VIII. BREAST CANCER BONN (BCB)

Bonn, 19. Februar 2018

Auch in diesem Jahr war das 8. „BREAST CANCER BONN - Fortschritte in der Therapie des Mammakarzinoms und der gynäkologischen Onkologie“ im Bonner Kunstmuseum wieder mit mehr als 250 registrierten Teilnehmern sehr gut besucht. Dabei handelt es sich um eine ärztlichen Fortbildungsreihe des Brustzentrums Bonn-Euskirchen am Johanniter-Krankenhaus sowie des DKG Zertifizierten Onkologischen Zentrums.

Die Vielzahl der zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten und die immer wieder wechselnden Facetten einer individualisierten Therapie von stark variierenden Befunden stellen die Medizin täglich vor neue Herausforderungen. Aktuelle Studien und deren Veränderungen an den Leitlinien zu Behandlung von Brust-, Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs standen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Veranstaltung, um die anwesenden Haus- und Fachärzte auf den neusten Stand der Wissenschaft zu bringen.

Vor der Pause wurde das Thema Brustkrebs intensiv bearbeitet und von Prof. Ute-Susann Albert aus Marburg eingeführt. Als Mitglied der S3-Leitlinienkommission Früherkennung konnte sie die aktuellsten Daten zur Entdeckung von Brustkrebs darstellen und verdeutlichte eindrücklich, dass die Früherkennung, besonders auch durch das Mammographie-Screening, Leben rettet. Prof. Dr. med. Uwe-Jochen Göhring, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe des Bonner Johanniter-Krankenhauses und Leiter des Brustzentrums beschrieb ausführlich die aktuellsten Behandlungsmöglichkeiten des frühen, Brustkrebses. Durch Darstellung der unterschiedlichen Tumorausprägungen wurde die Notwendigkeit der individuellen Therapieoptionen herausgearbeitet. Dabei ging er speziell auf die Tumoren mit bzw. ohne Hormonabhängigkeit und ohne Nachweis des Krepssupressorgens Her2 ein. Die spezielle Untergruppe Her2-positiver Brustkrebse wurde von Prof. Dr. Michael Untch aus Berlin im geschichtlichen Rückblich dargestellt. Prof. Untch gehört seit dem Nachweis dieser Brustkrebseigenschaft zur treibenden Kraft der weiteren Erforschung und Therapie mit gezielten Antikörper gegen das Her2.

Im zweiten Teil begann Prof. Dr. Uwe Wagner (Marburg) mit seinen Ausführungen zur Behandlung des Eierstockkrebses. Auch er hat in der offiziellen S3-Leitlinie Ovar aktiv mitgearbeitet und konnte somit aktuellste Varianten sowohl der intensiven operativen, als auch der medikamentösen Therapie bis hin zum Einsatz modernster Antikörpertherapie vorstellen. Danach zeigte Priv. Doz. Dr. G. Mehlhorn den Standard und die aktuelle Therapie des Gebärmutterhalses auf, wobei sie nochmal verdeutlichen konnte, dass sowohl regelmäßige Früherkennung beim Frauenarzt durch den gynäkologischen Abstrich in Kombination mit einer Bestimmung des auslösenden HPV (Humanes Papillom Virus) die Erkrankungsrate sinken lässt. Dies wird unterstützt durch die Möglichkeit der HPV-Impfung junger Mädchen und ggf. auch der heranwachsenden jungen.

Abschließend gelang es Prof. Dr. Yon Ko, Leiter des onkologischen Zentrums und Chefarzt der Internistischen Onkologie am Johanniter-Krankenhaus, einen Spannungsbogen über die gesamte gynäkologische Onkologie und Brustkrebserkrankung zu ziehen, indem er die Risiken und Möglichkeiten bei Wiederauftreten von Krebserkrankungen nach der ersten Therapie aufzeigte. Er konnte verdeutlichen, dass durch modernster, immer mehr zielgerichteter, individueller Therapie die Chance auf ein besseres Leben, trotz z.T. chronischer Verläufe mit guter Lebensqualität bestehen bleibt. Dies macht auch der Einsatz unterstützender Therapien möglich. Viele dieser Therapien werden ambulant durchgeführt. Daher ist es ausgesprochen wichtig, dass bei Problemen (z.B. Fieber), die Patienten unverzüglich in Onkologische Zentrum einzuweisen. Nur so ließen sich nachhaltige Komplikationen verhindern.

Fazit von Prof. Göhring: Neben den Vorträgen von höchster Qualität und Aktualität  war der enge Austausch zwischen den Teilnehmern und den Referenten besonders eindrucksvoll. Es wurde sehr viel diskutiert, so dass Kernpunkte der einzelnen Themen vertieft werden konnte. Mit den zertifizierten onkologischen Organzentren ist das Johanniter-Krankenhaus bestens aufgestellt und bereit, seine Patienten auch in der Zukunft neben der gewohnten menschlichen Zuwendung auf höchstem Niveau mit modernsten Therapieoptionen zu behandeln. Dabei steht der Patient im Mittelpunkt. Er profitiert von hochprofessionellen, sich  interdisziplinar ständig austauschenden Ärztinnen und Ärzten.

 

Im nächsten Jahr findet die Veranstaltung Brust Cancer Bonn am 27.01. oder 02.02.2019 statt.