Hilfe für traumatisierte Soldaten

Hilfe für Soldaten und deren Familien

Die Preußische Genossenschaft des Johanniterordens hat neben der Betreuung von Schwachen und Kranken im ehemaligen Ostpreußen ein Projekt ins Leben gerufen, das sich dem Leid von Soldaten der Bundeswehr widmet, die in den Einsätzen verwundet wurden. Sie will aus der Gesellschaft heraus einen kleinen Beitrag zur gesellschaftlichen Wahrnehmung und Anerkennung des Einsatzes unserer Soldaten leisten. Die Hilfen sollen die Familien der verwundeten Rückkehrer ausdrücklich mit einbeziehen.

 

Was ist die Idee:

Den Verwundeten oder den Familien der Verwundeten und Gefallenen soll ein zweiwöchiger unentgeltlicher Ferienaufenthalt in einer attraktiven Ferienwohnung angeboten werden. Die Ferienwohnungen stellen die Ritterbrüder der Preußischen Genossenschaft oder deren Verwandte zur Verfügung. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet, um ggf. die betreuten Familien auch finanziell während ihres Ferienaufenthalts unterstützen zu können. Inzwischen stehen neun Ferienhäuser bzw. -wohnungen zur Nutzung bereit, z.B. in Nieblum/Föhr, in St.Peter-Ording, auf Hiddensee, in Glücksburg, in Mechelsdorf/Ostsee in Langensee/Mecklenburg, in Ehningen/Württemberg, bei Stendal und an weiteren Orten. Eine Gesellschaft, namens Leisure-Group, die Ferienwohnungen vermietet, spendet jährlich fünf Feriengutscheine aus einem Kontingent von ca. 2.000 Wohnungen im In- und Ausland.

 

Die Zusammenarbeit mit der Führung der Bundeswehr

Die Zusammenarbeit mit der Führung der Bundeswehr war von vorne herein angestrebt und im Interesse der von uns gewünschten gesellschaftlichen Wahrnehmung. Seit 2009 wird unser Angebot jährlich aktuell dem für die Sozialdienste zuständigen Referat im BMVg angezeigt und von dort an alle Sozialdienste in der Bundeswehr weitergeleitet. Die Sozialberater in den Standorten der Heimkehrer wissen am ehesten, wo die Not groß ist, und für wen oder für welche Familie eine solche Förderung am besten eingesetzt werden kann.

 

Besondere Zuwendung

Wir bieten Betreuungsmaßnahmen für körperlich wie seelisch Verwundete an und sehr gerne für die Angehörigen von Gefallenen. Die langanhaltenden Verwundungen durch Erfahrungen, die ein post-traumatisches Belastungsyndrom (PTBS) hervorruft, bedürfen der besonderen Zuwendung. Im Jahr 2012 haben wir für sieben solcher Familien Ferienaufenthalte vermittelt oder einen finanziellen Beitrag für Erholungsmaßnahmen bereit gestellt. Eine gegenseitige Unterstützung für diesen Personenkreis haben wir kürzlich mit dem Reservistenverband der Bundeswehr e.V. abgesprochen. Nach einer abgeschlossenen Betreuung bemühen wir uns auch, den Kontakt zu der unterstützten Familie fortgesetzt zu halten, sei es durch Telefongespräche, Briefe, E-Mails oder Pakete.

 

Innerhalb des Johanniterordens ist unser Projekt „Gesellschaftliche Wahrnehmung“ viel beachtet, auch wenn es noch klein ist. Es hat sehr wohl das Potential zu wachsen. Der Johanniterorden ist seit über 900 Jahren aufgefordert, den Schwachen zu helfen und den Glauben zu stärken. Vielleicht wirkt sich unser Engagement auch auf weitere gesellschaftliche Gruppen aus. Der Respekt für die im Einsatz stehenden Soldaten und die Empathie für die mit Verwundungen Heimkehrenden ist in der deutschen Gesellschaft sehr wohl steigerungsfähig.