Stabiler Schaft ersetzt porösen Knochen

Stendal, 24. Juni 2016

Johanniter-Krankenhaus nutzt innovatives System bei periprothetischen Frakturen

Dr. Roland Jahn schaut sich am Computerbild das Ergebnis eines Eingriffs mit der Osteo-Bridge-Docking-Methode an. Foto: C. Klupsch

Das Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal erzielt große Erfolge bei der operativen Versorgung von Frakturen, die um den Bereich eines künstlichen Gelenkes passiert sind. „Bei diesen periprothetischen Frakturen, bei Brüchen von Knochen, in denen Knie- und Hüftprothesen verankert sind, nutzen wir ein System, das eine stabile Alternative zur herkömmlichen Methode ist“, so Dr. Roland Jahn, Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.

Bereits jetzt benötigen mehr als zehn Prozent der Bevölkerung künstliche Gelenke. Im Jahre 2030, so Experten, werden es 20 Prozent sein. Allein im Johanniter-Krankenhaus werden bisher bis zu 500 künstliche Gelenke jährlich eingesetzt. Die Bevölkerung wird älter. Gleichzeitig wächst der Anspruch an eine aktive Lebensqualität. Mit zunehmendem Alter sind die Knochen aber weniger belastbar. So setzt ihnen etwa Osteoporose zu. Schon ein einfacher Sturz kann schlimme Folgen haben und zu komplizierten Brüchen führen. Weitere Risikofaktoren sind fehlende Muskelkraft und Gangunsicherheit im hohen Alter sowie eine schlechtere Knochenbruchheilung.

„Periprothetische Frakturen sind kompliziert“, so Dr. Jahn. Bisher sei eine bis zu vier Stunden lange, aufwändige Operation notwendig gewesen, in der die Prothese meist ausgetauscht und der Knochen mit Schrauben und Platten versehen werden musste. Dies sei insofern kompliziert, als dass im ohnehin geschwächten Knochengewebe entsprechender Halt erzielt werden müsse. „Nach der herkömmlichen OP dauert die Heilung 12 bis 14 Wochen. Das Bein darf in dieser Zeit nicht belastet werden“, erklärt der Chirurg.

Die neue Methode, das „Osteo-Bridge-Docking“,  erspart dem Patienten die bisherige Tortur. Denn der poröse, gebrochene Knochen wird herausgesägt und durch eine stabile Konstruktion aus Stahlbacken und Titan ersetzt. Die ausgelockerte Prothese wird dadurch auch gleich wieder in eine stabile Lage gebracht. „Die OP dauert nur zwei Stunden, eine Belastung mit Mobilisation des Patienten ist sofort möglich. Die Patienten, die wir bisher mit diesem System versorgt haben, sind sehr zufrieden“, freut sich Dr. Jahn.