Kräuterspirale

Johannitergut: Brennender Busch ist eine Besonderheit

Wer auf Heilkräuter schwört, der wird gern belächelt. Wenn Hilmar Burggrabe in Verbindung damit das Wort Hokuspokus hört, dann lächelt er.

Beinrode. Wer auf Heilkräuter schwört, der wird gern belächelt. Wenn Hilmar Burggrabe in Verbindung damit das Wort "Hokuspokus" hört, dann lächelt er. Er ist Experte für Heilkräuter, hat in allen Teilen Deutschlands doziert und wird jetzt in Beinrode ein neues Projekt starten. Noch in dieser Woche werden die Pflanzen für die größte begehbare Kräuterspirale im Eichsfeld, die künftig auf dem Johannitergut zu sehen ist, geliefert. Die Grundlage ist bereits geschaffen. Zwölf Meter misst der 1,50 Meter hohe Hügel im Durchmesser, der im Garten des Gutes in den vergangenen Tagen entstanden ist. Darauf werden die Kräuter gepflanzt.

Hilmar Burggrabe, der in Holungen wohnt, schwört auf Heilkräuter. Wenngleich er weiß, dass nicht jedes Kraut bei jedem Menschen dieselbe Wirkung hervorruft. Allerdings liegt das häufig daran, da ist sich der Experte sicher, dass Menschen nur denken, über den richtigen Umgang Bescheid zu wissen. "Die Wirklichkeit sieht oft ganz anders aus." Burggrabe nennt Salbei als ein Beispiel, bei dem es nicht selten zu Fehlanwendungen komme. Wolle man einen Salbeitee beispielsweise nutzen, um Entzündungen zu hemmen, dann dürfe man ihn maximal drei Minuten ziehen lassen, sonst sei die Wirkung dahin.

Salbei wird in seinen verschiedenen Varianten auch in der Kräuterspirale zu finden sein. Sieben bis acht unterschiedliche Sorten gibt es. Etwa 400 Pflanzen verschiedener Arten setzen Teilnehmer eines Seminares am kommenden Freitag in Beinrode ein. Darunter ist auch der sogenannte Diptam, der auch "Brennender Busch" genannt wird. Die Pflanze hat den Ruf, auf dem Berg Sinai der Dornbusch zu sein, der brannte, als Mose die zehn Gebote erhalten hat. "Das ist nicht bewiesen, aber es gibt die Erzählung", berichtet Burggrabe. Und theoretisch wäre das sogar möglich. Denn die Pflanze, erzählt der Holunger, sei ein Duftkraut, dass einen starken Umgebungsgeruch ausstrahle. "Wenn man in ihre Nähe Feuer hält und der Wind nicht sehr stark ist, dann brennt es", erzählt er von einem Selbstversuch. Dabei werde dann die Pflanze aber nicht zerstört.

Neben dem Diptam werden weitere Besonderheiten in der Kräuterspirale zu sehen sein registriert hat Hilmar Burggrabe alle auf einer mehrseitigen Liste. Natürlich gebe es auch die herkömmlichen Küchenkräuter, die einfach dazu gehören.

Dass die Kräuterspirale in ihrer geplanten Form im Eichsfeld ein Alleinstellungsmerkmal darstellt, davon gehen Burggrabe und der Geschäftsführer des Johannitergutes, Ulf Biedler, aus. "Wir werden sie möglicherweise zum Johannesfest einweihen", blickt er voraus.

Als Grundlage für die Spirale dienen 80 Kubikmeter Oberfläche grobe und feine Erde. Denn je nach Kraut sind viele oder wenige Nährstoffe notwendig. Angelegt ist die Spirale so, dass die Pflanzen nach den Himmelsrichtungen eingesetzt werden können, um ihnen optimale Wachstumsmöglichkeiten zu bieten. Eine Spirale führt hinein und eine wieder heraus, sodass auch die Besucher genügend Platz und Zeit haben, sich mit den Pflanzen und ihren Wirkungen auseinanderzusetzen. Und probiert werden darf auch dann kann sich jeder sein Urteil bilden, ob Kräuter heilen. Hilmar Burggrabe jedenfalls ist davon überzeugt.

 

Fabian Klaus / 03.05.11 / TLZ