Schließung des Genthiner Krankenhauses zum Ende des Monats September

Ende September endet die Patientenversorgung am Genthiner Krankenhaus. Foto: C. Klupsch

Klinikbetrieb nicht länger aufrechtzuerhalten

Auf einer Mitarbeiterversammlung hat heute die Geschäftsführung des Johanniter-Krankenhauses Genthin-Stendal das Ende der Patientenversorgung im Krankenhaus Genthin zum Ende des Monats bekannt gegeben. Geschäftsführer Franz Caesar: „Wir müssen bereits am 29. September 2017 die Patientenversorgung in Genthin einstellen, alles andere wäre unverantwortbar“. Ab 1. Oktober seien die 43 Mitarbeiter von der Arbeit freigestellt.

Im Frühsommer war die Schließung des Krankenhauses zum Jahresende 2017 angekündigt worden. Seit Bekanntgabe hätten Mitarbeiter ihre Tätigkeit beendet, so dass der Klinikbetrieb nicht länger aufrechtzuerhalten sei, so Caesar. „Es ist verständlich, dass in dieser Lage viele Mitarbeiter ihre berufliche Zukunft sichern wollen und sich nach anderen Arbeitgebern umschauen. Mit dem Ausdünnen des medizinischen Personals und der Unmöglichkeit, unter den gegebenen Bedingungen neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist eine gesicherte Rund-um-die-Uhr-Versorgung nicht mehr zu gewährleisten“, so Franz Caesar. Bereitschaftsdienste können zum Beispiel kaum noch abgesichert werden.

Mitarbeitervertretung und Geschäftsführung haben in den letzten Wochen gemeinsam einen Sozialplan für die verbliebenen Mitarbeiter erarbeitet. „Die Verhandlungen verliefen sehr konstruktiv“, so der Geschäftsführer. „Im Ergebnis haben wir für die Kollegen ein sehr gutes Ergebnis erarbeitet. Allen Mitarbeitern sei noch einmal großer Dank gesagt. Wir bedauern, dass dieser Schritt sein muss, wissen auch gleichzeitig, wie bitter es gerade auch für die Mitarbeiter ist, die viele Jahrzehnte in unserem Krankenhaus für die Patienten tätig waren“, so Caesar.

Der Beschluss der Landesregierung von 2004, das Genthiner Krankenhaus mit Fertigstellung der Bautätigkeit in Stendal 2019 zu schließen, war unumstößlich. Mit den in den letzten Jahren steigenden Qualitätsanforderungen an Ausstattung und Personal war das Genthiner Krankenhaus trotz aller Bemühungen nicht mehr annährend kostendeckend zu führen. Wegen Verlusten in Millionenhöhe sah sich die Geschäftsführung gezwungen, auf eine frühere Schließung zu orientieren. Den Mitarbeitern des Genthiner Krankenhauses und den Stadtverantwortlichen war die prekäre Situation bewusst. Durch den ministeriellen Erlass war das Damoklesschwert der Schließung seit Jahren Thema im Krankenhaus und in der Stadt Genthin.