Johanniter-Klinik am Rombergpark startet „Familiale Pflege“

Dortmund, 08. Februar 2017

Johanniter-Klinik am Rombergpark startet „Familiale Pflege“

Dortmund. Kurzfristig die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen, führt nicht selten zu einer Überforderungssituation. Die Johanniter-Klinik am Rombergpark, die Universität Bielefeld und die AOK-Pflegekasse haben eine Kooperationsvereinbarung zur „Familiale Pflege“ unterzeichnet. Ziel ist die Unterstützung und Kompetenzförderung von pflegenden Familien im Übergang vom Krankenhaus in die familiale Versorgung zu Hause.

Ein Schlaganfall ist ein starker gesundheitlicher Einschnitt, der plötzlich die bisherigen Lebensgewohnheiten der Betroffenen und ihrer Angehörigen verändert. Die Familie muss dann unvorbereitet und kurzfristig Entscheidungen zur weiteren Versorgung treffen. Das ist nicht einfach, die Angehörigen stehen oft noch im Berufsleben. Für die Patienten bedeutet die Pflege in der gewohnten Umgebung im häuslichen Bereich ein Zugewinn an Lebensqualität.

Die Johanniter-Klinik am Rombergpark in Dortmund beteiligt sich deshalb am Projekt „Familiale Pflege“, das von der Universität Bielefeld wissenschaftlich begleitet, mit dem Unternehmen IN CONSULT Bochum kontinuierlich weiterentwickelt und von der AOK NordWest als Kostenträger finanziell unterstützt wird. „Die Familie ist die zentrale Institution in der Pflege alter Menschen und damit der größte Pflegedienst der Nation. Der Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Pflege wird nicht selten von den betroffenen Familien als eine Krisensituation erlebt, in der sie unvorbereitet weitreichende Entscheidungen treffen müssen“, so AOK-Regionaldirektorin Claudia Koch.

Die Projektleitung an der Johanniter-Klinik hat Pflegedienstleiterin Ulrike Saggel übernommen. Zu ihrem multidisziplinären Team gehören die erfahrene Case Managerin und ausgebildete Pflegetrainerin Karin Winter, der Gesundheits- und Krankenpfleger Thomas Werschmöller sowie die Ergotherapeutin Christina Igel.

Gemeinsam bietet das Team Familienberatungsgespräche, einzelfallbezogene Pflegetrainings in der Klinik und initiale Pflegekurse an. Die Angehörigen werden dabei mit Pflegetechniken, möglichen Pflegehilfsmitteln und pflegerischem Grundlagenwissen vertraut gemacht. Vermittelt werden nicht nur theoretische Kenntnisse, sondern auch die richtigen Handgriffe für die Praxis, um die eigene Gesundheit zu schonen. Da die häusliche Pflege nicht nur Zeit beansprucht, sondern auch körperlich anstrengend ist, werden Strategien im Umgang mit den eigenen Kräften vermittelt. „In dieser Lebensphase nimmt die Rehabilitationsklinik eine Schlüsselposition ein. Unser Pflegetrainer-Team bieten den Angehörigen schon in unserer Rehabilitationseinrichtung individuelle Pflegetrainings am Patientenbett an. In den Pflegekursen und -trainings können mehrere Familienmitglieder einbezogen werden. Es bildet sich ein Netzwerk, die Verteilung von Aufgaben und die gegen-seitige Unterstützung kann gelingen“, so Dirk Laatsch, Kommissarischer Kaufmännischer Leiter der Johanniter-Klinik am Rombergpark.

Die ersten Pflegekurse für jeweils bis zu acht interessierte Angehörige fanden Ende Januar statt. Sie waren sehr gut besucht. Weitere Basiskurse bzw. Kurse zur Vertiefung des Gelernten finden nun monatlich statt. Die nächsten Termine sind der 17., 18. und der 20. Februar 2017.

Anmeldungen für die Kurse bitte bei:

Karin Winter

Tel. 0231/ 610 609 2099

E-Mail: karin.winter@do.johanniter-kliniken.de

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages der Johanniter Klinik am Rombergpark mit der AOK Nordwest. Vorne links: Claudia Koch (AOK-Regionaldirektorin für Dortmund, Bochum und Herne), Dirk Laatsch (Kommissarischer Kaufmännischer Leiter), Ulrike Saggel (Projektleitung, Pflegedienstleitung). Hinten links: Karin Winter (Casemanagerin, Pflegetrainerin), Thomas Werschmöller (Gesundheits- und Krankenpfleger, Hygienefachkraft), Mia-Tessa Feldmann (Fakultät für Erziehungswissenschaften AG 7: Pädagogische Beratung), Christina Igel (Ergotherapeutin)