Das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen

Bettenzahlen (2016):

  • Rheumatologie/Orthopädie und Rheumachirurgie:
    101 Betten, 16 Plätze Tagesklinik
  • Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik:
    60 Betten, 46 Plätze Tagesklinik (Treuenbrietzen, Jüterbog und Belzig)
  • Pneumologie/Thoraxchirurgie:
    130/24 Betten, 5 Plätze Tagesklinken

Das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen

Eingebettet in die Wälder des Flämings liegt das Johanniter-Krankenhaus am Rande der Stadt Treuenbrietzen. Die Klinik ist evangelisch geprägt durch den Johanniterorden. 

Gestern

Das heutige Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen hat seine Wurzeln in der Entstehung eines Wandererarbeitsheimes im Jahr 1914 und ist eng mit dessen Geschichte verknüpft. 1916 folgte auf dem benachbarten Gelände der Bau einer Pflegeanstalt und eines allgemeinen Krankenhauses, das während des Ersten Weltkrieges als Lazarett für tuberkulöse Soldaten genutzt wurde. Die guten Erfolge bei der Tuberkulosebehandlung führten 1927 zur Erweiterung um ein Tuberkulosekrankenhaus mit 200 Betten.

Von 1952 an wurde das Haus bis nach der Wende als Kreiskrankenhaus genutzt. Mit der Kreisgebietsreform 1993 war die Existenz des Hauses gefährdet. Zum 1. Januar 1994 wurde das Haus von den Johannitern übernommen und durch die Umwandlung von einem kommunalen Versorgungskrankenhaus in ein Fachkrankenhaus in seinem Fortbestand gesichert. Das Fachkrankenhaus wurde in drei Säulen konzipiert: Rheumatologie/Orthopädie/Rheumachirurgie, Psychiatrie/Psychotherapie/ Psychosomatik und Pneumologie/Allergologie/Onkologie. Für die Klinik für Rheumatologie stehen eine Ganzkörper-Kältekammer und Therapieschwimmbecken zur Verfügung. 1998 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Johanniter-Krankenhaus in Jüterbog. Ebenfalls 1998 wurde die Lungenfachklinik von Beelitz-Heilstätten mit ihrer fast 100-jährigen Tradition an das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen verlagert und der Umbau zu einem Fachkrankenhaus abgeschlossen.
Im Jahr 2004 etablierte sich der Fachbereich Thoraxchirurgie am Standort in Jüterbog. Mit dem Abschluss des letzten Bauabschnitts 2006 endete die Grundsanierung des Krankenhauses in Treuenbrietzen. Es wurden drei High-Tech-Operationssäle und eine hochmoderne Intensivstation fertig gestellt. Der Jüterboger Standort wurde geschlossen und die Disziplinen Thoraxchirurgie und Intensivmedizin konnten an den Standort des Treuenbrietzener Krankenhauses umziehen.

Heute

Ab 2007 unterstützt ein Navigationsgerät bei orthopädischen Endoprothetik-Eingriffen. 2008 nahm die Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Bad Belzig ihre Arbeit auf. Seit 2009 stehen im Johanniter-Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) eine pneumologische, rheumatologische, orthopädische und psychiatrische Facharztpraxis für ambulante Patienten zur Verfügung. Seit 2009 nimmt das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen an der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) teil und verpflichtet sich damit, seine Behandlungsdaten zu veröffentlichen. Im Jahr 2011 wurde in der Klinik für Pneumologie ein Bereich zur Entwöhnung langzeitbeatmeter Patienten (Weaning) eröffnet. Hierfür wurde eine neue Intensivbeatmungsstation für Weaning-Patienten mit 8 Betten geschaffen. Erfolgreich abgeschlossen wurden im Jahr 2012 die Zertifizierungsverfahren für das Lungenkrebszentrum und das Thoraxzentrum. 2013 modernisierte das Krankenhaus die OPs, wobei HD-Technik für minimalinvasive Operationen (Schlüssellochchirurgie) ein neuestes spezielles Laserskalpell für Lungenoperationen, LED-OP-Leuchten sowie Licht- und Steuerungstechnik beschafft wurden. Außerdem wurde ein Videokonferenzsystem für den OP-Bereich und für Fach-Konferenzen installiert. Das Gütesiegel des Verbandes rheumatologischer Akutkliniken e.V. (VRA) wurde der Klinik für Rheumatologie 2013 zuerkannt.
Im Jahr 2014 begannen die Vorarbeiten für umfangreiche Baumaßnahmen.

Morgen

Bis 2018 fließen über neun Mill. Euro in die Gebäudestruktur. Davon profitieren zuerst die Stationen für Psychiatrie und Rheumatologie im Haus 4, weitere Kliniken werden folgen. Die baulichen Aktivitäten sollen den laufenden Krankenhausbetrieb nicht beeinträchtigen und so enden alle Baumaßnahmen voraussichtlich im Jahr 2023. Danach stehen allen Patienten Ein- und Zweibettzimmer mit entsprechenden Sanitärzellen, moderne Fernseher und Internet zur Verfügung. Im ersten Schritt wird bis 2018 ein „Multifunktionshaus“ errichtet und abschließend mit dem bestehenden Gebäude verbunden. Die Grundsteinlegung dafür ist am 3. März 2017 geplant.

Erfolg

Bundesweit werden seit Jahren in den Krankenhäusern Betten abgebaut. Der Abbau ist in der Regel das Ergebnis einer rückläufigen Auslastung. Anders in Treuenbrietzen: Hier hat das zuständige Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Potsdam zuletzt 2016 dem Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen zusätzliche Betten genehmigt. Eine erfreuliche Entwicklung ist seit der Zusammenführung 2006 festzustellen; damals verfügte das Haus über 347, heute über 382 Planbetten.

Im Jahr 2016 wurden ca. 10.000 Patienten behandelt. Das Krankenhaus betreibt mehrere Tochtergesellschaften und ist mit 650 Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Stand: Januar 2017