Integration von geflüchteten Menschen

Die Johanniter verstehen Integration als gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an allen wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Bereichen. Als große Hilfsorganisation wollen wir die Integration geflüchteter Menschen in enger Partnerschaft mit der öffentlichen Hand, anderen Hilfsorganisationen, Kirchen, bürgerschaftlichen Initiativen und der Wirtschaft unterstützten.

Die Aktivitäten der Johanniter im Bereich der sozialen Betreuung/Beratung und Integration richten sich nach den Bedarfen der geflüchteten Menschen. Wir bieten:

Intensive soziale Betreuung und Beratung

Die Johanniter bieten in ihren Unterkünften und dezentral intensive soziale Betreuung und Beratung zu den Bereichen Spracherwerb, Integration in Bildung, Ausbildung und Arbeit sowie zu sozialen Belangen und Gesundheitsversorgung. Wichtig ist den Johannitern die Beratung aus einer Hand, um mögliche Maßnahmen bestmöglich aufeinander abzustimmen. 

Immer gut beraten: Die Johanniter beraten Flüchtlinge in Alltagsfragen.  Foto: Johanniter/Birte Zellentin

Immer gut beraten: Die Johanniter beraten Flüchtlinge in Alltagsfragen. Foto: Johanniter/Birte Zellentin

Unterstützung bei der Wohnungssuche

Die Johanniter unterstützen die Bewohner bei der Suche nach einer eigenen Wohnung und dem Umzug. Zudem unterstützen die Johanniter die Menschen in der ersten Zeit nach dem Umzug, sich in ihrem neuen Umfeld zurechtzufinden. In einigen Regionalverbänden können Geflüchtete in einem Kurs einen „Wohnungsführerschein“ erwerben, in dem rechtliches Wissen aber auch Alltagsgepflogenheiten im Zusammenhang mit dem Wohnen vermittelt werden.

Zugang zu Bildung

Die Johanniter unterstützen geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch intensive Betreuung darin, einen Platz in einem Kindergarten, einer Schule oder Universität zu bekommen. In Erstaufnahme- und Übergangseinrichtungen werden Spielgruppen für Kinder und Jugendgruppen angeboten. Viele Kindertagesstätten der Johanniter haben Kinder aus Flüchtlingsfamilien aufgenommen.

Erstorientierungs- und Sprachkurse

Die Johanniter haben sich bundesweit zum Ziel gesetzt, ihre Angebote in den Bereichen Erstorientierung, Sprachbildung, kulturelle Bildung, berufliche Orientierung, Aus- und Weiterbildung auszubauen. Sie bieten Erstorientierungskurse, niedrigschwellige Deutschkurse und Erste-Hilfe-Kurse für geflüchtete Menschen.

Lesen Sie mehr über die Erstorientierungskurse der Johanniter 

Fortbildung für Ehren- und Hauptamtliche

Die Johanniter bieten folgende Fortbildungen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter an: „Fit in der Flüchtlingshilfe“ und „Sprachbegleiter“, modulare Qualifizierungen zu Interkulturalität, Asylrecht, Management und Sicherheit in Flüchtlingsunterkünften, Soziale Arbeit in der Flüchtlingshilfe (Pädagogik, Traumpsychologie, Konfliktmanagement, Deeskalation) und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

Unterstützung für besonders schutzbedürftige Gruppen

Die Johanniter unterstützen insbesondere Kinder, Jugendliche, unbegleitete Minderjährige und Frauen. Ergänzend zum Kinderschutzkonzept verabschiedeten die Johanniter im April 2016 die „Zielempfehlungen zum Schutz von Frauen, Kindern und Jugendlichen in den Flüchtlingseinrichtungen der Johanniter“. An verschiedenen Standorten gibt es spezifische Angebote z.B. für alleinreisende Frauen, traumatisierte Frauen und Schwangere.

Gesundheitsversorgung

Die Johanniter führen Erstuntersuchungen in Flüchtlingseinrichtungen durch und leisten Sanitätsdienst und medizinische Versorgung. Sie vermitteln Informationen zum deutschen Gesundheitssystem und unterstützen die Geflüchteten, Arzt- und Facharzttermine zu organisieren und wahrzunehmen.

Nachbarschaftliches Miteinander

Die Johanniter unterstützen auf vielfältige Weise die Integration der Geflüchteten in ihre Nachbarschaft. In Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, lokalen Vereinen und Initiativen werden Freizeitaktivitäten organisiert und ehrenamtliche Unterstützungsstrukturen befördert. Die Geflüchteten werden darin unterstützt, selbst ehrenamtlich tätig zu werden.

Integration in die eigene Organisation

Integration bedeutet für die Johanniter auch die Einbezie-hung von Menschen anderer Herkunft und Kultur als Mitarbeiter und Ehrenamtliche in unsere Organisation. Entsprechend führen die Johanniter interkulturelle Schulungen durch und führen einen intensiven Dialog darüber, wie die Interkulturalität der Organisation gesteigert werden kann.

An derzeit 14 Standorten bundesweit haben die Johanniter Integrationsmanager eingestellt. Weitere sechs Standorte richten diese Stellen im Jahr 2017 ein. Die Rolle der Integrationsmanager ist es, die verschiedenen Integrationsangebote der Johanniter und die unterschiedlichen Akteure miteinander zu verzahnen.

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