennt man Scheinaufwärmung. Durch den Alkohol weiten sich die Blutgefäße in der Haut. Dadurch wird die Haut stärker durchblutet und es entsteht Wärme. Eigentlich gut, oder nicht? Nein, weil die Haut die Wärme nicht speichert, sie gibt sie an die Luft ab. Und auch der Körper entzieht den inneren Organen Wärme. „Wer sich lange draußen aufhält, sollte lieber zu warmer Kleidung und Funktionsunterwäsche greifen und zwischendurch immer wieder beheizte Räume aufsuchen“, rät Little. „Der Körper kühlt sonst zu stark aus. Die Folgen können Kreislaufkollaps und Unterkühlung sein.“

Bei Kälte droht Lebensgefahr

Wer bei Kälte nach einem Sturz oder aufgrund zu hohen Alkoholkonsums bewegungsunfähig ist, gerät schnell in Lebensgefahr. „Liegt die Außentemperatur unter 15 Grad Celsius, kühlt der Körper besonders schnell aus“, erklärt Little. Daher bittet der Arzt um erhöhte Aufmerksamkeit, gerade bei Karnevalsumzügen oder auf dem Weg nach Hause: „Wenn Sie eine Person in der Kälte liegen sehen, sprechen Sie sie an. Erscheint sie hilflos oder stark alkoholisiert, wählen Sie den Notruf mit der 112. Falls die Person bewusstlos ist, wählen Sie sofort den Notruf. Atmet der Bewusstlose normal, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und bleiben Sie bis zum Eintreffen der Sanitäter vor Ort.

Herzdruckmassage: Stayin‘ Alive der Bee Gees für den richtigen Rhythmus

Bei einer nicht normalen Atmung (oft langsam und schnappend) muss ein bewusstloser Mensch sofort wiederbelebt werden.

„Drehen Sie die Person auf den Rücken und führen Sie eine Herzdruckmassage durch: Knien Sie sich neben die Person und platzieren Sie eine Hand mit dem Ballen in der Mitte des Brustkorbes. Die zweite Hand wird auf die erste gelegt. Drücken Sie nun senkrecht von oben und mit durchgestreckten Armen fünf bis sechs Zentimeter tief. Wenn Sie ca. zweimal pro Sekunde drücken, erreichen Sie die erforderliche Frequenz von 100 bis 120 pro Minute. Mein Tipp: Für den richtigen Rhythmus denken Sie an das Lied „Stayin‘ alive“ der Bee Gees. Beatmen Sie die Person zusätzlich, wenn Sie diese Maßnahme beherrschen. Beenden Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung erst dann, wenn der Betroffene wieder selber normal atmet oder Sie ihn an das Rettungsdienstpersonal übergeben können. Sind weitere Helfer da, wechseln Sie sich mit diesen ab.

Ganz wichtig ist, nicht wegzuschauen und anderen zu helfen. Achtsam sein, Hilfe leisten, das kann Leben retten. Wegschauen gefährdet Leben“, so der Arzt.

 

 

 

Ihr Ansprechpartner Regionalverband Kurhessen

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