Mittelaltermarkt

Mittelalterlicher Markt auf dem Gut Beinrode

In die Zeit der Ritter und Burgfräuleins konnten sich alle Kinder und ihre Eltern am Wochenende auf dem Gut Beinrode zurückversetzen lassen. Denn das Johannitergut hatte zu einem mittelalterlichen Frühlingsmarkt eingeladen.

Beinrode. Das gesamte Gelände des Gutes hatte sich in einen bunten Markt verwandelt. Gleich am Eingang strickte eine Frau winzige Babypullover und Socken. Ein Korbmacher stellte seine Waren aus und die Papis interessierten sich besonders für den Stand mit dem selbst gemachten Weinen und Likören aus Aronia-Beeren. Gegenüber in der Werkstatt standen die Kinder Schlange, denn hier durften sie selbst heiße Eisen schmieden. Kinderkarussell und Zuckerwatte, Luftballons und vor allem die Spielzeugausstellung haben alle Mädchen und Jungen begeistert. Besonders bestaunten sie hier den riesigen Eiffelturm, die Sportarena und die Londoner Tower Bridge, die übermannsgroß aus dem Inhalt der Eitech-Metallbaukästen aus Pfaffschwende aufgebaut waren.

Höhepunkt des Marktes war aber das Ritterlager der Theatergruppe "Das Geierlamm", deren fünf Mitglieder extra aus Leipzig und Lützen nach Beinrode angereist waren, um ihr Programm mit Schwertkampf, Fakir- und Feuershow zu zeigen und die Gäste bei verschiedenen Wettkämpfen zum Mitmachen zu animieren. Der kleinste Ritter, er heißt Konrad, ist übrigens erst sieben Monate alt.

Michael Rauchfuß, der Chef der Truppe, lud die Kinder zu einem richtigen Ritterturnier ein. So traten zum Beispiel Julian aus Leinefelde sowie Helena und Vincent aus Heiligenstadt gegen Berthold von Auerstedt an. Auf ihren Steckenpferden ritten sie mit äußerster Geschicklichkeit, und sie hatten sogar noch eine Hand frei, um das Holzschwert zu schwingen und damit den Gegnern aus Stroh und Holzklötzen den Garaus zu machen. Am Ende gab es für die mutigen Kinder bunte Ketten als Belohnung.

Die Eltern schauten dem Schauspiel gespannt zu und feuerten die Kleinen an. Hinterher gab es Schwein vom Spieß oder eine kleine Auszeit im Café, das bei dem herrlichen Wetter natürlich Stühle und Tische nach draußen gebracht hatte. Und auf dem Heimweg konnten die Muttis Blumen für den Garten daheim kaufen, der pünktlich zum kommenden Osterfest hübsch bunt werden soll.

Natalie Hünger / 26.03.12 / TA

Erster Mittelaltermarkt auf dem Johannitergut Beinrode

Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm haben die Johanniter am Sonntag zum ersten mittelalterlichen Frühlingsmarkt auf dem Gut Beinrode eingeladen. Mehr als 1600 Besucher wollten sich das bunte Treiben bei schönstem Wetter nicht entgehen lassen.

Beinrode. Bereits am Vormittag füllte sich die zum Parkplatz umgewandelte Fläche vor dem Gutshof zügig mit Fahrzeugen aus dem Eichsfeld, aber auch aus umliegenden Kreisen. Bei strahlendem Sonnenschein nutzten auch viele Fahrradfahrer und Wanderer den Tag für einen gemütlichen Spaziergang über das weitläufige Gelände mit seinen mehr als 25 Marktständen. "Wir haben in diesem Jahr auf die Unterhaltung der Gäste und Zuschauer ganz besonderen Wert gelegt", informierte Ulf Biedler, Geschäftsführer und Leiter des Landschulheimes. So engagierte man eigens für diesen Tag eine professionelle Gauklertruppe, die Goselagerer aus Weißenfels.

Mit einem aufwendig inszenierten Programm verstanden sie es, die Zuschauer in die dunkle und mystische Zeit des Mittelalters zurückzuversetzen. Mit viel Liebe zum Detail stellten sie beispielsweise das Lagerleben in der damaligen Zeit nach, zeigten einen mittelalterlichen Freikampf mit allerlei originalgetreuen Waffen und begeisterten mit spektakulären Feuerkunststücken. Ein vorher abgesteckter Parcours diente ihnen dabei als rundherum einsehbare Bühne. Erstaunte Gesichter sah man, als die Feuerkünstler Alexander Roschke und Michael Rauchfuß mit ihrer brenzligen Arbeit begannen. Nach einem kräftigen Schluck Spezialbrandmittel aus der Blechflasche spien sie abwechselnd die fein zerstäubte Flüssigkeit in die brennenden Fackeln.

Der daraus entstandene Feuerball erreichte dabei oft eine Höhe von mehreren Metern und ließ die Gäste jubeln. "Wir haben das Motto ,Lebendiges Mittelalter in diesem Jahr ganz bewusst gewählt, verwies Biedler auf die ebenfalls schon lange Geschichte des Gutes Beinrode. Man wolle den Gästen in diesem Jahr einmal etwas anderes bieten als nur die üblichen Verkaufsstände, meinte er. Trotzdem konnte man sich bei den ausstellenden Gärtnereien über die vielfältige Frühlingsbepflanzung und Pflege von allerlei Sommerblumen informieren. Bei den Jüngsten besonders beliebt war die Herstellung einer ganz persönlichen Kerze am Stand von Paul Werner Drößler aus Beuren. Er hielt verschiedene bunte Wachsfarben in kleinen Töpfchen für die Kinder bereit.

Mit wenigen Handgriffen konnten diese sich so eine farblich einzigartige Kerze tauchen. "Die Renner bei der Farbauswahl sind seit der Fußballweltmeisterschaft im letzten Jahr ganz klar Schwarz, Rot und Gold", schmunzelt Drößler. Auch für das leibliche Wohl war an diesem Tag bestens gesorgt. Zahlreiche Stände mit unterschiedlichsten Leckereien verbreiteten ihren Duft weit über den Gutshof hinaus. Das erfolgreiche Konzept eines Erzeugermarktes mit Unterhaltungswert wollen die Verantwortlichen auch für ihren geplanten Weihnachtsmarkt am 3. und 4. Dezember übernehmen. Er soll ebenfalls an die mittelalterliche Epoche angelehnt werden.

 

Rene Weißbach / 12.04.11 / TA