Bundeswettkampf 2017

Koblenz, 23. September 2017

Foto: Johanniter/Tobias Grosser

Das gab es noch nie am Deutschen Eck: Rettungshubschrauber in der Luft, Rettungsboote auf Rhein und Mosel, Rettungswagen mit Blaulicht und zahlreiche Ersthelfer, Sanitäter und Ärzte im Einsatz. Retten im Minutentakt war angesagt, zum Bundeswettkampf der Johanniter-Unfall-Hilfe mit über 1800 Beteiligten, darunter über hundertfünfzig Johanniter-Jugendliche, die in den Kategorien A, B und C antraten.

Verkehrsunfall, Verbrennungen, Herzstillstand und viel Kunstblut

Alle zwei Jahre werden im Bundeswettkampf der Johanniter die besten Retter*innen bundesweit ermittelt. Knapp 400 Teilnehmer*innen zwischen sechs und 60 Jahren traten in diesem Jahr in 41 Mannschaften an.

Es galt, die unterschiedlichsten Aufgaben zu lösen: Auf dem gesamten Deutschen Eck und rund um das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurden Verkehrsunfälle, Brand- und Sturzverletzungen, Schnittwunden und Herz-Kreislauf-Beschwerden von Verletztendarstellern*innen täuschend echt inszeniert. 80 Schiedsrichter*innen bewerteten an den verschiedenen Stationen die Leistung der kleinen und großen Retter*innen. Die Teams mussten die jeweilige Situation richtig einschätzen und die nötigen Erste-Hilfe- oder Notfallrettungsmaßnahmen einleiten. Das heißt, Patienten stabilisieren, Blutungen stoppen, Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten oder Patienten aus einem Rettungsboot sicher an Land bringen und dem Notarzt übergeben. Außerdem wurde in schriftlichen Prüfungen das theoretische Wissen der Johanniter*innen getestet, die jüngsten Teilnehmer*innen bewiesen außerdem ihren Teamgeist und ihren Ideenreichtum im Kreativtest. 

Die besten Retter*innen Deutschlands stehen fest

In der Kategorie C, Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, gewann die Mannschaft aus dem Regionalverband Dresden. Eine Altersgruppe höher in der Kategorie B, den Ersthelfern zwischen zwölf und 19 Jahren, jubelte die Mannschaft aus Kettwig. Bei den Sanitätshelfern ab 16 Jahren (Kategorie A) entschied der ebenfalls der Ortsverband Kettwig aus dem Regionalverband Essen den Wettkampf für sich. Bei den Profis (Kategorie S) gingen die Lübecker aus dem Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost als Sieger hervor.

Die ausführlichen Platzierungen findet ihr auf der Internetseite des Bundeswettkampfs.

Für Arnold von Rümker, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, steht fest: „Der Bundeswettkampf der Johanniter ist immer wieder eine beeindruckende Veranstaltung. So viele Johanniter aus dem gesamten Bundesgebiet sind nach Koblenz gereist, um sich in Erster Hilfe zu messen. Und dabei strahlen sie so viel Engagement und Freude aus! Das zeigt unsere Leistungsfähigkeit, aber auch das, was unsere Johanniter-Familie ausmacht: Hingabe bei der Hilfe am Nächsten, Zusammenhalt und gelebte Freundschaft untereinander.“

Innenminister von Rheinland-Pfalz lobt Engagement der Teilnehmer

Der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der meist ehrenamtlichen Rettungs- und Sanitätskräfte: „Ich freue mich, hier so viele Menschen zu sehen, die sich für die Gesellschaft engagieren und die im Ernstfall aktiv helfen.“

Bei der Versorgung eines schweren Verkehrsunfalls, natürlich auch eine Übungsstation, fügte Lewentz hinzu: „In den Medien lesen wir viel zu oft über Menschen, die lieber mit dem Handy filmen, statt zu helfen, die Rettungskräfte sogar in ihrer Arbeit behindern. Dieses Verhalten ist nicht zu tolerieren. Umso lobenswerter ist es, diese engagierten Johanniter aller Altersklassen zu sehen, die sich in ihrer Freizeit in Erster Hilfe, im Sanitäts- oder Rettungsdienst ausbilden lassen, um Menschen in Not zu helfen. Dieses Engagement brauchen wir heute mehr denn je, darauf sind wir angewiesen.“

Bundeswettkampf: Treffen der Landessieger aus dem gesamten Bundesgebiet

Der Bundeswettkampf der Johanniter-Unfall-Hilfe findet alle zwei Jahre statt. Dann treffen die Siegermannschaften der Vorentscheidungswettkämpfe aus den neun Johanniter-Landesverbänden aufeinander, um im fairen Wettstreit um den Titel „Beste Johanniter-Retter Deutschlands“ zu kämpfen.

Die Mannschaften treten in vier Kategorien an, je nach Alter und Ausbildungsstand. Sie messen sich in theoretischen und praktischen Übungen aus den Bereichen Erste Hilfe und Notfallrettung.

Die Wettkampfkategorien:

Die jüngsten Teilnehmer*innen der Kategorie C sind Grund- oder Unterstufenschüler*innen und lernen dort als Ersthelfer von morgen unter anderem Verbände anzulegen und den Notruf richtig abzusetzen. In der zweitjüngsten Kategorie starten Jugendliche, die im Schulsanitätsdienst oder Jugendgruppen der Johanniter-Jugend aktiv sind. Sie sind zwischen zwölf und 19 Jahren alt und übernehmen an ihren Schulen oder in ihrer Freizeit große Verantwortung. Bei kleineren Verletzungen versorgen sie die Patienten selbstständig. Bei größeren Verletzungen oder schwereren Erkrankungen übernehmen die ausgebildeten Schulsanitäter die Patientenversorgung bis der Rettungsdienst eintrifft.

In der Kategorie A treten Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren gegeneinander an, die ehrenamtlich im Sanitätsdienst tätig sind. Bei großen Veranstaltungen und Konzerten übernehmen sie die sanitätsdienstliche Absicherung, versorgen Verletzungen und übergeben Patienten an den Rettungsdienst oder Notarzt. In der Kategorie S treten Helfer*innen aus dem Rettungsdienstbereich an.

Weitere Infos zum Bundeswettkampf unter www.bundeswettkampf.de