Wiederbelebung im Takt von Queen

Bonn, 23. September 2017

„Alle drei Minuten bricht statistisch gesehen bei uns in Deutschland jemand mit einem plötzlichen Herzstillstand zusammen“, sagt Dr. Markus Födisch. Er ist Ärztlicher Leiter des Trainingszentrums für Angewandte Notfallmedizin und Medizinische Simulation im Johanniter Waldkrankenhaus in Bad Godesberg. Aber oft können Menschen, mit einer solchen Notsituation nicht umgehen.

Daher hat die Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie das German Resuscitation Council die „Woche der Wiederbelebung“ mit einem Schwerpunkt „Kids save lives !“  ins Leben gerufen.

Schulsanitäter

Gemeinsam mit seiner Kollegin Regina Matthiesen besuchte Dr. Födisch mehrere Bonner und Kölner Schulen, um Jugendlichen die Grundlagen der Reanimation beizubringen. Unter anderem fand ein Training in der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule in Bad-Godesberg statt. „Ich finde das super“, freute sich Lehrerin Angelika Bettels-Petersen, die an der Schule auch für den Schulsanitätsdienst zuständig ist. „Im Anschluss an diesen Wiederbelebungsunterricht melden sich immer viele Schüler, die dann auch zu Schulsanitätern ausgebildet werden wollen.“ Weitere Schulen, die auf der Liste von Dr. Födisch und Regina Matthiesen standen waren unter anderem das Amos-Comenius-Gymnasium und das Robert-Wetzlar-Berufskolleg in Bonn sowie Erzbischöfliche Berufskollegium in Köln.

Angst nehmen

„Wir wollen den Schülern die Angst vor der Wiederbelebung nehmen“, sagt Dr. Markus Födisch. Ein Herzstillstand könne jeden treffen, so Födisch, „auch in jungen Jahren. Deshalb ist es wichtig, dass jeder die einfachen Maßnahmen erlernt und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gekonnt anwendet. Die sofortige Herzdruckmassage und der Umgang mit dem Defibrillator, der durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern beenden kann, verdoppelt bis verdreifacht die Chance des Überlebens.“ Bis zum Eintreffen des Notarztes, geht es dann darum, durch schnelles und festes Drücken des Brustkorbes den Patienten am Leben zuhalten. Mit musikalischer Begleitung des Songs „Another one bites the dust“ der Rockgruppe Queen übten die Schüler, genau dies etwa 100 Mal pro Minute zu tun. „Der Beat des Queen-Songs ist dabei eine gute Unterstützung“, so Födisch. Denn er gebe einen sehr guten Tackt für die Druckmassage vor.

Vielzahl an Seminaren

Das ganze Jahr über bietet das Trainingszentrum für Notfallmedizin am Johanniter Waldkrankenhaus eine Vielzahl an Seminaren für Unternehmen und Arztpraxen an. Weitere Infos finden Sie hier