Grenzüberschreitungen in Erste-Hilfe-Situationen

Bei der Übung und Anwendung von Erster Hilfe kommt es oft zu Situationen, die die Intimsphäre der Beteiligten berühren. Häufig werden Dinge getan, die in anderem Zusammenhang eine klare Grenzüberschreitung wären. (Zum Beispiel die Hose einer*s Verletzten ausziehen/ jemanden abtasten).

Besonders in medizinischen Notfällen kann das zu heiklen Situationen führen. Die Betroffenen befinden sich in einem körperlichen und geistigen Ausnahmezustand, das macht sie besonders schutzbedürftig. Sie fühlen sich vielleicht ausgeliefert oder trauen sich nicht, gegen Maßnahmen Einspruch zu erheben. Auch bei Helfer*innen können diese Situationen Schamgrenzen berühren.

Genau wie Notfallsituationen bergen Übungen in Erster Hilfe Risiken für unbeabsichtigte Grenzverletzungen ebenso wie für beabsichtigte Übergriffe. Im Ernstfall ist es nicht immer möglich, das Einverständnis von Betroffenen einzuholen. In Ausbildungssituationen ist es umso wichtiger, dass die Grenzen aller Teilnehmer*innen stets gewahrt bleiben! Hinweise und Hilfestellung zur grenzwahrenden Gestaltung von Übungssituationen findest du in der Arbeitshilfe.

Ihr Ansprechpartner Malte Jansen

Lützowstraße 94
10785 Berlin