Medienkompetenz

Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche

 

Schon früh haben junge Menschen Kontakt mit audiovisuellen Inhalten. Um die Bilderfluten verstehen, einordnen und verarbeiten zu können, benötigen sie Anleitung und Erklärung. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist auch hier aktiv.

 

„Johnnywood“

Beim diesjährigen Bundespfingstzeltlager, dem alle zwei Jahre stattfindenden Treffen aller Verbände der Johanniter-Jugend, war das zentrale Thema „Film“. Schon der erste Anblick des Lagers machte deutlich, worum es gehen soll: Ein beleuchteter JOHNNYWOOD-Schriftzug im Stil der echten Hollywoodzeichen empfing die etwa 800 Teilnehmer.

Auf dem Zwei-Tage-Programm standen mehrere Workshops zum Filmemachen. Hier wurde das Handwerkszeug der verschiedenen Gewerke, die zu einer Filmproduktion gehören, vermittelt. Ein besonderes Highlight war der Besuch einer Truppe mit professionellen Star-Wars-Kostümen.

Weitere Eindrücke bietet die Website des Bundespfingstzeltlagers.
www.johanniter-jugend.de/bupfila

 

Bildcopyright: Mov(i)e

„Mov(i)e – Das mobile Filmprojekt“

Doch die Vermittlung von Medienkompetenz durch die JUH geht über die verbandsinterne Arbeit hinaus: „Mov(i)e – Das mobile Filmprojekt“ des RV Berlin erschafft Filme für den guten Zweck und zeigt jungen Menschen, wie sie Geschichten in Bildern erzählen können.

 

Wer Mov(i)e kennenlernen will, schaut sich am besten einen Film an. Handgemacht, dynamisch und sympathisch erklären darin der hauptamtliche Medienpädagoge Michael Rapaic und einige seiner Mitstreiter in knapp zwei Minuten, was hinter dem Projekt steht.

 

Mov(i)e bringt Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei, mit Medien umzugehen. Es geht ums Filmemachen, aber auch ums Filmesehen und -verstehen. „In einem unserer Projekte drehen wir an Schulen mit den Schülern Zombiefilme. Das klingt merkwürdig – hat aber einen erzieherischen Hintergrund. Denn so kann man Gewalt im Fernsehen thematisieren, die Jugendlichen dafür sensibilisieren“, erklärt Rapaic. Außerdem stehe dieses Genre in einem gesellschaftlichen Kontext: Oft wird in den Filmen mit den lebenden Toten Konsum- und Gesellschaftskritik geübt.

 

Hinzu kommt der Herstellungsprozess: Die Schüler lernen, eine Geschichte zu entwickeln, sie in Schauspiel, Kamera-Arbeit, Tonaufnahme umzusetzen und die vielen, oft unsichtbaren Handgriffe zu verstehen, die durch Maske, Kostüm oder Ausstattung einen Film wahr werden lassen. Teamfähigkeit ist hier das A und O.

 

Stolz sind die Macher darauf, dass bei Mov(i)e alles handgemacht ist. „Wir verfolgen einen filmischen Anspruch, aber keine Perfektion“, so Rapaic. Es gehe darum, dass die Jugendlichen die Dinge selbst angehen. Sein halbes Team bestehe aus Musikern, also sind auch Musik und Sounds selbst produziert.

 

Welch erstaunliche Ergebnisse die Truppe hervorbringt, zeigt das Beispiel „BÄMM!“. Der Kurzfilm in Gebärdensprache wurde 2013 im Rahmen eines viertägigen Filmworkshops mit gehörlosen und schwerhörigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen produziert. Diesen Kurzfilm gibt es auch als synchronisierte Fassung. Eingesprochen wurden die Texte von Schülern der Willy-Brandt-Schule Berlin – ebenfalls im Rahmen einer Video-AG von Mov(i)e. So erleben junge Menschen die Lebenswirklichkeit von anderen hautnah.

 

Neben den Projekten an Schulen hat Mov(i)e noch ein zweites Standbein: Über viele Projekte, Aktionen und Veranstaltungen der Johanniter berichtet das Mobile Filmprojekt in Bild und Ton. Ob Bundeswettkampf oder Schulsanitätsdienst-Wochenenden – das Filmteam ist dabei. Für 2014 steht ein Werbespot für Ehrenamtliche auf dem Produktionsplan. Auch die medienpädagogische Arbeit wird ausgebaut: Workshops zur Produktion einer Doku-Soap und ein Projekt zum Cybermobbing stehen an.

„Wer Lust hat, sich auszuprobieren und gern mit anderen Jugendlichen arbeitet, kann mitmachen“, wirbt Rapaic. Was das konkret heißt, kann man sich in Filmbeispielen auf dem Mov(i)e youtube-Kanal ansehen.

 

Link zum Mov(i)e youtube-Kanal:
www.youtube.com/user/DasMobileFilmprojekt/

 

Link zur Projektseite Mov(i)e:

http://www.johanniter.de/dasmobilefilmprojekt/