Das Projekt "Christoph Life"

 

Vibrationen, Turbinen- und Rotorengeräusche, mehrere parallel laufende Funkkanäle, enormer Zeitdruck und der Flugbetrieb mit großen Beschleunigungen und erheblichen Geschwindigkeiten schaffen ein sehr spezielles Arbeitsumfeld für die Crew eines „Christoph"-Rettungshubschraubers. Selbst die Kommunikation innerhalb der Crew eines Rettungshubschraubers ist nur über das interne Funkgerät möglich und muss den ständig mitgehörten Funkverkehr der Rettungsdienste und des Flugverkehrs immer berücksichtigen.

Zeitgleich sorgt die Crew mit modernster Medizintechnik für optimale medizinische Betreuung des schwer erkrankten oder komplex verletzten Patienten auf höchstem Stand der Wissenschaft. In diesen Notfallsituationen ändern sich Körperfunktionen oft im Sekundentakt und erfordern höchste Konzentration in der Überwachung, schnellste Analysen auftretender Probleme und zuverlässige Entscheidungen für lebensrettende Eingriffe.

Für beide parallel laufenden Aufgabenkomplexe ist das kontinuierliche, perfekte Zusammenspiel der drei Crewmitglieder Pilot, Rettungsassistent und Notarzt an Bord der „Christoph" Rettungshubschrauber unerlässliche Voraussetzung.

Die konventionelle rettungsdienstliche, medizinische Ausbildung kann auf diese extreme Belastung, unter der Rettungsassistent, Notarzt und Pilot im Hubschrauber arbeiten, nur bedingt vorbereiten. Eine realitätsnahe Ausbildung, die diese Erschwernisse berücksichtigt, muss alltägliche Einsatzsituationen praxisnah und realistisch nach gestalten.

Inzwischen können mit modernen Mitteln der medizinischen Simulation typische Rettungshubschrauber-Einsätze einschließlich schwieriger oder seltener, besonderer Situationen, die immer wieder in der Realität von der Crew bewältigt werden müssen äußerst wirklichkeitsnah abgebildet werden. Das Instrument der realistischen, medizinischen Simulation wird hierfür jedoch bisher nur unzureichend genutzt.

In vielen Gesprächen mit Kollegen unterschiedlicher Hubschrauber-Stationen und dem bodengebundenen Rettungsdienst ist die Notwendigkeit zur Etablierung dieses neuen, progressiven Schulungskonzeptes überdeutlich geworden. Darüber hinaus fordern Fachleute aus Medizin und Pädagogik seit einiger Zeit die realitätsnahe Übersetzung des Simulatorkonzeptes in die Medizin.

Die Umsetzung dieses visionären, modernen und sehr dynamischen Ausbildungskonzeptes für Rettungshubschrauber-Besatzungen ist das Ziel von Christoph Life. Die Patientenversorgung in der Luftrettung wird durch das intensive, realistische Training der verantwortlichen Menschen weiter verbessert werden können. Das Simulatortraining wird für Hubschrauber-Crews aus ganz Deutschland zugänglich sein.