Mit dem Zukunftspreis geehrt

Heilbronn, 19. Oktober 2016

Das Johanniter-Haus Heilbronn gehört zu den vier Preisträgern des Zukunftspreises 2016 des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Ulrike Elsner, vdek-Vorstandsvorsitzende, überreichte den Ehrenpreis am 18. Oktober in Berlin im Rahmen einer festlichen Veranstaltung.

Entsprechend dem diesjährigen Thema, „Alterung der Migrationsgenerationen – Interkulturelle Versorgungskonzepte für eine sich veränderte Seniorengeneration“, widmeten die Ersatzkassen den Zukunftspreis innovativen Ideen, beispielhaften Projekten und Konzepten, die aufzeigen wie Verständnis- und Sprachbarrieren abgebaut und gleichzeitig die Betreuung sowie die Kommunikation in Versorgungs- und Pflegeangeboten verbessert werden können. Das Heilbronner Johanniter-Team erhielt den Preis für das Projekt „Betreuung mal anders …Technik unterstützt Integration“.

Die 89 Bewohner des Johanniter-Hauses Heilbronn stammen aus neun Ländern. Manche der Bewohner mit Migrationshintergrund leben schon seit 30, 40 Jahren in Deutschland, sind als Gastarbeiter hergekommen, andere hat der Krieg hierher verschlagen.

Mit den 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 16 Nationalitäten vertreten. Insgesamt werden 17 Sprachen gesprochen. Die aus Polen stammende Betreuungsassistentin Alexandra Lesniewski lebt schon seit 25 Jahren in Deutschland. Besonders für die polnischen Bewohnerinnen und Bewohner ist sie Bezugsperson. Ihre Erfahrungen zeigen, dass Migranten häufig „sprachlos“ in den Einrichtungen leben, weil es nur deutsche Betreuungs- und Beschäftigungsangebote gibt. „Doch je älter und kränker unsere Bewohner werden, desto weniger sprechen sie Deutsch. Sie kehren zu ihrer Muttersprache zurück“, sagt auch Einrichtungsleiterin Beate Tsiaousidis-Gertling. 

Das interkulturelle Mitarbeiter-Team suchte deshalb gemeinsam nach einem Medium, mit dem Informationen über die Herkunftsländer, kulturspezifische Beschäftigungsangebote und Alltagsinformationen dargestellt werden können. Gute Erfahrungen im Hause gibt es bereits mit Tablets, auf denen Spiele, Rätsel, Sprichwörter, Märchen, Musik und Filme für die Betreuung demenzkranker Bewohner gespeichert sind. 2015 wurden darauf aufbauend Anwendungen mit länderspezifischen Besonderheiten in verschiedenen Sprachen programmiert. Alexandra Lesniewski arbeitet damit: „Die Module dienen uns Mitarbeitern als Impulsgeber in der muttersprachlichen Interaktion. Unser Ziel ist es, auch mit Hilfe der Technik die Lebensfreude der Menschen bei uns zu fördern.“

Foto: Preisverleihung 1
BU: V.l.n.r. Thomas Neeb (Geschäftsführer Johanniter Seniorenhäuser GmbH, Einrichtungsleiterin Beate Tsiaousidis-Gertling, Christian Zahn (vdek-Verbandsvorsitzender und Vorsitzender der Jury), Barbara Steffens (Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Laudatorin), Betreuungsassistentin Alexandra Lesniewski und Ulrike Elsner (vdek-Vorstandsvoritzende) Foto: Georg J. Lopata

Hier können Sie sich ein Video über das Projekt ansehen:

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Pressesprecherin
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