FAQ

Wissenswertes zum Ehrenamt

Versicherungsschutz, Aufwandsentschädigung, steuerliche Rahmenbedingungen: Helfer bei den Johannitern haben viele Vergünstigungen. Wissenswerte Informationen rund um das Ehrenamt und Antworten auf häufig gestellte Fragen haben wir hier für dich zusammengestellt.

Arbeit

Habe ich ein Recht auf Sonderurlaub, um ein Ehrenamt auszuüben?

Als normaler Angestellter hast du leider keinen gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub, um dein Ehrenamt ausüben zu können. Dafür bleiben dir nur deine Freizeit und dein normaler Urlaub.

In Niedersachsen haben Arbeitnehmer allerdings einen Anspruch auf Bildungsurlaub – fünf Tage im Jahr ohne Minderung des Arbeitsentgelts. Der Bildungsurlaub muss nicht unbedingt für eine berufliche Fortbildung genutzt werden. Auch ausgewählte Schulungen für eine ehrenamtliche Tätigkeit gehören dazu.

Darf ich während der Arbeitszeit meinem Ehrenamt nachgehen?

Während der Arbeitszeit darfst du dein Ehrenamt nicht ausüben. Dafür bleibt dir nur deine Freizeit – abgesehen von einem Akuteinsatz, wenn der Arbeitgeber zustimmt und dich hierfür freistellt. Zwar gibt es Ausnahmen für bestimmte öffentliche Ehrenämter wie die Freiwillige Feuerwehr. Die Ehrenämter der Johanniter im Bevölkerungsschutz gehören aber leider noch nicht dazu.

Der Johanniter-Unfall-Hilfe ist es jedoch sehr wichtig, dass ihre ehrenamtlichen Helfer keine beruflichen Nachteile haben. Wer im Einsatzfall schnell von der Arbeit weg muss, bekommt von den Johannitern nicht nur Merkblätter und Vordrucke für den Arbeitgeber, sondern auch eine Lohnfortzahlung. Dein Arbeitgeber hat also keinen finanziellen Nachteil, wenn du dein Ehrenamt ausübst.

Muss ich die Firma, in der ich hauptberuflich angestellt bin, von meinem Ehrenamt in Kenntnis setzen?

Gib deinem Arbeitgeber auf jeden Fall Bescheid, wenn du dich nebenbei ehrenamtlich engagierst. Denn auch ein Ehrenamt gilt als Nebentätigkeit und muss beim Arbeitgeber angemeldet werden. Der kann das in der Regel nicht verbieten. Ausnahme: wenn berechtigte betriebliche Interessen dagegen sprechen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn mögliche nächtliche Einsätze die Arbeitsleistung am Tag beeinträchtigen.

Bringt mich ein Ehrenamt beruflich weiter?

Egal in welchem Bereich: Als ehrenamtlicher Helfer bei den Johannitern bekommst du Schulungen und Fortbildungen, in denen du dir viele Fähigkeiten und Kenntnisse aneignest, die dir auch beruflich nützen können. Außerdem ist ehrenamtliches Engagement ein guter Beleg für hohe Einsatzbereitschaft und soziale Kompetenz – Eigenschaften, mit denen man bei Personalern punkten kann.

Rechtliches

Bin ich für eventuelle Fehler rechtlich belangbar?

Wenn du bei deiner ehrenamtlichen Tätigkeit einen Fehler machst und dabei jemand zu Schaden kommt, stehst du nicht gleich mit einem Bein im Gefängnis. Der Staatsanwalt beschäftigt sich nur dann damit, wenn du absichtlich jemanden verletzt. Und Schadenersatz kann ein Geschädigter nur dann von dir verlangen, wenn du mindestens fahrlässig gehandelt hast. Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat aber eine Haftpflichtversicherung, die dich im Schadensfall von solchen Ansprüchen freistellt.

Wird die Aufwandsentschädigung auf das Arbeitslosengeld angerechnet?

