Wohngemeinschaft für Frauen in Iserlohn

Die Wohngemeinschaft für Frauen entstand 1995 im Rahmen eines Drei-Stufen-Konzeptes der Stadt Iserlohn. Sie ist eine stationäre sozialtherapeutische Einrichtung nach den §§ 67 ff SGB XII und bietet mit der Möglichkeit, im Einzelfall auch auf der Grundlage des § 53 SGB XII bei uns zu leben, insgesamt 12 Plätze an. Darüber hinaus stehen weitere Plätze in mehreren Außenwohnungen zur Verfügung. Aufgenommen werden Frauen – auch Schwangere und Frauen mit Kindern – ab 21 Jahren, die aktiv ihre Schwierigkeiten bearbeiten und ihre Lebensverhältnisse verändern möchten. Die Lebensverhältnisse der Frauen, die in unserer Einrichtung Hilfe suchen, sind geprägt von Wohnungslosigkeit, besonders schwierigen Lebensverhältnissen und sozialen Schwierigkeiten, die aus eigener Kraft nicht überwunden werden können.

Ziel und Aufgabe der Arbeit ist es, die Frauen zu befähigen, selbstständig und eigenverantwortlich in einer eigenen Wohnung zu leben und die soziale Isolation zu überwinden.

 

 

Unser Haus

Die Wohngemeinschaft für Frauen ist in einer alten Villa, die vom Träger bei der Stadt Iserlohn angemietet wurde, untergebracht. Das Haus besitzt eine Terasse und ist von einem Garten umgeben. Beide können von den Frauen für Aktivitäten im Freien genutzt werden. Jede Frau bewohnt in der Wohngemeinschaft ein Einzelzimmer. Die Zimmer haben eine Größe zwischen 10 qm und 21,5 qm, wobei nur zwei Zimmer eine Größe unter 15 qm haben. Das Mutter-Kind-Appartement ist mit ca. 25 qm das größte Zimmer. Sieben Zimmer sind mit Pantry-Küchen ausgestattet (Spülbecken, zwei Herdplatten, Kühlschrank). Kühlschränke sind in allen Zimmern vorhanden. Jedes Zimmer besitzt außer dem Bett ein Nachtschränkchen, einen Kleiderschrank, ein Regal, einen Tisch und zwei Stühle. Die Zimmer mit Pantry-Küche verfügen zusätzlich über ein Regal oder Hängeschrank für das Geschirr. Jede Frau kann ihr Zimmer ergänzen mit eigenen Möbeln, sofern vorhanden, oder mit Mobiliar, welches der Einrichtung aus Haushaltsauflösungen überlassen worden ist, ausstatten. So ist es möglich, eine eigene wohnliche und persönliche Atmosphäre zu schaffen.

Unser Angebot im Detail:

Leistungsangebote:

  • Erstellen eines individuellen Hilfeplans
  • Einzelgespräche zur Aufarbeitung persönlicher Problemkomplexe
  • Gruppengespräche
  • Hilfen zur Haushaltsführung, zur Erlangung eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes, zur Wohnraumbeschaffung, zur Gestaltung und Strukturierung des Tagesablaufes, bei der Kontaktaufnahme zu Ärzten, Therapeuten und anderen geeigneten Einrichtungen
  • Beratung und Begleitung in allen behördlichen Angelegenheiten
  • Orientierung an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der einzelnen Bewohnerinnen
  • Individuelle Betreuung schwangerer Frauen und Frauen mit Kindern
  • Bearbeitung bestehender Suchtprobleme unter Hinzuziehung fachlich spezialisierter Personen und Institutionen der Suchtkrankenhilfe
  • Schuldnerberatung in Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen
  • Projektangebote zur Förderung vorhandener Ressourcen und Fähigkeiten

Zusatzangebote:

