Koordinierungsstelle

Geld für Projekte im Eichsfeld

Für Vereine und Verbände ist das neue Programm des Bundes ein Segen. Schon in diesem Jahr fließen in unseren Landkreis 60 000, im nächsten 90 000 und im Jahr 2013 noch einmal 80 000 Euro. Viel Geld, das darauf verwendet werden soll, Jugendliche zu Demokratie, Toleranz und eigenständigem Handeln zu erziehen.

Heiligenstadt. Doch einfach so gibt es das Geld nicht. Zunächst müssen die freien Träger, wie Arbeiterwohlfahrt, Diakonie oder Caritas, Konzepte vorlegen. Sich quasi selbst neu erfinden, um in den Genuss des Geldes zu kommen. Dutzende Mitarbeiter sind derzeit dabei, Formulierungen zu suchen, die überzeugen können, ein Projekt zu unterstützen. Denn die bisherige Arbeit wird nicht gefördert. Das Ganze muss neu sein oder zumindest neu klingen. Auch Schulen haben die Chance, die Kassen ihrer Fördervereine aufzustocken, wenn sie sich beteiligen. Zwar klagen Lehrer schon heute, dass sie mit solchen Aktionen zugeschüttet werden. Das Geld könnte jedoch Anreiz geben, gerade dieses Programm namens "Toleranz fördern Kompetenz stärken" nicht zu ignorieren.

Im Landratsamt sind Heike Grimm und Isabel Aschoff damit betraut, Anfragen zu koordinieren. "In diesem Jahr müssen wir zunächst alles vorbereiten", erklärt Heike Grimm. Unter anderem wird ein sogenannter Begleitausschuss gegründet. Er besteht aus 18 Mitgliedern darunter zahlreiche Chefs von freien Trägern, die selbst Projekte ergattern wollen. "Dieses Gremium wird die Anträge prüfen und befinden, wer Geld bekommt", erklärt Grimm. Wie man das Problem lösen will, dass einzelne Mitglieder selbst begünstigt werden, ist noch nicht gänzlich geklärt. "Vermutlich darf der Betroffene dann nicht mit abstimmen." Eingerichtet wurde bisher eine lokale Koordinierungsstelle im Landratsamt, eine externe im Gut Beinrode, eine Stelle für Öffentlichkeitsarbeit in Beinrode und eine Veranstaltungreihe, ebenfalls im Johannitergut.

Das Bildungswerk für Wirtschaft ist mit einer Situations- und Ressourcenanalyse betraut, die "Ko-ra-le" schulterte das erste Projekt mit Aktionen gegen den Heimattag der NPD unter der Parole "So bunt ist das Eichsfeld". Und die Villa Lampe startete am 1. November ein auf drei Jahre angelegtes Vorhaben namens "We connect youth". Dabei geht es darum, dass sich Kinder und Jugendliche aktiv in die Politik einbringen und Dinge anstoßen sollen. Anders als Kinderparlamente sei dieses Projekt sehr flexibel ausgerichtet, erklärt die Koordinatorin. Bis Februar sollen weitere Projekte bekannt sein. Angedacht ist beispielsweise eines für den Riethpark in Dingelstädt. Bis zu 20 000 Euro darf der Begleitausschuss pro Konzept bereitstellen.

 

Thomas Müller / 17.11.11 / TA