Deutsches Eck in Koblenz: Blaulicht, Rettungswagen und hunderte Sanitäter

Foto: Johanniter/Tobias Grosser

Das gab es noch nie am Deutschen Eck: Rettungshubschrauber in der Luft, Rettungsboote auf Rhein und Mosel, Rettungswagen mit Blaulicht und zahlreiche Ersthelfer, Sanitäter und Ärzte im Einsatz. Retten im Minutentakt war angesagt, zum Bundeswettkampf der Johanniter-Unfall-Hilfe mit über 1800 Beteiligten.

Verkehrsunfall, Verbrennungen, Herzstillstand und viel Kunstblut

Alle zwei Jahre werden im Bundeswettkampf der Johanniter die besten Retter bundesweit ermittelt. Knapp 400 Teilnehmer zwischen sechs und 60 Jahren traten in diesem Jahr in 41 Mannschaften an.

Es galt, die unterschiedlichsten Aufgaben zu lösen: Auf dem gesamten Deutschen Eck und rund um das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurden Verkehrsunfälle, Brand- und Sturzverletzungen, Schnittwunden und Herz-Kreislauf-Beschwerden von Verletztendarstellern täuschend echt inszeniert. 80 Schiedsrichter bewerteten an den verschiedenen Stationen die Leistung der Retter-Mannschaften. Die Teams mussten die jeweilige Situation richtig einschätzen und die nötigen Erste-Hilfe- oder Notfallrettungsmaßnahmen einleiten. Das heißt, Patienten stabilisieren, Blutungen stoppen, Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten oder Patienten aus einem Rettungsboot sicher an Land bringen und dem Notarzt übergeben.

Die besten Retter Deutschlands stehen fest

In der Kategorie C, Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, gewann die Mannschaft aus dem Regionalverband Dresden. Eine Altersgruppe höher in der Kategorie B, den Ersthelfern zwischen zwölf und 19 Jahren, jubelte die Mannschaft aus Kettwig. Bei den Sanitätshelfern ab 16 Jahren (Kategorie A) entschied ebenfalls der Ortsverband Kettwig aus dem Regionalverband Essen den Wettkampf für sich. Bei den Profis (Kategorie S) gingen die Lübecker aus dem Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost als Sieger hervor.

Für Arnold von Rümker, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, steht fest: „Der Bundeswettkampf der Johanniter ist immer wieder eine beeindruckende Veranstaltung. So viele Johanniter aus dem gesamten Bundesgebiet sind nach Koblenz gereist, um sich in Erster Hilfe zu messen. Und dabei strahlen sie so viel Engagement und Freude aus! Das zeigt unsere Leistungsfähigkeit, aber auch das, was unsere Johanniter-Familie ausmacht: Hingabe bei der Hilfe am Nächsten, Zusammenhalt und gelebte Freundschaft untereinander.“

Innenminister von Rheinland-Pfalz lobt Engagement der Teilnehmer

Der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der meist ehrenamtlichen Rettungs- und Sanitätskräfte: „Ich freue mich, hier so viele Menschen zu sehen, die sich für die Gesellschaft engagieren und die im Ernstfall aktiv helfen.“

Bei der Versorgung eines schweren Verkehrsunfalls, natürlich auch eine Übungsstation, fügte Lewentz hinzu: „In den Medien lesen wir viel zu oft über Menschen, die lieber mit dem Handy filmen, statt zu helfen, die Rettungskräfte sogar in ihrer Arbeit behindern. Dieses Verhalten ist nicht zu tolerieren. Umso lobenswerter ist es, diese engagierten Johanniter aller Altersklassen zu sehen, die sich in ihrer Freizeit in Erster Hilfe, im Sanitäts- oder Rettungsdienst ausbilden lassen, um Menschen in Not zu helfen. Dieses Engagement brauchen wir heute mehr denn je, darauf sind wir angewiesen.“

Dank an die ehrenamtlichen Retter

Die Landes- und Bundeswettkämpfe der Johanniter-Unfall-Hilfe sind immer auch eine Dankeschön-Veranstaltung für das Ehrenamt. Sei es für ihre Bereitschaft, zu Spitzenzeiten den hauptamtlichen Rettungsdienst zu unterstützen oder bei Konzertveranstaltungen und Sport-Events für die sanitätsdienstliche Absicherung zu sorgen.

Bundeswettkampf: Treffen der Landessieger aus dem gesamten Bundesgebiet

Der Bundeswettkampf der Johanniter-Unfall-Hilfe findet alle zwei Jahre statt. Dann treffen die Siegermannschaften der Vorentscheidungswettkämpfe aus den neun Johanniter-Landesverbänden aufeinander, um im fairen Wettstreit um den Titel „Beste Johanniter-Retter Deutschlands“ zu kämpfen.