Der Staat will soziales Engagement und das Ehrenamt fördern. Deshalb dürfen Arbeitslose Aufwandsentschädigungen zumindest teilweise behalten. Bis zu 200 Euro Aufwandsentschädigung je Monat für eine ehrenamtliche Tätigkeit werden nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Hartz-IV-Empfänger dürfen Aufwandsentschädigungen bis zu 100 Euro pro Monat behalten, ohne dass sie auf ihre Leistungen angerechnet werden.

Vergünstigungen

Muss ich das Ehrenamt bei der Steuererklärung angeben?

Wir Johanniter zahlen je nach Einsatzbereich und Standort sowie bei besonderen Einsätzen in Ausnahmefällen eine Aufwandsentschädigung, deren Höhe sich nach den gesetzlichen Vorgaben richtet. Erzielst du Einkünfte aus deinem Ehrenamt, musst du sie in deiner Steuererklärung angeben. Jedem Ehrenamtlichen stehen im Jahr 720 Euro zu, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Für Übungsleiter beträgt der Freibetrag sogar 2.400 Euro.

Eine Ausnahme bilden das Fahrt- und das Verpflegungsgeld: Sie sollen lediglich deine Kosten decken und unterliegen daher nicht der Einkommenssteuerpflicht.

Kann ich Steuern sparen durch das Ehrenamt?

Der Staat unterstützt ehrenamtliches Engagement mit günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen. Fahrkosten und andere Aufwendungen, die du für dein Ehrenamt hast, kannst du als Werbungskosten geltend machen und so die Steuerlast auf dein Gehalt reduzieren.

Muss ich auf die Aufwandsentschädigung Steuern zahlen?

Erhältst du für deinen Einsatz eine Aufwandsentschädigung, musst du Einkommenssteuer zahlen. Denn auch Aufwandsentschädigungen gelten als Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Allerdings greifen, wie weiter oben aufgeführt, die Freibeträge. Grundsätzlich steuerfrei sind indes Entschädigungen, die tatsächliche Kosten ausgleichen, die dir entstanden sind, wie etwa das Fahrt- oder Verpflegungsgeld.

Versicherung

Bin ich versichert, wenn ich mich bei den Johannitern engagiere?

Als ehrenamtlicher Helfer der Johanniter-Unfall-Hilfe bist du durch eine Kombination von Haftpflicht, Rechtschutz und Unfallversicherung gegen alle möglichen Schadensfälle abgesichert.

Eine weitere Absicherung besteht für den Fall, dass du im Ausland einen Unfall hast oder erkrankst. Hierfür gibt es den Johanniter-Unfall-Hilfe-Auslandsrückholdienst, der dich unter bestimmten Voraussetzungen nach Hause bringt.

Ausbildung

Welche Voraussetzungen oder Qualifikationen benötige ich für ein Ehrenamt?

Wir bieten dir viele verschiedene Möglichkeiten, um dich freiwillig zu engagieren. Dadurch sind die Anforderungen auch sehr unterschiedlich. Während in der Logistik ein Führerschein von Vorteil ist, brauchst du in der PSNV vor allem eine hohe Sozialkompetenz. In erster Linie aber musst du motiviert und zuverlässig sein. Die fachspezifische Ausbildung erhältst du von den Johannitern.

Wer bildet mich für mein Ehrenamt aus?

Die Ausbildung für ein Ehrenamt bei den Johannitern übernehmen selbstverständlich wir. Wir sind dankbar für jeden ehrenamtlichen Helfer. Daher bereiten wir dich für deinen Einsatz in deinem Ehrenamt vor.

Was kostet die Ausbildung?

Wenn du dich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. engagierst, kostet dich die Ausbildung nichts. Du wirst unter anderem an unserer Johanniter-Akademie und bei individuellen Trainings in den Teams fachgerecht ausgebildet.

Wie lange dauert meine Ausbildung?

Das hängt stark von dem Bereich ab, in dem du dich bei uns ehrenamtlich engagieren möchtest. Die Ausbildung zum Sanitätshelfer zum Beispiel dauert eine Woche. Diese kannst du am Stück, aber auch über einen längeren Zeitraum gestreckt absolvieren – je nachdem, wie es dein Zeitplan zulässt.

Genauere Informationen zu deinem gewünschten Ehrenamt erhältst du bei deinem Ortsverband. Hier findest du die Kontaktdaten der Johanniter in deiner Nähe.

