Vielfalt verbindet

Johanniter erhielten erste Multiplikatorenschulung im GSI in Bad Bevensen © Johanniter/Natalia Shapovalova

Johanniter erhielten erste Multiplikatorenschulung im GSI in Bad Bevensen © Johanniter/Natalia Shapovalova

Insgesamt 16 hauptamtliche Mitarbeitende der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) im Landesverband Niedersachsen/Bremen erhielten im Dezember in Bad Bevensen ihre erste Schulung zu interkultureller Kompetenz. Die Schulung fand im Rahmen des im Sommer 2016 begonnenen Modellprojekts "Vielfalt verbindet" statt, das gemeinsam mit dem Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e.V. (GSI) und der THW-Jugend durchgeführt wird. Es ist eines von vielen Integrationskonzepten im JUH-Landesverband Niedersachsen/Bremen und wegweisend für zukünftige Programme in der Arbeit mit Migranten.

"Die enorme Zuwanderung der letzten Jahre stellt zivilgesellschaftliche Akteure wie Träger der interkulturellen Bildungsarbeit und landesweite Verbände vor die Aufgabe, Zugewanderte und Geflüchtete in ihre Aktivitäten und Strukturen einzubeziehen", erzählt Martin Kaiser, Institutsleiter des GSI. In dieser ersten Schulung wurden die ersten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Johanniter zu interkultureller Kompetenz geschult. Die Schulungsthemen reichen von Kommunikationsmodellen, Kulturdimensionen und Wertehierarchien bis zu religiösen Einflussfaktoren, verknüpft mit dem methodischen Schwerpunkt des biografischen Arbeitens.

Eine zweite Schulung findet im Januar statt. Nach den Einführungsseminaren werden die Teilnehmenden ihr Wissen im Verband verbreiten und praktisch anwenden. Ziele des Projektes sind die interkulturelle Öffnung der Verbände und die Stärkung der interkulturellen Kompetenz von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Ausgestattet mit dieser Kompetenz können die Johanniter das von Vielfalt geprägte Miteinander in unserer Gesellschaft angemessen gestalten und zunehmend die Menschen mit Migrationsgeschichte für die Belange der Johanniter begeistern. "Wir freuen uns auf die praktische Umsetzung im Berufsalltag - sei es im Hauptamt oder Ehrenamt, in der Rettungswache oder Sozialstation." Ziel ist es, im Rahmen des Projektes bis zu 2400 Mitarbeitende bei den Johannitern zu erreichen.

Gruppenarbeit der Johanniter-Multiplikatoren

Gruppenarbeit der Johanniter-Multiplikatoren © Johanniter/Natalia Shapovalova

Am Ende der Schulungswoche in Bad Bevensen kehren die Teilnehmer mit wertvollen Erfahrungen und neuen Blickwinkeln in ihre Verbände zurück. Ruth Hartmann, Integrationsmanagerin im JUH-Regionalverband Niedersachsen Mitte fasst ihre Eindrücke zusammen: "Das Besondere für mich: Zum ersten Mal kamen Kollegen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Johanniter zusammen - Erste-Hilfe-Trainer, Integrationsmanager, Ehrenamtskoordinatoren. Alle hatten das gemeinsame Ziel, den Gedanken der interkulturellen Öffnung in den eigenen Verband zu tragen. Es war toll, weil unterschiedliche Ansichten und andere Perspektiven zusammenkamen. Auch der Wissensbackground war verschieden, aber enorm groß. Alle haben die Motivation, jetzt wirklich etwas zu bewegen."

Das Projekt wird durch das Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" des Bundesinnenministerium und die Richtlinie "Migration, Teilhabe und Vielfalt" des Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert.

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