Großes Interesse am Adipositastag im Johanniter-Krankenhaus

Bonn, 13. Mai 2018

In der Bevölkerung, aber auch bei einem Teil der Betroffenen, besteht ein enormes Informationsdefizit bei dem Thema Adipositas. Vielen ist der Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und den schwerwiegenden Folgeerkrankungen, wie Diabetes, Bluthochdruck oder Krebs nicht bekannt. Um dem entgegenzuwirken, hat das Bonner Johanniter-Krankenhaus jetzt wieder einen Adipositastag veranstaltet. Das Interesse war sehr groß. Über 100 Besucher fanden ihren Weg in den Großen Saal des Johanniter-Krankenhauses, trotz schönsten Frühlingswetters.

Dort erläuterten Ärzte verschiedener Fachrichtungen Probleme und Therapiemöglichkeiten bei krankhaftem Übergewicht. Das Adipositaszentrum Bonn/Rhein-Sieg stellte sich vor und ein Adipositas-Schulungskonzept wurde erläutert. Vorträge und Diskussionen gaben Antworten auf die Frage, was Betroffene bei massivem Übergewicht alles tun können. Die Gäste erfuhren auch alles über die neuesten Entwicklungen in der Adipositaschirurgie.

In Europa hat sich die Zahl der übergewichtigen Menschen in den letzten 30 Jahren verdreifacht. Nach aktuellen Hochrechnungen werden im Jahre 2030 über 50 Prozent der Europäer fettleibig sein. „Krankhaftes Übergewicht ist in den Industriestaaten zur Epidemie geworden“, erklärt Prof. Dr. Andreas Türler, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im Bonner Johanniter-Krankenhaus.

In Deutschland ist mittlerweile jeder zweite Bürger übergewichtig und sogar jeder fünfte Bürger adipös mit einem Body-Mass-Index von über 30 kg/m². Tendenz steigend. Damit hat Deutschland in Sachen Fettleibigkeit in Europa eine führende Rolle eingenommen. Das Wissen über krankhaftes Übergewicht als komplexe und chronische Erkrankung muss deshalb vor allem in Deutschland erhöht werden. Daher freute sich Prof. Türler darüber, dass der Adispositastag im Johanniter-Krankenhaus zu einem festen Bestandteil geworden ist. So hofft er, die Krankenkassen für das Thema sensibleren zu können. „Denn viele Kassen sind nicht bereit, Adipositas Operationen zu bezahlen. Das muss sich ändern.“

Weitere Informationen zum Referenzzentrum für Adipositas