Jugendaustausch

Jugendaustausch-Projekt auf dem Gut Beinrode

Fröhliches Lachen und ein buntes Stimmengewirr klingen vom Hof des Johannitergutes, als 44 junge Leute den Bus ansteuern, der an der Zufahrt steht. Vorsichtig werden die Rollstühle und Gehilfen verstaut, und dann geht es in Richtung Lengenfeld zum Draisinefahren.

Beinrode. Die Gruppe ist gemischt - ihr gehören Jugendliche aus Italien, Schottland und Deutschland an. Die Vielfalt zeigt sich auch noch auf eine andere Weise: Behinderte und Nichtbehinderte im Alter zwischen 13 und 25 Jahren verleben zusammen ihre Ferien. "Wir wünschen uns, dass Barrieren ab- und Toleranz aufgebaut wird", sagt Claudia Hamel, die für die Organisation zuständig und die gute Seele der Freizeit ist. So freuen sich auf den Ausflug junge Menschen mit Down-Syndrom ebenso wie die mit einer Gehbehinderung. So wie das Miteinander aller kein Problem ist, ist auch die Sprache keins. In der Regel wird Englisch gesprochen, doch mit Mimik und Gestik können sich die 11 Italiener, 16 Schotten und 17 Deutschen ebenfalls gut verständlich machen. Und manchmal braucht es gar keine Worte. Schnell noch einmal schauen Jasmin May und Rebecca Riesmeier aus dem Bus, bevor der losrollt. "Es ist toll, andere Menschen und andere Kulturen kennenzulernen. Und es ist wirklich lustig, sich mit Pantomime zu verständigen. Außerdem ist die ganze Kombi eine gute Sache", sind sich die Kirchohmfelderin und die Kirchworbiserin einig.

Gemeinsam haben sie und die anderen schon einiges erlebt und noch einiges vor. So gab es einen interkulturellen Abend, Fußballspiele und im Kletterwald in Blankenburg konnten sich die Jugendlichen ausprobieren. Am Donnerstag steht dann ein Besuch im Lager Dora an. Freitag geht es ins Grenzlandmuseum nach Teistungen. "Drei Videoprojekte, eines zu Bauer sucht Frau, ein Musikvideo sowie eines zu einer Liebesgeschichte, werden wir noch drehen, die Kulissen selbst fertigen", erzählt Claudia Hamel mit Blick auf die nächsten, spannenden Tage.

Sigrid Aschoff / 31.07.12 / TA