Muss ich meine Ausbildung regelmäßig auffrischen?

Wir Johanniter investieren in deine Ausbildung. Deshalb bekommst du als freiwilliger Helfer bei den Johannitern nicht nur die Basisausbildung. Im aktiven Dienst kannst du regelmäßig an interessanten Lehrgängen, Seminaren und Schulungen teilnehmen, die dich auch in Beruf und Privatleben weiterbringen. Während der Übungsdienste trainierst du unter der Anleitung erfahrener Hilfskräfte an modernstem technischem Gerät.

Außerdem bieten wir jede Menge Weiterbildungen an, die dich im Laufe der Zeit zum Fachmann oder zur Fachfrau in deinem Bereich machen. Sogar Berufsausbildungen bieten die Johanniter an. Wenn dir die Freiwilligenarbeit also besonders viel Freude macht, kannst du dich zum hauptamtlichen Helden weiterentwickeln.

In welchen Bereichen kann ich mich bei den Johannitern engagieren?

Wir suchen engagierte Mitmenschen für unterschiedliche Bereiche:

  • Erste-Hilfe-Ausbilder
  • Sanitätsdienst
  • Schnell-Einsatz-Gruppe
  • Betreuung und Verpflegung
  • Motorradstaffel
  • Rettungshundestaffel
  • Logistik und Technik
  • Information und Kommunikation
  • Psychosoziale Notfallversorgung
  • Rettungsdienst

Möchtest du mehr über die Tätigkeiten erfahren? Hier kannst du dich informieren.

Vergütung

Wovon hängt es ab, ob ich eine Aufwandsentschädigung erhalte?

Sich ehrenamtlich bei den Johannitern zu engagieren, bedeutet ohne Bezahlung für die Allgemeinheit zu arbeiten. Je nachdem, in welchem Bereich du dabei tätig bist, bekommst du aber auch als Ehrenamtlicher unter Umständen eine Aufwandsentschädigung.

Neben einer eventuellen Aufwandsentschädigung profitierst du als ehrenamtlicher Helfer allerdings von vielen Vergünstigungen. Mit der goldenen Ehrenamtskarte zum Beispiel räumen viele Anbieter in Niedersachsen und Bremen Rabatte ein, vergeben Freikarten und anderes mehr. Wo du die Ehrenamtskarte erhältst und welche Voraussetzungen du dafür erfüllen musst, dazu haben wir hier detaillierte Infos zusammengestellt.

Übernehmen die Johanniter meine Reisekosten?

Wenn du als Ehrenamtlicher auf Dienstreise gehst und zum Beispiel zu einem Einsatz fährst, der weit entfernt von deinem Heimatort stattfindet, oder wenn du an einer überregionalen Fortbildung teilnimmst, dann stellen dir die Johanniter in der Regel einen Dienstwagen. So entstehen dir für die Anfahrt keine Kosten.

Sollte einmal kein Wagen zur Verfügung stehen und solltest du mit deinem privaten Auto fahren müssen, erhältst du ersatzweise Fahrgeld. In Ausnahmefällen übernehmen die Johanniter sogar die Kosten für eine Monatskarte. Sprich einfach mit deinem Ortsverband, ob diese Option in deinem Fall infrage kommt!

Das Gleiche gilt für dein Essen: Bei größeren Einsätzen kümmert sich das Team Betreuung und Verpflegung um dein leibliches Wohl. In allen anderen Fällen steht dir Verpflegungsgeld zu. Fahr- und Verpflegungsgeld sind als Auslagenersatz übrigens steuerfrei. Eine Absicht zur Erzielung von Einkünften unterstellt das Finanzamt bei einem Ehrenamt nicht.

Welche Vorteile habe ich durch mein Ehrenamt bei der Einkommensteuer?

Auch bei der Steuer lohnt sich dein Ehrenamt bei den Johannitern. Dem Finanzamt gegenüber kannst du nämlich die Ehrenamtspauschale bzw. den Ehrenamtsfreibetrag geltend machen. Hierüber ist geregelt, dass du Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten bis zu einer Obergrenze von 720 Euro jährlich steuerfrei behalten darfst.

