Terminankündigung: Validation - Ein Abend zum Umgang mit dementen Menschen

Mittelhessen, 25. Oktober 2017

Demenzerkrankungen, Verlust von Realitätsbezug mit all seinen dramatischen Folgen für Erkrankte, Freunde, Verwandte und Betreuer, treten immer stärker in die öffentliche Wahrnehmung. Schon durch die sich ändernde Altersstruktur der Bevölkerung, steigt für jeden von uns die Aussicht irgendwann selbst betroffen zu sein. Mit den eigenen Eltern, Großeltern, der Nachbarin oder anvertrauten Patienten angemessen zu kommunizieren, überfordert Laien regelmäßig und bringt auch professionelle Pflegekräfte an, und über ihre Grenzen.

Den oft irrational erscheinenden Ängsten oder Wünschen dementer Menschen begegnen wir gerne mit korrigierenden Aussagen („Ihr Mann ist doch schon lange tot“), lenken ab („Nun gehen wir erstmal einen Tee trinken“) oder spielen sie herunter („Wer wird denn bei dem schönen Wetter traurig sein“). Die Folgen für demente Patienten sind steigende Verunsicherung (…) mit all ihren seelischen und körperlichen Folgen.

Einen Ausweg aus dieser Misskommunikation bietet die Validation (to validate = für gültig erklären). Validation ist sowohl eine Methode, als auch eine Haltung im Umgang mit Menschen mit Demenz, die vor allem in der Altenpflege, aber auch in der sozialen Arbeit anzutreffen ist. Diese besondere Art der Kommunikation, fußt auf dem Grundgedanken, dass alle Menschen wertvoll sind und als Individuen behandelt werden müssen. Es ist dabei vollkommen gleichgültig, wie weit der Abbau der geistigen Fähigkeiten bereits fortgeschritten ist. Durch Validation fällt es leichter, das oft seltsame oder verwirrende Verhalten besser einzuordnen und mit Einfühlungsvermögen und Respekt belastende Situationen und Gefühle abfangen zu können.  

Konkret spiegelt der Pflegende oder Betreuende, oder der nette Besuch aus der Nachbarschaft, die Gefühle des dementen, verwirrten alten Menschen zurück und zeigt so Akzeptanz. Es wird nicht ständig korrigiert, wodurch eine sofortige deutliche, für beide sofort spürbare Erleichterung in der Situation stattfindet. Es ist wie es ist und darf auch so sein. Solch eine Lebenshaltung ist für Betroffene und Angehörige sehr wohltuend und entspannend.  

Heidrun Tegeler gestaltet einen Abend aus theoretischen und praktischen Anteilen, der allen Teilnehmern sowohl das Konzept, als auch konkrete Techniken an die Hand geben kann, im privaten aber auch fachlich/ beruflichen Umfeld angespannte Situationen in der Pflege und Betreuung zu bewältigen. Unser Angebot richtet sich an Profis und Laien, Pflegekräfte, Bankangestellte, Sozialarbeiter, Töchter, Söhne und Geschwister –kurz: An alle Menschen, die Menschen begegnen. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter:

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Mittelhessen
Dienststelle Marburg
Afföllerstraße 75
35039 Marburg
Tel. 06421- 965611

info.marburg@johanniter.de