Transparenz

Die Johanniter-Unfall-Hilfe verfolgt den Anspruch, ihren Fördermitgliedern, Spendern und allen anderen Bezugsgruppen mit ihrer Öffentlichkeitarbeit ein realistisches Bild ihrer Arbeit zu vermitteln und offenzulegen, wie sie die zur Verfügung gestellten Gelder einsetzt. Um diesem Anspruch auf Transparenz gerecht zu werden und ihre Berichterstattung zugleich kontinuierlich zu verbessern, stellen sich die Johanniter regelmäßig dem Urteil externer Fachleute.

Seit dem Jahr 2004 ist die Johanniter-Unfall-Hilfe Träger des Spenden-Siegels des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI), das der Organisation die sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder bescheinigt. Darüber hinaus haben sich die Johanniter verschiedenen Initiativen zur freiwilligen Selbstkontrolle angeschlossen.

Controlling und Risikomanagement

Controllingaufgaben werden bei den Johannitern sowohl in der Bundesgeschäftsstelle als auch in den Landesverbänden wahrgenommen. In der Bundesgeschäftsstelle ist das Controlling direkt an den Bundesvorstand angebunden - dies trägt der hohen Bedeutung des Bereichs Rechnung.

Zu den wesentlichen Aufgaben zählen die Beschaffung, Verarbeitung und Analyse von entscheidungsrelevanten, qualitativen und quantitativen Informationen, um den Bundesvorstand und die Landesvorstände bei der Steuerung der Johanniter-Unfall-Hilfe zu unterstützen.

Die Sicherstellung des Wirtschaftsplanungsprozesses und damit die Koordination und Konsolidierung der einzelnen Wirtschaftsplanungen nehmen einen großen Raum ein.

Eine Basis für Entscheidungsfindungen bildet das umfangreiche interne Berichtswesen, fokussiert auf die jeweiligen Bedürfnisse der Empfänger: Erfolgsrechnungen, Abweichungsanalysen, Kennzahlensysteme und Forecasts zählen hier zu den wesentlichen Elementen. Chancen und Risiken werden mit unterschiedlichen Instrumenten identifiziert und Steuerungsmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet.

Qualitätsmanagement

Um die in ihrem Leitbild beschriebene Qualität der Leistungen zu sichern, hat sich die Johanniter-Unfall-Hilfe für ein anerkanntes System des Qualitätsmanagements (QM) anhand der DIN EN ISO 9001:2008 bzw. DIN EN ISO 9001:2015 entschieden. Zahlreiche Einrichtungen der Johanniter sind danach zertifiziert.

Die Prozesse für Dienstleistungen und Produkte der Johanniter-Unfall-Hilfe werden durch das QM-System beständig hinterfragt und wo nötig verbessert.

Damit stellen die Johanniter sicher, dass die Prozesse bei veränderten Kundenansprüchen, Gesetzesvorgaben oder Behördenanforderungen zielgerichtet angepasst und aktualisiert werden.

Interne Revision und externe Prüfungen

Die Interne Revision der Johanniter-Unfall-Hilfe prüft, ob die Arbeit des Verbandes im In- und Ausland den internen Standards und den gesetzlichen Regelungen entspricht. Das daran angeknüpfte Berichtswesen gibt Aufschluss über die jeweilige Sachlage, mögliche Gefährdungen und eventuellen Verbesserungsbedarf.

Jedes Jahr prüft eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Buchführung, den Jahresabschluss und den Lagebericht des Vereins daraufhin, ob diese den für die Rechnungslegung geltenden gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung entsprechen.

Vergütungsstruktur

In der Johanniter-Unfall-Hilfe kommen bundesweit für die ca. 21.000 hauptamtlich Beschäftigten unterschiedliche Tarifsysteme zur Anwendung. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Arbeitsvertragsrichtlinien der Johanniter (AVR-J) und die Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Deutschland (AVR-DD). Diese sind in vollem Wortlaut hinterlegt und abrufbar unter www.johanniter.de/die-johanniter/arbeitsrechtliche-kommission-der-johanniter-akj bzw. unter https://karriere.diakonie.de/ueberblick-arbeitgeberin-diakonie/arbeitsrecht/. Die AVR-J sind mit einem Beschäftigtenanteil von ca. 75% das vorherrschende Tarifsystem, so dass sich die nachfolgenden Erläuterungen auf dieses beziehen.

