Sterberate bei Operationen wegen Übergewicht in zertifizierten Zentren niedriger

Immer mehr Menschen leiden an krankhaftem Übergewicht, genannt Adipositas. Das ist das Ergebnis des aktuellen Krankenhausreports der Barmer GEK. Die Krankenkasse stellte fest, dass sich immer mehr Betroffene deswegen operieren lassen. Dabei sollte ein bariatrischer Eingriff nach Aussage von Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK nur als Ultima Ratio zum Einsatz kommen. Und wenn eine bariatrische Operation unvermeidbar sei, sollte sie nur noch in einem zertifizierten Zentrum erfolgen, da sie dort einen besonders hohen Qualitätsstandard hat und sicherer ist, betonte Straub.

Trend zur bariatrischen Operation
Als Ursache für das Leiden nennt der Report zu wenig Bewegung, falsche Ernährung, Stress, Medikamente oder auch Erbanlagen. Um dem krankhaften Übergewicht Herr zu werden, empfiehlt die Barmer GEK eine ausgewogene Ernährung, Trainingsprogramme und Verhaltenstherapien. Bereits 2014 mussten sich laut des Reports an die sieben Millionen Menschen wegen Adipositas ambulant behandeln lassen. Und bei der Behandlung zeichne sich mittlerweile ein Trend ab. Dieser gehe hin zu der sogenannten bariatrischen Operation.

Nachsorge sehr wichtig

Das bedeutet, dass ein Band um den Magen gelegt oder ein Magenballon eingesetzt wird. Als Folge kann der Patient nur noch kleinere Portionen essen und nimmt auf diese Weise ab. Seit 2008 habe sich laut des Krankenhausreports die Zahl dieser Art der Operationen hierzulande mehr als verfünffacht. Und das, obwohl der Eingriff laut Barmer GEK gravierende Folgen haben kann, wie zum Beispiel lebensbedrohlichen Nährstoffmangel. Daher sei es sehr wichtig, eine Nachsorge bei dem Patienten zu gewährleisten.

Das Kompetenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie am Johanniter-Krankenhaus, Bonn unter der Leitung von Prof. Andreas Türler ist seit Jahren spezialisiert auf die Operation von Übergewichtigen. 2016 wurde Prof. Andreas Türler wieder vom Focus als führend in Deutschland beim Thema Adipositas ausgezeichnet.

Sterberate bei Operationen in zertifizierten Zentren niedriger
Konkret legt der Report eine Operation in einem Zentrum nahe, das von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) zertifiziert ist. Dies bedeutet, dass die Operateure nach den Vorgaben eines normierten Zertifizierungssystems der Fachgesellschaft besonders qualifiziert und die Kliniken für bariatrische Eingriffe entsprechend gut ausgerüstet sind. Bislang bieten rund 350 Krankenhäuser in Deutschland bariatrische Operationen an, doch nur 44 Kliniken sind DGAV-zertifiziert. "In einer zertifizierten Klinik sind die Komplikationen bei einem bariatrischen Eingriff geringer als in einem herkömmlichen Krankenhaus, auch das Sterberisiko ist um 15 Prozent reduziert", so Professor Boris Augurzky, Autor des Reports und Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.

Weitere Infos: https://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Presseinformationen/Aktuelle-Pressemitteilungen/160727-Report-Krankenhaus-2016/PM-Report-Krankenhaus.html