Pflege

Die Pflege im Johanniterhaus Genthin-Wald orientiert sich an dem Modell der „Fördernden Prozesspflege“ der Professorin Monika Krohwinkel und den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und Forschung. Die Menschen bekommen bei uns Unterstützung, Anleitung und Beratung, um ihre vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten und verloren gegangene nach Möglichkeit wiederzuerlangen. Autonomie und Selbstständigkeit sollen so lange wie möglich erhalten bleiben. Neben der Hilfe in den ganz alltäglichen Lebensaktivitäten wie z.B. essen und trinken oder sich pflegen, ist es uns wichtig, die bei uns lebenden Menschen in der Gestaltung ihrer sozialen Beziehungen und im Umgang mit belastenden Erfahrungen wie beispielsweise dem Verlust eines Angehörigen zu begleiten.

Wertschätzung erfahren, dies drückt sich aus in der Wahrnehmung von Geborgenheit, Sicherheit und Verständnis. Dadurch können sich Menschen mit vielfältigen Prägungen begegnen, ihre Lebenserfahrungen austauschen, sich ihrer Überzeugungen vergewissern und miteinander ihren Horizont erweitern.

Menschen mit einer demenziellen Pflegebedürftigkeit sind in einem besonderen Maß eingeschränkt in allen Tätigkeiten des Alltagshandelns. Mit dem Verlust des Gedächtnisses und damit auch der Orientierungsfähigkeit im eigenen Leben und im sozialen Umfeld entstehen für demenzkranke Menschen viele Unsicherheiten und Ängste. In dem Maß, wie ein demenzkranker Mensch sein Erinnerungsvermögen verliert, geht er sich selbst und seinen Angehörigen verloren.

Mit ausgewählten Kommunikationstechniken wie z.B. der Validation gelingt es den Pflegepersonen, sich an der Wirklichkeitswelt der Menschen mit Demenz zu orientieren – Vertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Durch Erinnerungspflege und Biographiearbeit sammeln sie die für eine individuelle Pflege notwendigen Informationen und treten über die Brücke der Vergangenheit in Beziehung zu den Menschen, schaffen Selbstbewusstsein und Freude im alltäglichen Leben.

Im Alltag gilt es, den Menschen gut kennen zu lernen, zu wissen, was er in seinem Leben getan hat, wo er gelebt hat, welche Schicksalsschläge ihm widerfahren sind, welche Interessen, Vorlieben und Gewohnheiten vorhanden sind, um biographisch verankerte Fähigkeiten aufzugreifen und Verhaltensweisen verstehen zu können. Für uns Pflegende zählt die Erlebniswelt des Bewohners; wir geben dieser Welt Raum und Zeit als Begleiter.

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Ein Koffer voller Erinnerungen