So funktioniert die Verhinderungspflege

Unterstützung, von der alle Seiten profitieren

Bereits ab Pflegestufe 0 haben Versicherte Anspruch darauf, pro Kalenderjahr Ersatzpflege-Leistungen im Wert von bis zu 1612 Euro zu erhalten. In Einzelfällen kann sich dieser Betrag sogar auf bis zu 2418 Euro erhöhen.

Für eine Zeit von bis zu 42 Tagen (also sechs Wochen) übernehmen die Johanniter Aufgaben des pflegenden Angehörigen, wie etwa die Wohnungsreinigung, Wäschewaschen, Einkaufen, die Zubereitung der Mahlzeiten, Spazierengehen, Gesellschaft leisten und vieles mehr.

Wer hat Anspruch auf eine Verhinderungspflege?

Jeder, der bereits seit mindestens sechs Monaten zu Hause gepflegt wird und mindestens Pflegestufe 0 hat, kann Verhinderungspflege beantragen. Genehmigt und finanziert wird diese durch die für die pflegebedürftige Person zuständige Krankenkasse.

Muss die Verhinderungspflege bei der Pflegeversicherung beantragt werden?

Wir empfehlen, dass vor der ersten Inanspruchnahme – und danach jeweils zum Anfang jedes neuen Kalenderjahres – ein formloser Antrag gestellt wird. Dabei sind wir gern behilflich.

Wie viel Budget steht für die Verhinderungspflege zur Verfügung?

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten bis zu einer Höhe von 1612 Euro und für bis zu 42 Tage pro Jahr. Jeweils zum 01.01. eines Folgejahres verfällt das nicht in Anspruch genommene Budget des Vorjahres und muss wieder neu beantragt werden. Die Ansprüche sind also nicht „ansammelbar“. Das nicht genutzte Budget kann auch nicht ausbezahlt werden, denn es geht bei der Verhinderungspflege um konkrete Hilfeleistungen.

Was sind die Voraussetzungen für eine Verhinderungspflege?

Voraussetzung für die Leistung nach §39 SGB XI ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Außerdem muss die Pflege im häuslichen Umfeld geleistet werden. Zieht die zu pflegende Person hingegen die vorübergehende Betreuung in einer stationären Einrichtung vor, spricht man von einer Kurzzeitpflege. Die Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege wird, unter bestimmten Bedingungen, ebenfalls von der Pflegekasse unterstützt.

Was ist der Unterschied zwischen „Verhinderungspflege“ und „Kurzzeitpflege“?

Die Verhinderungspflege findet zu Hause, die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung statt – also in einem Pflegeheim oder ähnlichem.

Lassen sich Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege kombinieren?

Für die Kurzzeitpflege gibt es ebenfalls ein Budget von 1612 Euro pro Jahr, das zusätzlich zur Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden kann. Durch die Kombination von Verhinderungs- (zu Hause) und Kurzzeitpflege (in Pflegeeinrichtung) kann eine deutlich längere Auszeit finanziert werden. Das Budget für die Verhinderungspflege kann zudem erhöht werden, wenn die Kurzzeitpflege im laufenden Jahr nicht genutzt wird. Bis zu 50 Prozent des Kurzzeitpflegebudgets kann dann zusätzlich für die Verhinderungspflege genutzt werden. Damit stehen Ihnen insgesamt also bis zu 2418 Euro zur Verfügung.

Wer darf die Pflegeleistungen erbringen?

Die Pflegeleistungen können sowohl durch einen zugelassenen Pflegedienst als auch eine Privatperson, z.B. Nachbarn, Freunde oder Verwandte, die mit der zu pflegenden Person nicht zweiten oder ersten Grades verwandt, beziehungsweise verschwägert sind, erbracht werden.

Welches Leistungsspektrum bietet die Verhinderungspflege?

Prinzipiell deckt die Verhinderungspflege alles ab, was über die Pflegeversicherung genehmigungsfähig ist: Die Grundpflege, pflegerische Versorgungen, Betreuungsleistungen sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. Am besten, Sie setzen sich mit Ihrem Johanniter-Berater in Verbindung. Gemeinsam klären wir Ihren Leistungsbedarf und legen Umfang und Art der benötigten Hilfe fest.

Welche Gründe werden für die Genehmigung einer Verhinderungspflege akzeptiert?

Das Leben ist facettenreich – und das wissen auch die Pflegeversicherungen. So bitten sie zwar darum, sich vor der Antragstellung Gedanken darüber zu machen, ob eine Verhinderungspflege wirklich notwendig ist, akzeptieren aber in der Regel die von Ihnen angeführten Gründe. Ob Familienfeier, Arztbesuch, dringende Besorgungen, Überlastung oder Verhinderung durch Berufstätigkeit, Erkrankung der Pflegeperson oder Urlaub: In der Regel gibt es keine Probleme bei der Genehmigung. In jedem Fall unterstützen wir Sie auch gern bei der Antragstellung.

Wie wird die Johanniter-Leistung abgerechnet?

Wer sich für die Verhinderungspflege bei den Johannitern entscheidet, kann uns direkt mit der Pflegeversicherung abrechnen lassen. Voraussetzung dafür ist eine Abtretungserklärung zu unseren Gunsten. Denn die Verhinderungspflege ist eine Erstattungsleistung. Liegt keine Abtretungserklärung vor, gehen Rechnungen für erbrachte Leistungen erst einmal direkt an den Kunden. Dieser kann sich dann den finanziellen Aufwand von seiner Pflegeversicherung erstatten lassen.