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Derzeit betreiben die Johanniter bundesweit 211 Kindertagesstätten mit rund 16.000 Plätzen. Mit der Einschulung geht der Kontakt zu Eltern und Kindern aber meist verloren. Das soll sich ändern: Ende 2006 wurde deshalb die Trägerschaft evangelischer Schulen in die satzungsgemäßen Aufgaben der Johanniter eingetragen. Ihre erste Schule übernahmen sie nun zu Beginn des neuen Jahres mit der Kinder- und Jugendakademie im Eberswalde.
Hervorgegangen ist die Kinder- und Jugendakademie vor rund zehn Jahren aus einer Elterninitiative in Trägerschaft der IPSO GmbH für Reformpädagogik mbH. Seit Januar 2009 haben diese jetzt die Johanniter übernommen. Jörg Lüssem, Landesvorstand Berlin/Brandenburg: „Wir haben uns die Schule angesehen, alle Unterlagen gründlich geprüft, uns mit Bundesvorstand und Präsidium abgestimmt und können – nach Abschätzung der Risiken – die Verantwortung übernehmen.“
Einige Erfahrungen im schulischen Bereich bringt der Verband schon mit: Die Johanniter engagiert sich bereits in Schulen, sei es mit seinen Schulsanitätsdiensten oder in der Nachmittagsbetreuung. Mit der neuen Schule wird zugleich der zugehörige Kindergarten übernommen, so dass hier von einer Lücke zwischen vorschulischer Erziehung und Schule nicht die Rede sein kann.
Die Kinder- und Jugendakademie ist eine Ganztagsschule in der die Schüler zwischen 8 und 17 Uhr betreut und von der Vorschule an bis hin zum mittleren Schulabschluss beziehungsweise Abitur unterrichtet werden. Die Schule ist einzügig und wird derzeit von 110 Kindern besucht, Kindergarten und Vorschule nicht mitgerechnet, Tendenz steigend. Gelernt wird in altersgemischten Gruppen, zu denen jeweils zwei Jahrgänge gehören. Eine Lerngruppe umfasst 24 Kinder, die von zwei bis drei Pädagogen begleitet wird.
Die Kinder- und Jugendakademie ist evangelisch. Und um die christliche Werteerziehung fortzuführen und den Gedanken des Helfens weiter auszubauen, möchten die Johanniter gerne einen Schulsanitätsdienst aufbauen. Seit 2004 trägt die Schule den Titel „Europaschule“ und bemüht sich, durch jährliche Projektwochen, Teilnahme an internationalen Wettbewerben, Fremdsprachenunterricht (Englisch ab der Vorschule und Französisch ab Klasse 4) sowie Schulpartnerschaften und Schüleraustausch den Kindern und Jugendlichen eine europaorientierte Denkweise nahezubringen. Das wiederum liegt ganz im Sinne der Johanniter, kommentiert JUH-Präsident Hans-Peter von Kirchbach, der von Anfang an das Projekt einer Johanniterschule engagiert förderte: „Wir wollen die Schule mit unserem Potenzial unterstützen. Schließlich haben wird dadurch, dass wir zur Gemeinschaft von Johanniter International gehören, gute Verbindungen in viele europäische Länder.“ Zu diesen gehören unter anderem England, Frankreich, Polen und Schweden. „Wir möchten“, so von Kirchbach weiter, „unseren Beitrag dazu leisten, dass von Qualität in der Erziehung und Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen gesprochen werden kann.“