Großer Andrang beim Screening-Tag „Bauchaortenaneurysma“

Stendal, 21. Mai 2016

Großer Andrang beim Screening-Tag „Bauchaortenaneurysma“

Gefäßmediziner Mohammed Nassar macht bei Rüdiger Winkler aus Stendal die Ultraschalluntersuchung. Alles in Ordnung! Foto: C. Klupsch

220 Männer und Frauen wollten es beim Sreenings-Tag im Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal wissen: Ist meine Bauchaorta in Ordnung? Ist eine veränderte Hauptschlagader in meinem Bauch (Aneurysma) zu erkennen? Eine kurze Ultraschalluntersuchung, die das Krankenhaus am Aktionstag jedem ermöglichte, brachte Gewissheit.

Zum wiederholten Male beteiligte sich das Johanniter-Krankenhaus am bundesweiten Screening-Tag "Bauchaortenaneurysma" der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Über die diesmalige große Resonanz freute sich Ralf Koch, Sektionsleiter Gefäßmedizin. Er erläuterte den Besuchern in einem Vortrag, wie gefährlich die krankhafte Erweiterung der Bauchaorta ist. Platzt sie, besteht akute Lebensgefahr. Ein Film informierte, wie bei festgestelltem Aneurysma die rettende Operation vorgenommen wird.

Die Gefahr im Bauch wird meist nur zufällig entdeckt. Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb dringend empfohlen. Beim Screening-Tag warteten die Besucher geduldig auf ihre Ultraschalluntersuchung. Ergebnis: „Bei drei Besuchern konnte eine auffällige Hauptschlagader festgestellt werden. Mit ihnen sind nun weitere Behandlungsschritte zu planen“, so Ralf Koch. Er rät, insbesondere der Risikogruppe von Männern ab 65 Jahren, die Raucher sind, sich bei ihrem Hausarzt über Möglichkeiten einer vorbeugenden Ultraschalluntersuchung zu informieren.

Der Mediziner stellt einen Vergleich an: Statistisch muss man rund 2.000 Frauen zur Mammographie schicken und rund 850 Menschen koloskopieren, um eine Erkrankung (Brustkrebst/Darmkrebs) zu entdecken. Beim der Bauchaorta sind es jedoch nur 350 Menschen, die untersucht werden müssen, um einen mit einer krankhaften Erweiterung herauszufinden. „Da lohnt sich das Screening tatsächlich“, so Koch.