Neues Zeitalter der Operationstechnik im Johanniter-Krankenhaus

Bonn, 21. Dezember 2017

Da Vinci Roboter ermöglicht hochkomplexe minimal-invasive Eingriffe in 3D

Die Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Bonner Johanniter-Krankenhaues führt seit Mitte Dezember auch Operationen mit der neuesten Generation des da Vinci Xi Operationsroboters durch. Dies ist eine Weiterentwicklung der laparoskopischen Chirurgie, auf die sich die Abteilung spezialisiert hat und hierfür überregional bekannt ist. „Selbst hochkomplexe Eingriffe können mit dieser 3D Technologie auf die minimal-invasive Art durchgeführt werden“, erklärt Prof. Dr. med. Andreas Türler, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Das führt insbesondere bei schwerwiegenden Krebserkrankungen zu kürzeren Genesungszeiten und stellt damit einen erheblichen Vorteil für die Patienten dar.

Die hochmoderne Technik des da Vinci Roboters beseitigt die bestehenden Grenzen der herkömmlichen „minimal-invasiven” Operationsverfahren. Bei diesen herkömmlichen Eingriffen führen Chirurgen über meist nur ein Zentimeter kleine Hautschnitte langstielige Operationsinstrumente in den Körper ein. Diese Methode verspricht dem Patienten wenig Blutverlust, kleinere Narben und einen kürzeren Krankenhausaufenthalt. Ein Nachteil ist die nur zweidimensionale Sicht in das Körperinnere. Darüber hinaus gibt es Hinweise dafür, dass bei der Behandlung von Krebserkrankungen mit dieser minimal-invasiven Technik bessere Heilungsergebnisse erzielt werden können. Dem Operateur wird allerdings viel Erfahrung und Geschick abverlangt. Er muss in der Lage sein, auch komplizierte Operationsschritte mit den schwer zu handhabenden Operationsinstrumenten präzise durchzuführen.

„Der computergestützte Roboter, der über Fingerbewegungen gesteuert wird, erlaubt hingegen präzise Bewegungen in allen Richtungen und in engstem Raum“, so Prof. Türler. Die 3D Technologie kombiniert darüber hinaus die Vorteile der offenen Operationen mit denen der minimal-invasiven Eingriffe.

In der Großregion Bonn/Rhein-Sieg sind die Johanniter-Kliniken mit der Einführung der neuen Operationstechnik führend. Und auch in Nordrhein-Westfalen sind bislang erst wenige vergleichbare Geräte im Einsatz. Prof. Türler wird 2018 im Johanniter-Krankenhaus ein Robotic-Zentrum aufbauen, welches sich in der Viszeralchirurgie auf Mastdarmkrebs, Bauchspeicheldrüsen-, Speiseröhren- und Magenkrebs konzentriert. Geplant sind außerdem unter der Leitung des gynäkologischen Chefarztes, Herrn Prof. Göhring komplexe minimal-invasive Unterleibsoperationen, z.B. bei Gebärmutterkrebs.

Prof. Dr. Andreas Türler, der auch 1. Vorsitzenden der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Minimal Invasive Chirurgie (CAMIC) der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) ist, hat eine ausgezeichnete, national anerkannte Expertise auf dem Gebiet der Minimal-Invasiven Chirurgie, insbesondere bei der Behandlung von Darmkrebs und Mastdarmkrebs. Vom Magazin Focus wurde er als TOP-Mediziner ausgezeichnet.