Geschichte

Kurzer geschichtlicher Überblick zum Gut Beinrode im Eichsfeld

"Beyenrode", das heutige Beinrode an der B 247 zwischen Leinefelde und Kallmerode, wurde erstmals im Jahre 1348 in einer Urkunde von Konrad von Worbis als Siedlung erwähnt. Danach war es jahrelang eine Wüstung zu Füßen der einstigen spätmittelalterlichen Herrenburg auf dem "Köpfchen".
Der kurmainzische Besitz wurde von den Landesherren über Jahrhunderte an eichsfeldische Adelsgeschlechter, wie die von Bültzingsleben und von Wintzingerode, zu Lehen.


1554 errichtete ein Müller aus Birkungen ohne Genehmigung eine Wassermühle. Dennoch entstanden später weitere Gebäude.


1656 erhielt ein Erfurter Bürger das zum Vorwerk gewordene "Beenrode" vom Mainzer Kurfürsten zu Lehen.


Anfang des 18. Jahrhunderts war Beinrode ein ansehnliches Gut geworden. Der Abt des ältesten eichsfeldischen Zisterzienserklosters Reifenstein, Martin Günther, kaufte 1729 die "Villa Beyenrode in Eichsfeldia" mit sämtlichem Zubehör an Weiden, Äckern, Fischerei, Wald, einer Mühle und einer Ziegelei für 7500 Taler von der Familie von Sothen aus Duderstadt.


Abt Simon Hentrich ließ den Erwerb 1738/40 nach Plänen des Dingelstädter Baumeisters Johann Christoph Heinemann zu einem Filialkloster mit barockem Konventsgebäude erweitern und ausbauen.


Nach der Inbesitznahme des Eichsfeldes durch Preußen und der Auflösung des Mönchsklosters Reifenstein wurde Beinrode im Jahre 1803 zu einem Vorwerk der preußischen Domäne Reifenstein. Dadurch ging der Klostercharakter fast völlig verloren.

 

1917 pachtete der "Reifensteiner Verband für Wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Land" das Anwesen.


1918 wurde Beinrode als Frauenschule des Reifensteiner-Verband eingerichtet, dazu erfolgte ein zweckmäßiger Aus- und Umbau des Hauptgebäudes.

1921 begann die Ausbildung ländlicher Haushaltspflegerinnen in vielen praktischen und theoretischen Bereichen. Es wurden einige Umbaumaßnahmen an der Giebelseite des Haupthauses vorgenommen. Der Esssaal, die Küche und ein zweiter Lehrsaal wurden gebaut.


1926 gab die Frauenschule die Landwirtschaft ab, es wurden die Kutscherwohnung und die Stallungen neu gebaut. Die "Beispielwirtschaft Beinrode" übernahm den größten Teil der Aufgaben in Feldbau und Tierzucht. Die praktische Ausbildung der Maiden(Frauen) erfolgte auf 10 Morgen Ackerfläche und im Garten. Die Initialien des Wortes M.A.I.D. bedeuteten Mut, Ausdauer, Idealismus und Demut und beinhalteten die Philosophie der Ausbildung.


1945 wurde die Landwirtschaftseinrichtung, im Ergebnis der Bodenreform, in ein volkseigenes Gut umgewandelt und zunächst auf 100 ha Nutzfläche Milchwirtschaft sowie Schweinezucht und -mastbetrieb reduziert. Vertriebene erhielten hier eine Unterkunft. 1949 erfolgte die Auflösung der Frauenschule. Die Geflügelzucht und -haltung sowie eine Brüterei wurden aufrechterhalten. Anschließend folgte die Nutzung der Gebäude als Spezialschule für Tierzucht.


1957 schloss die Spezialschule und das Gebäude wurde als Lehrlingsheim genutzt.


1963 Zuordnung des Gutes Beinrode zur VEG Berlingerode.

 

1969 löste sich die Berufsschule auf.


1970 wurde das Gebäude als Schule für die ersten Klassen von Leinefelde genutzt, bis die Schulen fertig gestellt waren.


1972 - 1991 Nutzung als Sonderschule des Landkreises Worbis. Danach standen die Gebäude leer.


1998 übernahm der gemeinnützige Verein "Big Dipper" die Immobilie und begann mit der Restaurierung der historischen Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie der Freiflächen.


1999 erfolgte die Renovierung des Tor- und Gesindehauses. Die ersten Tiere für den Kinderbauernhof trafen ein. Der Garten und das Gewächshaus wurden wieder bewirtschaftet.


2000 konnte die Barockkapelle nach 1½ Jahren Sanierung, ohne Rekonstruktionsmöglichkeit des Originalzustandes wegen fehlender Aufzeichnungen, fertig gestellt werden. Sie wurde in der vergangenen Zeit als Kükenbrüterei, Molkerei, Heizraum, Turnhalle und Futterküche genutzt. Sie wurde dem Erzengel Michael geweiht, nach einer Figur am Portal einer Tür im Innenhof.


2001 wurde die "Alte Mühle" für Übernachtungsmöglichkeiten umgebaut. Nach gut 200 Jahren fand das erste Patronatsfest in der renovierten Kapelle statt.

 

Seit 2003 bewirtschaftet das Ländliche Entwicklungszentrum das Gut Beinrode.

 

2004 das Schullandheim in Hundeshagen wird geschlossen und ist ab dem 01.08.2004 auf dem Gut Beinrode untergebracht. Dazu wurden im Erdgeschoss vom Gutshaus Aufenthalts- und Unterrichtsräume eingerichtet.
Das Gut Beinrode wird an das Erdgasnetz von Eichsfeldgas angeschlossen. Seit dem 01.12.2004 ist die Provinzial-Sächsische Genossenschaft des Johanniterordens alleiniger Gesellschafter der Ländlichen Entwicklungsgesellschaft gGmbH.


2005 - 2006 wurde der Dachstuhl und das Dachgeschoß des Gutshauses komplett erneuert und das Dach mit neuen Ziegeln gedeckt. Das Gutshaus wurde behindertengerecht umgebaut, mit Aufzug, Seminarräumen und entsprechender Einrichtung in den Zimmern.


2007 wurden das erste Obergeschoss und der Eingangsbereich erneuert, im 1. OG befinden sich 4 Seminarräume und 8 Zimmer mit 2 bzw. 4 Betten und Nasszelle.


Seit 2008 heißt das Gut Johannitergut Beinrode. Als deutliches Zeichen weht die Johanniterfahne auf dem Dach des Gutshauses.

 

2008 wurde mit dem Bau einer Holzhackschnitzelheizung begonnen, die seit 2009 das Gutshaus und die angrenzenden Gebäude beheizt.

 

2009 erfolgten weitere Baumaßnahmen. Der ehemalige Kuhstall wurde umgebaut. In ihm befinden sich heute eine neue, moderne Küche und ein neue Speisesaal, die im Februar 2010 eingeweiht wurden. Aber auch der Platz vor dem Gutshaus hat ein neues Gesicht bekommen.

Der ehemalige Schweinestall abgerissen, so daß sich die Spielwiese für die Kinder vergrößert hat.

 

Am 27. November 2009 wurde in der Kunstgießerei Lauchhammer unsere Glocke für das Johannitergut Beinrode gegossen, die Ende Mai 2010 mit einem festlichen Gottesdienst eingeweiht wurde. 

 

 

 

 

 

Links zum Thema