Glossar Pflegeberufe

Im Pflegeberuf gibt es nach der Ausbildung und einigen Berufsjahren die Möglichkeit sich über Fort- und Weiterbildungen zu qualifizieren. Was verbirgt sich jedoch hinter den Berufsbezeichnungen?  Das Glossar dient zur Erläuterung einiger Berufsfelder, die auf den Seiten erwähnt werden.

Palliative Pflege
„Palliativ“stammt aus dem Lateinischen von „pallium“ = der Mantel bzw. palliare = mit dem Mantel bedecken, umhüllen.
Im übertragenen Sinne versteht sich die Palliative Pflege als eine über den Tod hinausgehende, bedürfnisorientierte Begleitung eines schwerkranken Menschen. Durch sie soll sich das individuelle Wohlbefinden der Betroffenen steigern, ihnen soll Sicherheit und Geborgenheit in allen Stadien ihres Leidens und Sterbens vermittelt werden.
Im Vordergrund stehen die Wünsche, Bedürfnisse, Möglichkeiten und die subjektive Wahrnehmung der Pflegebedürftigen. Aber auch die Bedürfnisse der Angehörigen sind zu berücksichtigen.
Ethische Prinzipien haben in der Palliativpflege einen hohen Stellenwert. Dazu gehören die Akzeptanz des Sterbens und des Todes als Teil des Lebens, die Wahrung der Würde und der Autonomie des Gepflegten über dessen Tod hinaus sowie die Einbindung eigener und familiärer Ressourcen in den Pflegeprozess. Der Grundsatz lautet: „Soviel wie nötig, sowenig wie möglich“
Zur Weiterbildung in der Palliativen Pflege müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: Berufsausbildung als examinierte/r Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger bzw. Altenpfleger/-in und eine mindestens zweijährige Berufserfahrung.

Wundbehandlung/Wundmanagement
Die Wundbehandlung befasst sich mit der Versorgung und dem Heilungsprozess von Wunden und setzt medizinische und pflegerische Kenntnisse voraus. Eine Wundtherapie erfolgt immer in enger Abstimmung mit einem Arzt.
Besonders chronische Wunden stellen eine große Herausforderung im pflegerischen Alltag dar. Jede Wunde muss individuell gesehen und behandelt werden.
Am Beginn der therapeutischen und pflegerischen Versorgung einer Wunde steht die Anamnese, um zu erfahren, wie die Wunde entstanden ist. Darauf folgt ein aktueller Wundbefund, indem die Wunde lokalisiert, inspiziert und beurteilt wird. Anschließend erstellt ein Arzt einen Behandlungsplan mit Behandlungsziel, aus dem sich die notwendigen Maßnahmen ableiten.
Wichtig für den Heilungsprozess ist das fachgerechte Verbandwechseln, aber auch ein unterstützendes Vorgehen, wie zum Beispiel eine angemessene Ernährung oder die psychische Betreuung des Betroffenen.
Um den Heilungsprozess nachvollziehen zu können, muss dieser über den gesamten Verlauf dokumentiert und am Ende ausgewertet werden.
Eine Qualifizierung im Bereich Wundbehandlung kann in zwei Schritten erfolgen. EIne Basis-Weiterbildung zum/zur Wundexperten/-in sowie darauf aufbauend eine Fachweiterbildung zum/zur Wundtherapeut/-in Pflegetherapeut/-in Wunde.
Zur Weiterbildung müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: Eine Berufsausbildung als examinierte/r Krankenschwester/-pfleger bzw. Altenpfleger/-in sowie eine mindestens zweijährige Berufserfahrung.


Fachkraft für Gerontopsychiatrie
Gerontopsychiatrie leitet sich aus dem Altgriechischen her von „geron“ = Greis und„psychiatrikä“ = Seelenheilkunde. Es handelt sich also um die Seelenheilkunde des alten Menschen.
Die Gerontopsychiatrie ist ein Fachgebiet der Psychiatrie oder der Geronthologieund beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen, die im Alter auftreten. Das sind insbesondere Demenzen, aber zum Beispiel auch Depressionen.
In der Pflege kann eine Weiterbildung zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie absolviert werden. Hier entwickeln und vertiefen die Teilnehmenden ihre pflegerische Handlungskompetenz, verstärken ihre sensible Wahrnehmung der Situation alter Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen, Störungen oder entsprechenden Defiziten Und sorgen für Lebensqualität und ein verständnisvolles Lebensumfeld.
Voraussetzung zur Teilnahme an der Weiterbildung ist der Nachweis einer dreijährigen Berufsausbildung in einem Pflegeberuf sowie eine einschlägige mindestens zweijährige hauptberufliche Tätigkeit in einem entsprechenden pflegerischen Berufsfeld.

Kinästhetik
Kinästhetik stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich ab von „kineo“= bewegen, sich bewegen und„aisthesis“ = Wahrnehmung, Erfahrung. Es handelt sich also um die Lehre von der Bewegungsempfindung.
Ziel der Kinästhetik (engl.:kineasthetics) ist es, die Bewegung der zu Pflegenden sowie des Pflegepersonals zu unterstützen. Dazu werden physiologische Verhaltens- und Bewegungsmuster erlernt, die der Gesundheit förderlich sind. Pflegende lernen, wie sie die eigene Bewegung und den eigenen Körper nutzen können, um die Bewegung des Patienten gezielt zu unterstützen und zu führen. Verlorene Fähigkeiten des Patientensollen wieder aufgebaut und die Selbstständigkeit gefördert werden.
Diese Weiterbildung ist für alle im Pflegebereich Tätigen geeignet.

Aromatherapie
Ätherische Öle in der Altenpflege werden bereits seit mehreren Jahren mit Erfolg eingesetzt. Die Anwendung erfolgt über die Haut als therapeutische Waschung, Vollbad, Wickeln und Kompressen, als Einreibung und Massage. Die Aromatherapie wird als ergänzende Therapie zur herkömmlichen Medizin angewandt.
Die ätherischen Öle haben einen positiven Effekt auf die Psyche und die Gesundheit der Patienten. Besonders Massagen fördern das allgemeine Wohlbefinden und somit die Lebensqualität. Weitere positive Wirkungen sind ein besserer und tieferer Schlaf sowie ein schmerzfreieres Bewegen. Die Gerüche regen zudem das Erinnerungsvermögen an und damit auch die Gesprächsbereitschaft der Patienten.
Eine richtige Auswahl der ätherischen Öle kann medikamentöse Therapien ergänzen oder teilweise ersetzen.
Diese Weiterbildung ist für alle im Pflegebereich Tätigen geeignet.