Vorgehensweisen zur Sicherung der Diagnose

Für eine exakte Planung des Vorgehens ist die klare Diagnosestellung vor einer Operation dringend notwendig. Daher wird heute grundsätzlich empfohlen, nach Darstellung einer Auffälligkeit in der Brust (egal ob in der Bildgebung oder durch Tastuntersuchung), diesen durch eine Punktion in lokaler Betäubung abzuklären. Dieses Vorgehen wurde früher zweizeitiges Vorgehen genannt. Ein einzeitiges Vorgehen, bei der ein Tumor in der Brust in Narkose entfernt wurde, die Diagnose in Narkose durch Schnellschnitt gestellt und dann direkt weiter operiert wurde, sollte heute nicht mehr praktiziert werden!

Stanzbiopsie in lokaler Betäubung (Jet-Biopsie, Stanzbiopsie, Gewebestanze)
Es gibt tastbare Brustknoten, die mit der Mammographie, der Mammasonographie und der Kernspin-Mammographie darstellbar sind. Andere Befunde lassen sich nicht tasten oder sind nur in einer Bildgebungs-Technik darstellbar, zum Beispiel nur in der Mammographie oder im NMR (Kernspin). Daher ist es gut, dass wir in der Lage sind, mit jeder Technik, einen Befund gezielt unter Sicht mit treffen zu können.
Am einfachsten geht dies gezielt mit Hilfe des Ultraschalls. Ist der Befund aber im Ultraschall nicht sicher darstellbar, können die Radiologen auch eine stereotaktische Punktion unter mammographischer Sicht oder im Kernspin durchzuführen. Dies wird im Normalfall ambulant durchgeführt.

Vor einem Eingriff werden Sie über das Vorgehen aufgeklärt. Entsprechende Aufklärungsbögen müssen unterschrieben werden. Nach Desinfektion der Haut wird der Tumor mit dem Ultraschallkopf klar dargestellt. Die Stelle, an dem die Nadel eingestochen werden soll, wird örtlich betäubt und dann gezielt eine dünne Hohlnadel unter Sicht in den Knoten geschoben. Von hier wird mit einem einfachen Federmechanismus ein kleines Gewebestück gewonnen oder auch mit einem Vakuumsystem mehr Material entfernt mit Nadel.

Für die feingewebliche Untersuchung geht das entfernte Material zu unseren Pathologen. In Bonn arbeiten wir mit dem Institut für Pathologie der Universität Köln (Herr Prof. Dr. R. Büttner) zusammen. In Euskirchen ist dies das Institut für Pathologie Bonn-Duisdorf. Innerhalb von 24 Stunden wird uns das Ergebnis mitgeteilt. Daher bestellen wir Sie am Folgetag ein, um mit Ihnen das Ergebnis mit den daraus resultierenden Konsequenzen zu besprechen.

Offene Biopsie in Narkose → weitere Operation erst zu einem späteren Zeitpunkt
Es gibt Gründe, bei denen eine Diagnosesicherung durch gezielte bildgebungs-gesteuerte Punktion nicht möglich ist (z.B. bei nicht tastbaren Befunden, die auch in der Ultraschalluntersuchung nicht nachweisbar sind; oder bei sehr kleinen Befunden oder bei kleinen, sehr nah an der Brustwand gelegenen Knoten). Dann muss unter Umständen der Befund in einer Narkose entfernt werden und folgende operative Schritte erst nach Vorliegen des abschließenden Ergebnisses zu einem späteren Zeitpunkt angegangen werden.

Ihr Ansprechpartner Brustkrebszentrum Bonn / Euskirchen

Standort Bonn

Johanniter-Straße 3–5
53113 Bonn