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Ein Hilfskonvoi bestehend aus 15 LKW hat Anfang der Woche den Distrikt Jaffarabad erreicht. Beladen mit Zelten, Decken und Wasserbehältern musste der Konvoi von Peshawar im Norden, über kleine Umgehungsstraßen nach Belutschistan fahren, denn der National Highway musste wegen Überflutung gesperrt werden.
In Jaffarabad konnten die Güter dann an 500 obdachlos gewordene Familien verteilt werden. „Ich habe bei meinen Fahrten so viele Menschen gesehen, die am Straßenrand und auf den Trümmern ihrer Häuser sitzen und um Essen und Wasser bitten“, berichtet Programmkoordinator Naseer Kakar aus den Flutgebieten. „Das Wasser hat ihr gesamtes Hab und Gut zerstört, weshalb sie jetzt dringend Zelte, Decken, Nahrungsmittel und sauberes Trinkwasser benötigen.“
Landesweit sind fast 18 Millionen Pakistaner von den schweren Überflutungen betroffen. Dörfer, Brücken, Straßen und Felder wurden zerstört. Neben der Hilfsgüterverteilung behandeln die Johanniter in fünf betroffenen Regionen täglich tausende Menschen, die unter Hautinfektionen, Durchfall- und Atemwegserkrankungen leiden. „In den vergangenen 16 Tagen haben wir bereits 10.000 Menschen medizinisch versorgt“, so Kakar.
In fünf schwer betroffenen Regionen behandeln die Johanniter derzeit täglich tausende Menschen mit Hautinfektionen, Durchfall- und Atemwegserkrankungen. Ein besonderes Augenmerk legen sie dabei auf die Versorgung von Schwangeren, Müttern und deren Kindern.
Hilfe ist weiterhin dringend nötig.
Die Johanniter, die bereits seit dem schweren Erdbeben im Oktober 2005 im Land sind, konnten sofort auf die Katastrophe reagieren. Lokale Teams waren schon in der Vergangenheit in der Region um Peshawar und Charsadda im Nordwesten des Landes tätig, um unterernährte Mütter und deren Kinder zu versorgen. „Dank der bereits etablierten Strukturen konnten wir innerhalb kürzester Zeit tausende Menschen medizinisch versorgen“, berichtet Jens Schwalb, der den Einsatz von Deutschland aus koordiniert. Allein in zwei eigens eingerichteten Behandlungsräumen werden nun täglich 700 bis 1000 Menschen behandelt.
„Mit unseren Projekten können wir die nächsten Wochen und Monate Nothilfe für die Betroffenen leisten, denn eine Ende der Fluten ist nicht absehbar“, berichtet Jens Schwalb. Denn während im Norden langsam das Wasser abfließt, steigen die Flußpegel in der Mitte und im Süden des Landes unaufhörlich. Und die Meteorologen warnen vor neuen heftigen Regenfällen, wodurch eine neue Flut im Norden entstehen kann.
Für ihre Hilfe in Pakistan sind die Johanniter auch auf Spenden angewiesen:
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Konto Nr. 88 88
Stichwort "Flut Pakistan"
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Wer helfen möchte, kann den Einsatz der Johanniter in Pakistan unter www.johanniter-helfen.de unterstützen.