Medikamentöse Therapie

Der Einsatz einer systemischen Therapie ist am schwierigsten zu verstehen. Hierbei handelt es sich um Medikament, die im ganzen Körper wirken können. Es stehen verschiedene Meadikamentengruppen zur Verfügung, die einzeln, oder in Kombination bzw. nacheinander eingesetzt werden: Hormontherapie, Chemotherapie, Antikörpertherapie.

Diese adjuvante Therapie ist ein wesentlicher Baustein dafür, dass heute so viele Patientinnen mit Brustkrebs tatsächlich geheilt werden.

Wichtig ist es zu wissen, ob sich nicht doch bereits bösartige Zellen in Ihrem Körper befinden. Um dies zu untersuchen, wurden die Staginguntersuchungen durchgeführt. Leider können wir damit Einzelzellen nicht nachweisen. Diese Einzelzellen könnten sich letztendlich irgendwo festsetzen und ein erneutes Wachstum bewirken (Tochtergeschwulst / Metastase). Ob sich tatsächlich solche Zellen in Ihrem Körper befinden wissen, wir nicht. Über die Eigenschaften Ihres Tumors (s. pathologischer Befund) können wir aber statistische Wahrscheinlichkeiten darstellen, ob Sie ein niedriges Risiko oder ein hohes Risiko für das erneute Auftreten von Brustkrebs haben. Bei sehr hohem Risiko ist der Einsatz einer Chemotherapie absolut notwendig, währen in einer niedrig-Risiko-Situation nur eine nebenwirkungsarme (Anti-) Hormontherapie notwendig wird.

Es muss die Entscheidung gefällt werden, ob Sie keine, eine unproblematische Hormontherapie oder eine deutlich aggressivere Chemotherapie oder Kombinationen von beiden bekommen müssen. Dabei werden die Vorteile mit deutlicher Steigerung der Heilungsrate den Nebenwirkungen der Therapie gegenüber gestellt. Dies ist oft nicht einfach, da die Trennschärfe der einzelnen Gruppen anhand der vorhandenen Parameter nicht immer eine eindeutige Risikokonstellation zulässt. Da wir aber so viele Patientinnen wie nur möglich heilen wollen wird derzeit eher stärker als schwächer therapiert. Dies wird aber immer intensiv mit Ihnen besprochen.

Die Kriterien zur Therapieempfehlung werden anhand der aktuellen wissenschaftlichen Daten immer wieder neu erarbeitet. Dies geschieht durch Expertenkommissionen auf internationaler und nationaler Ebene. Die neuen Erkenntnisse werden in die Standardempfehlungen der Kommissionsgruppe Mamma der AGO (Arbeitsgemeinschaft Gynäkologischer Onkologie) aufgenommen. Der Chefarzt am Johanniter-Krankenhaus, Prof. Dr. U.-J. Göhring, ist Senior-Mitglied in diesem Arbeitskreis und somit ganz eng an allen neuen Entwicklungen beteiligt. Die aktuellen AGO-Richtlinien sind für unser derzeitiges Vorgehen entscheidend.

Im Brustzentrum Bonn/Euskirchen bemühen uns, so gut wie jede Therapieentscheidung im interdisziplinarem Teamgespräch individuell für Sie abzusprechen. An dieser Diskussion nehmen die wichtigsten Fachvertreter der Behandlung und Diagnosestellung teil (Gynäkologe, internistischer Onkologe, Radiologe, Nuklearmediziner, Pathologe, Strahlentherapeut, Plastischer Chirurg… .). Wir treffen uns regelmäßig jeden Montag zu diesem Tumorboard (s.o.).

Letztendlich orientiert sich die optimale Therapie für Sie an allen Untersuchungsergebnissen, Ihrem Gesundheitszustand, den aktuellen wissenschaftlichen Daten und  unseren Erfahrungen. Die Entscheidung, ob und welche medikamentöse Therapie für Sie geeignet ist, treffen wir gemeinsam mit Ihnen. Dafür werden wir lange Gespräche einplanen.

In Folgenden finden Sie Grundlegendes über die möglichen Optionen:

    1. Hormontherapie (Tamoxifen, Aromataseinhibitoren)
    2. Chemotherapie
    3. Antikörpertherapie
    4. Unterstützende Therapie
    5. Knochenschutz

Ihr Ansprechpartner Brustkrebszentrum Bonn / Euskirchen

Standort Bonn

Johanniter-Straße 3–5
53113 Bonn