  • Ständige Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft einer Mitarbeiterin aus dem Betreuungsteam rund um die Uhr, abends, nachts, Samstags und an Sonn- und Feiertagen (Rufbereitschaft)
  • Begleitung beim Einkauf, bei Behördengängen, zu Arztbesuchen und Therapiegesprächen
  • Beratung bei der sinvollen Einteilung des persönlich zur Verfügung stehenden Geldes
  • Erstellen eines individuellen Speiseplanes
  • Hilfen bei der Gestaltung des eigenen Wohnraums, bei der Kontaktaufnahme zu Verwandten und Bekannten
  • Freizeitangebot – Anbindung an Interessengruppen

Unsere Mitarbeiterinnen

Das Fachteam der Einrichtung besteht aus Mitarbeiterinnen der Bereiche Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Pädagogik und Hauswirtschaft.

Jede Fachfrau verfügt über zusätzliche Qualifikationen, die speziell den Aufgaben und Erfordernissen für die Aufgaben in unserer Einrichtung entsprechen.

Zur Situation der Hilfesuchenden

Die hilfesuchenden Frauen befinden sich zum Zeitpunkt der Anfrage in einer vielschichtigen, defizitären Lebenslage, in der besonders schwierige Lebensverhältnisse und soziale Schwierigkeiten in einem derart komplexen Wirkungszusammenhang stehen, dass zur Überwindung Hilfe in einem hohen und zeitintensiven Ausmaß notwendig ist.

Der größte Teil hat entweder noch nie alleine in einer eigenen Wohnung gelebt oder aber eine allein oder gemeinsam mit anderen Menschen genutzte Wohnung verloren. Ein erneuter Schritt in diese Richtung ist daher häufig von Sorgen und Versagensängsten begleitet. Angst, zum Beispiel vor Vereinsamung, Bedrohung, Verwahrlosung oder Schwierigkeiten bei lebenspraktischen Planungs- und Handlungsschritten (zum Beispiel fehlende Fähigkeit zur selbständigen Geldeinteilung, Schwierigkeiten im Umgang mit Konflikten) lassen sehr oft bis in die Auszugsphase hinein und darüber hinaus ein hohes Maß an Zuspruch und Begleitung notwendig werden. Psychische Auffälligkeiten und Verhaltensauffälligkeiten sowie Persönlichkeitsstörungen treten immer wieder während des Hilfeprozesses hervor.

Aus der Problembündelung ergibt sich zumindest teilweise eine Unfähigkeit, Rechtsansprüche wie Arbeitslosenhilfe, Unterhaltsansprüche oder Sozialhilfe zu realisieren, wenn der Lebensunterhalt nicht durch Arbeit gesichert werden kann. In der Regel verfügen die Frauen dieser Einrichtung nicht über tragfähige soziale Beziehungen, häufig existieren vielmehr ein Milieuumfeld (im Sinne einer Randgruppenzugehörigkeit), ein süchtiges Umfeld oder ein gewaltgeprägtes Umfeld. Völlige soziale Isolation – das heißt, so gut wie kein privater Kontakt ist vorhanden – konnte im Einzelfall beobachtet werden.

Über die Hälfte der Bewohnerinnen der Wohngemeinschaft für Frauen ist suchtkrank in unterschiedlichen Verlaufsstadien. Etwa ein Drittel der Bewohnerinnen ist in unterschiedlich hohem Maß verschuldet. Prostitution wird im fortgeschrittenen Verlauf des Aufenthaltes regelmäßig thematisiert. Der Ausstieg aus der Prostitution ist in Einzelfällen Bestandteil des Hilfeplanes. Frauen geraten in Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit sehr häufig als Folge von Gewaltandrohung und Gewalttätigkeit. Ein sehr hoher Anteil unserer Bewohnerinnen thematisiert während ihres Aufenthaltes, im Verlauf Ihres Lebens Opfer massiver physischer und/oder sexueller Gewalt geworden zu sein.

Die häufigsten Fragen haben wir hier zusammengefasst.

Ihr Ansprechpartner Angelika Wendt

Westfalenstraße 15
58636 Iserlohn

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