Erst wenn die Aufwandsentschädigungen eines Jahres diesen Betrag übersteigen, sind sie steuerlich zu berücksichtigen. In deiner Einkommensteuererklärung musst du sie allerdings in jedem Fall angeben. Die Ehrenamtspauschale gilt außerdem nur für eine Nebentätigkeit, die maximal ein Drittel der Zeit umfasst, die du für deinen Hauptberuf aufwendest.

Neben der Ehrenamtspauschale kennt das Finanzamt die sogenannte Übungsleiterpauschale. Sie stellt ehrenamtliche Übungsleiter mit einem Freibetrag von 2.400 Euro sogar noch besser als alle übrigen Freiwilligen.

Gibt es darüber hinaus weitere steuerliche Gestaltungsspielräume?

Neben den Freibeträgen hält das Steuerecht weitere Vergünstigungen für freiwillige Helfer bereit. So kannst du dir Fahrkosten und ähnliche Aufwendungen über den Werbungskostenabzug vom Finanzamt zurückholen, wenn deine Ausgaben den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro überschreiten.

Obwohl diese Aufwendungen nicht in Beziehung mit deinen Hauptjob stehen, reduzieren sie so doch deine individuelle Steuerlast.

Was gilt für Bezieher von Arbeitslosengeld?

Der Staat will soziales Engagement fördern und das macht sich auch für Arbeitslose bezahlt. Während Zusatzeinkünfte in der Regel auf soziale Unterstützungsleistungen oder das Arbeitslosengeld anzurechnen sind, stehst du als Ehrenamtlicher in diesem Fall besser da: Bis zu 200 Euro Aufwandsentschädigung monatlich darfst du nämlich anrechnungsfrei behalten. Für Hartz-IV-Empfänger sind es immerhin bis zu 100 Euro.

Ehrenamtskarte

Wer stellt die Ehrenamtskarte aus und welche Vergünstigungen gibt es?

Viele Städte und Gemeinden in Niedersachsen und Bremen stellen engagierten Bürgern die sogenannte Ehrenamtskarte aus. Als Inhaber dieses goldenen Freiwilligenpasses profitierst du von attraktiven Vergünstigungen – von der kostenlosen Autowäsche über Rabatte im Baumarkt bis hin zu Museumsfreikarten. Die angeschlossenen Kooperationspartner in dem Projekt belohnen auf diese Weise dein ehrenamtliches Engagement.

Ob ein Unternehmen oder eine Institution an der Aktion teilnimmt, erkennst du an einem Aufkleber im Eingangsbereich oder an den Kassen.

Welche Voraussetzungen müssen für die Ausstellung der Karte erfüllt sein?

Damit du Anspruch auf die Ehrenamtskarte hast, musst du mindestens fünf Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich tätig sein – und das bereits seit mindestens drei Jahren. Außerdem verlangen die ausstellenden Kommunen, dass du beabsichtigst, dein Ehrenamt künftig weiter fortzusetzen. Es handelt sich also nicht um eine nachträgliche Würdigung, sondern immer um die Auszeichnung eines Aktiven.

Eine Bezahlung darfst du für deine ehrenamtliche Arbeit selbstverständlich nicht erhalten, höchstens eine Aufwandsentschädigung im Rahmen gesetzlicher und steuerlicher Vorgaben.

Wo genau kann ich die Ehrenamtskarte beantragen?

Den Freiwilligenpass kannst du direkt bei der Gemeinde oder Stadt beantragen, in der du deinen Wohnsitz hast. Formulare gibt es im Internet, bei Freiwilligenagenturen und in den Bürgerämtern der Kommunen, die sich an der Aktion beteiligen. Vor der Antragstellung solltest du dir unbedingt die langjährige Unterstützung von deiner Organisation bestätigen lassen. Wir Johanniter übernehmen das natürlich gern für dich.

Nach Ausstellung der Karte ist diese drei Jahre lang gültig. Liegen die Voraussetzungen nach Ablauf immer noch vor, verlängern die Kommunen die Karte auf Antrag. Solange du dich ehrenamtlich engagierst, bleiben dir also die Vorteile erhalten.