Die Mannschaften treten in vier Kategorien an, je nach Alter und Ausbildungsstand. Sie messen sich in theoretischen und praktischen Übungen aus den Bereichen Erste Hilfe und Notfallrettung.

Die Wettkampfkategorien:

Die jüngsten Teilnehmer der Kategorie C sind gerade einmal in der Grundschule und lernen dort als Ersthelfer von morgen unter anderem Verbände anzulegen und den Notruf richtig abzusetzen. In der zweitjüngsten Kategorie starten die Jugendlichen, die im Schulsanitätsdienst aktiv sind. Sie sind zwischen zwölf und 19 Jahren alt und übernehmen an ihren Schulen schon Verantwortung. Bei kleineren Verletzungen versorgen sie die Patienten selbstständig. Bei größeren Verletzungen übernehmen die ausgebildeten Schulsanitäter die Patientenversorgung bis der Rettungsdienst eintrifft.

In der Kategorie A treten Jugendliche ab 16 Jahren gegeneinander an, die ehrenamtlich im Sanitätsdienst tätig sind. Bei großen Veranstaltungen und Konzerten übernehmen sie die sanitätsdienstliche Absicherung, versorgen Verletzungen und übergeben Patienten an den Notarzt. In der höchsten Kategorie S treten aktive Helferinnen und Helfer aus dem Rettungsdienstbereich an. Sie haben in der Regel eine Ausbildung zum Rettungssanitäter, Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter und arbeiten haupt- und/oder ehrenamtlich im Rettungsdienst.

Impressionen vom Bundeswettkampf

Abschlussveranstaltung und Siegerehrung

Die Olympiade der Retter am Deutschen Eck

2.000 Johanniterinnen und Johanniter aus ganz Deutschland erwartet –
41 Mannschaften – 400 Wettkampfteilnehmer – Gastmannschaften aus dem In- und Ausland – Schiedsrichter, Schlachtenbummler und Besucher

Wo Vater Rhein auf Mutter Mosel trifft

Am 23. September 2017 trägt die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. am Deutschen Eck ihren 25. Bundeswettkampf aus. Wettkämpfe und Abendveranstaltung finden in traumhafter Kulisse aus Rheinanlagen, dem Kurfürstlichen Schloss Koblenz, der Festung Ehrenbreitstein und dem Deutschen Eck statt.

Die besten Retter Deutschlands

  • Bei der Olympiade der Retter sind alle Teilnehmer Sieger. Alle Mannschaften haben sich im Vorjahr im Landeswettkampf ihrer jeweiligen Landesverbände durchgesetzt und gewonnen.
  • Beim Bundeswettkampf treten die Siegermannschaften aller neun Landesverbände gegeneinander an, um die besten Retter Deutschlands zu küren.
  • In einem fairen Wettstreit stellen sie ihr Können, Wissen und Engagement unter Beweis.
  • Neben den Wettkämpfen wird ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten, um die Johanniterfamilie kennenzulernen und das Wir-Gefühl zu stärken.

Retter sein ist keine Frage des Alters

  • Die jüngsten Teilnehmer sind erst sechs Jahre alt und schon als Ersthelfer von morgen oder im Schulsanitätsdienst aktiv.
  • Was die kleinen und die großen Retter gemeinsam haben? Sie engagieren sich überwiegend ehrenamtlich im Sanitäts- und Rettungsdienst.
  • Anderen Menschen zu helfen hat nichts mit dem Alter zu tun, es ist eine Lebenseinstellung. Das wird der Tag der Johanniter in Koblenz zeigen.

Rede des Oberbürgermeisters von Koblenz

Am 23. September bereicherte Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig mit seinem Grußwort den Gottesdienst zur Eröffnung des diesjährigen Bundeswettkampfes. Darin klärte er auf, wann die zweite Zeitrechnung der Stadt begann, weshalb Koblenz eine Gesundheitsstadt ist und welche Werbeveranstaltung Koblenz den Johannitern bietet - alles natürlich mit einem Augenzwinkern. Falls ihr die Rede des Oberbürgermeisters verpasst haben solltet oder nochmal hören möchtet, klickt hier für die Audio-Datei. 

Videobotschaft der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

Wir freuen uns, dass Malu Dreyer, die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, die Schirmherrschaft des 25. Bundeswettkampfs der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. übernommen hat. In ihrer Zusage zeigt sich die Ministerpräsidentin vom ehren- und hauptamtlichen Engagement der JUH beeindruckt und unterstützt die Veranstaltung daher mit Freude. Leider kann sie aufgrund der Bundestagswahl nicht persönlich am 23. September in Koblenz erscheinen und hat uns deshalb freundlicherweise eine Videobotschaft für den Wettkampftag geschickt. Da wir euch dieses ganz besondere Grußwort nicht bis dahin vorenthalten möchten, zeigen wir es euch schon jetzt zur Einstimmung.