Das Bruttoeinkommen der tariflich beschäftigten hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzt sich aus dem monatlichen Grundentgelt, der Jahressonderzahlung (13. Monatsgehalt) sowie variablen Vergütungsbestandteilen (z. B. Zeitzuschläge, Kinderzulage) zusammen. Außerdem werden nach einer Wartezeit von fünf Jahren Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung in Höhe von vier Prozent des lohnsteuerpflichtigen Arbeitsentgeltes gezahlt.

In der Johanniter-Unfall-Hilfe werden auf der Grundlage der AVR-J anhand der Tätigkeitsmerkmale 13 Entgeltgruppen (EG) unterschieden. Diese unterteilen sich entsprechend der Dauer der Betriebszugehörigkeit der Beschäftigten in bis zu 5 Stufen (St.) Die Spanne des tariflichen Bruttojahreseinkommens auf Vollzeitbasis (40 Std./Woche) beträgt für:

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Tätigkeiten im höheren Verwaltungsbereich (z.B. Bereichsleiter, Fachbereichsleiter, Referenten) (EG 7, St. 1 bis EG 13, St. 5) von 34,5 bis 77,7 Tsd. EUR
  • Fachkräfte (bspw. Alten- Gesundheits- uns Krankenpfleger, Erzieher, Notfallsanitäter, Physiotherapeut; EG 7 St. 1 bis EG 7 St. 5) von 34,5 bis 41,7 Tsd. EUR
  • Sachbearbeiter/Sekretäre (EG 5 St. 1 bis EG 7 St. 5) von 30,1 bis 41,7 Tsd. EUR

Die Gesamtbruttobezüge des Bundesvorstandes - bestehend aus zwei hauptamtlichen und einem ehrenamtlichen Mitglied - im Berichtsjahr beliefen sich insgesamt auf rund 440.000 Euro. Die Gesamtbezüge umfassen neben der Vergütung (ohne Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung) auch Beiträge zur Betrieblichen Altersversorgung sowie den geldwerten Vorteil durch die Dienstwagenüberlassung zur privaten Nutzung.

Der Einzelveröffentlichung der Gehälter stehen Persönlichkeitsrechte der einzelnen Mitglieder des Bundesvorstandes entgegen.

Fördermitgliederwerbung

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist auf die Unterstützung durch Fördermitglieder angewiesen, um ihre satzungsgemäßen Aufgaben zu erfüllen. Um neue Förderer zu gewinnen, sprechen eigene Mitarbeiter und beauftragte Dienstleister potenzielle Unterstützer an der Haustür an.

Ihre Vergütung erfolgt in Teilen erfolgsbezogen. Dabei achten die Johanniter stets darauf, dass die Ansprache ihren eigenen Qualitätsstandards in der Fördermitgliederwerbung ebenso entspricht wie dem Verhaltenskodex zur Mitgliedergewinnung, auf den sich die großen deutschen Hilfsorganisationen gemeinsam verpflichtet haben.

Die Standards legen strenge Anforderungen an die Qualifikation und Schulung aller Werbebeauftragten fest und regeln auch den Umgang mit Beschwerden.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist seit dem Jahr 2004 Träger des Spenden-Siegels des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI). Auch im Jahr 2014 hat das DZI den Johannitern die sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder bescheinigt – eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt des Siegels.
Hier finden Sie weitere Angaben nach dem DZI-Spendensiegel.

Als Mitglied im Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe Deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. (VENRO) haben sich die Johanniter dem VENRO-Verhaltenskodex zu Transparenz, Organisationsführung und Kontrolle verpflichtet. Dieser enthält Richtlinien für die Bereiche Organisations- und Betriebsführung sowie Kommunikation und Wirkungsbeobachtung.

Auf Initiative von Transparency Deutschland e. V. haben zahlreiche Akteure aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft in Deutschland zehn grundlegende Punkte definiert, die jede zivilgesellschaftliche Organisation öffentlich zugänglich machen sollte. Dazu zählen unter anderem die Satzung, die Personalstruktur und die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Herkunft und Verwendung der Mittel. Die Johanniter sind seit dem Jahr 2012 Teil dieser Initiative.

Mit dem Transparenzpreis zeichnet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG deutsche Organisationen aus, die ihre Spender vorbildlich über Ziele, Aktivitäten, interne Strukturen und die Verwendung der Mittel informieren. Die Johanniter beteiligen sich seit dem Jahr 2006 an dem Wettbewerb und schneiden regelmäßig mit gutem Ergebnis ab.