Die Flucht der Familie Danin

Wie fühlt sich Flucht an?

Schon 3.000 Flüchtlinge sind bei der Überfahrt über das Mittelmeer in diesem Jahr ertrunken. Familie Danin aus Syrien hat überlebt. Was sie über die Strapazen ihrer Flucht berichtet, ist beklemmend: „Die Kinder weinten. Alle hatten Angst, dass das Boot kentern könnte. Und dass wir im Meer ertrinken würden“, erzählt Mayassar Danin.

Nach über 3.500 km und 14 Tagen in ständiger Angst, haben Mutter, Söhne, Nichten und Neffe endlich Zuflucht gefunden – in der Johanniter-Notunterkunft in Rosdorf bei Göttingen. Was Mayassar, Modar, Mohammad und Aya auf ihrem Weg von Syrien nach Deutschland alles erlebt haben, erzählen sie in Video-Interviews auf einer interaktiven Landkarte:

Hier geht es zu den Stationen der Flucht

„ . . . Wir sind mit Schleppern in Richtung Türkei unterwegs . . . mit kleinem Boot nach Kos übergesetzt . . . mit 50 Personen im geschlossenen Kastenwagen weiter über die Grenze nach Österreich. . . einfach schrecklich . . . wir hatten das Gefühl, aufgeben zu müssen . . .“

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Tagebuch einer Flucht

1. Tag: Idlib/Syrien
Fassbombenabwürfe auf Wohngebiete, Giftgaseinsätze und Raketenangriffe: Durch die andauernden Kämpfe beherrschen in Idlib Gewalt und Terror den Alltag. Mittlerweile sind rund vier Millionen Syrer über die Grenze geflohen. Nach fünf Jahren Krieg flieht auch Familie Danin.

2. Tag: Türkei

Mutter Mayassar, ihre Kinder, Nichten und der Neffe möchten über die Balkanroute nach Deutschland. Aber die türkische Regierung hat ihre Grenze zu Syrien bereits 2012 geschlossen. Wie es Familie Danin durch die Türkei schafft, erfahren Sie hier.

4. Tag: Izmir/Türkei
In der türkischen Hafenstadt Izmir, mit der griechischen Insel Kos in Sichtweite, scheint Europa zum Greifen nahe. Gibt Familie Danin ihr letztes Hab und Gut, um den Preis der Schlepper für eine Überfahrt aufzubringen?

5. Tag:  Griechenland

Ohne ein Dach über dem Kopf, Tage ohne Wasser und Nahrung – viele Flüchtlinge werden unterwegs krank. Durchfall, Mangelernährung und Erkältungen setzen ihnen zu. Bei Familie Danin war es zum Glück nur ein kleiner Zwischenfall.

8. Tag:  Mazedonien
Manche Familien sind bereits seit Wochen oder Monaten auf der Flucht. Bis zur Erschöpfung laufen sie durch Wiesen und Wälder. Wenn die Nacht kommt, bleibt meist nur ein notdürftiges Lager auf dem nackten Boden. Wie hat der 11jährige Modar den weiten Weg geschafft?
 
10. Tag:  Serbien
In Serbien ist die Lage für Flüchtlinge sehr schwierig. Viele Menschen müssen auf der Straße schlafen. Mit Hilfe der Behörden können sie nicht rechnen – im Gegenteil, Familie Danin musste sich vor der Polizei verstecken.

11. Tag:  Ungarn
Die Grenze zwischen Ungarn und Serbien war bis Ende September abgeriegelt. Doch Familie Danin hat es kurz vor der Schließung geschafft, in die EU zu gelangen. Aber die Flucht bleibt gefährlich: Sie werden überfallen.

12. Tag: Ungarn/Österreich

In Ungarn ruft die Not der Flüchtlinge viele Schlepper auf den Plan: Gleich hinter der Grenze warteten sie darauf, möglichst viele Menschen gegen viel Geld in LKW und Kastenwagen zu quetschen – oft ohne jegliche Luftzufuhr. Auch Familie Danin entkam dem Tod nur knapp.


14. Tag: Rosdorf/Deutschland

Über München ging es zur Registrierung nach Hannover und von dort weiter in die Notunterkunft der Johanniter in Rosdorf. Endlich ist Familie Danin in Sicherheit und dankbar, Hilfe zu bekommen. Was sich die Familienmitglieder für die Zukunft wünschen, sehen Sie hier.

Für die Flüchtlingshilfe in Deutschland Infotelefon Flüchtlingshilfe

Lützowstraße 94
10785 Berlin