Wie trauern Kinder?

 „Kinder trauern anders als Erwachsene, sie springen in ihre Trauer hinein und heraus, sie drücken ihre Trauer nicht immer mit Worten und Weinen aus, sondern oft ist ihre Trauerarbeit Spielen, Malen, Schreien und Toben. Daher ist es wichtig, dass Kinder mit Kindern und Jugendliche mit Jugendlichen ihre Trauergefühle teilen. So sind sie nicht isoliert und Trauer bekommt eine Natürlichkeit und den Platz im Leben und in der Gesellschaft, den Trauer braucht“.

 

Trauerarbeit unterscheidet sich von den üblichen Therapie- und Beratungsformen, denn ungewöhnliche Situationen brauchen auch flexiblere und phantasievollere Reaktionen. „Lacrima“, die Trauergruppe für Kinder- und Jugendliche möchte an dieser Stelle Aufklärungsarbeit leisten, denn oft wissen Eltern oder Bezugspersonen nicht, wie sie mit trauernden Kindern umgehen sollen. Sie möchten die Kinder schützen, indem sie das Thema aussparen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Kinder und Jugendliche die Wahrheit wollen und brauchen.

 

Menschen trauern individuell und benötigen unterschiedlich lange, um Wege durch ihre Trauer zu finden.

 

Nach Verena Kast ist Trauer ein „psychologischer Prozess von höchster Wichtigkeit für die

Gesundheit eines Menschen“. Trauer ist also keine Krankheit, sondern die Fähigkeit zu

trauern zeichnet einen gesunden Menschen aus. Außerdem erleidet jeder Mensch Verluste

und wird daher irgendwann in seinem Leben mit Trauer konfrontiert.

 

In der Lacrima- Gruppe erleben die Kinder Gemeinschaft, fühlen sich nicht alleine mit ihrer Trauer oder anders als andere, sie nehmen Rücksicht aufeinander.

Wir bieten keine Therapie an, jedoch qualifizierte Begleitung. Bei den ersten beiden Malen, der Teilnahme „Lacrima“, können die Familien sowie die Mitarbeiter feststellen, ob diese Gruppe die richtige Hilfe für das Kind ist.

 

Wir verabschieden ein Kind aus der Gruppe. Es trauert um eine Verwandte, die in jungen Jahren  plötzlich verstorben ist. Es nimmt  Wünsche der anderen Teilnehmer mit in den Alltag ohne die Lacrima Gruppe (s. Bild).

 

Nach der Verabschiedung aus der Lacrima – Gruppe kommen die Familien weiterhin zu unseren besonderen Aktivitäten. Wir grillen gemeinsam und einmal im Jahr steht ein Ausflug an. Hier werden natürlich die Wünsche der Kinder berücksichtigt. Angedacht ist zusätzlich ein Familienwochenende.

Auch der teilnehmende Angehörige wird verabschiedet.

 

„Andere Eltern zu treffen, die genau in der gleichen Situation waren wie ich, empfand ich als große Hilfe.“
Frank, dessen Frau an Gehirnblutung starb.