Auszeichnung für das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Stendal , 02. Dezember 2016

Erneut erhielt das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des Johanniter-Krankenhauses Genthin-Stendal das Siegel der Deutschen Kontinenzgesellschaft. Damit erfüllt es zum wiederholten Male die strengen Kriterien für eine optimale Versorgung von Patienten mit Inkontinenzbeschwerden. „Wir freuen uns über diese Auszeichnung, die die Qualität unserer Arbeit würdigt“, so Dr. Beate Koberstein, Koordinatorin des Zentrums.

Im Jahre 2008 wurde das Kontinenzzentrum der Altmark erstmals durch die Deutsche Kontinenzgesellschaft, einer unabhängigen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft zertifiziert. 2010 und 2013 folgten bereits erfolgreiche Rezertifizierungen, dann als Kontinenz- und Beckenbodenzentrum. „Besonders wichtig ist uns eine intensive Zusammenarbeit der Kliniken für Urologie, Frauenheilkunde, Chirurgie, Innere Medizin und Kinderheilkunde sowie der Physiotherapie und den niedergelassenen Fachkollegen. So können wir jährlich etwa 400 Patienten mit Harn- oder Stuhlinkontinenz individuell beraten und behandeln“, so Dr. Koberstein.

Zum Behandlungsspektrum des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums gehören konservative (Medikamente, Physiotherapie) und operative Therapien, die sich an den modernsten Standards orientieren. Damit gelingt es, für einen Großteil der Patienten eine Heilung oder Besserung der bestehenden Symptome zu bewirken. 

Hintergrund: Eine Harn- oder Stuhlinkontinenz ist für die Betroffenen ein schwerer Schlag und ein gewaltiger Lebenseinschnitt. Nicht selten resultieren daraus Lebenskrisen und soziale Isolation. Die Lebensqualität wird zur existenziellen Frage. Aus Scham verschweigen die Betroffenen ihr Problem, gilt doch die Inkontinenz in unserer Gesellschaft immer noch als Tabu-Thema. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa sechs Millionen Menschen (Männer und Frauen) an einer Harninkontinenz und etwa drei Millionen an einer Stuhlinkontinenz leiden. Vielen ist unklar, welchen Weg sie einschlagen müssen, um Rat und Hilfe zu finden. Nur jeder Fünfte vertraut sich einem Arzt an.

Das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrum freut sich über das neu erworbene Qualitätssiegel. Foto: C. Klupsch